Hansruedi Scherer ist Anfang dieses Jahres in den Verwaltungsrat der ATIOZ BVG- und Stiftungsaufsicht Tessin, Ostschweiz und Zürich eingetreten. Mit Scherer gewinnt die neu geschaffene Aufsichtsorganisation eine der prägenden Persönlichkeiten der unabhängigen Pensionskassenberatung in der Schweiz.
Er gehörte 1996 zu den Gründungspartnern von Metrics, das 1998 mit PPC zu PPCmetrics fusionierte. Über Jahrzehnte hinweg war er eine zentrale Figur beim Aufbau des Unternehmens und amtete bis Ende 2024 als Verwaltungsratspräsident.
Neben seiner Tätigkeit bei ATIOZ ist Scherer Mitglied des Stiftungsrats der Messerli Stiftung. Seit 2023 präsidiert er zudem den Verwaltungsrat der Motorex-Bucher Group. Bereits seit 2019 steht er dem Stiftungsrat der Fagus lucida Stiftung vor.
Die beiden regionalen Aufsichtsbehörden BVS (Zürich) und OSTA (Ostschweiz) wurden per 1. Januar 2026 zur neuen gemeinsamen Organisation ATIOZ zusammengeführt. ATIOZ beaufsichtigt rund 900 Pensionskassen sowie etwa 2’000 klassische Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von über 600 Milliarden Schweizer Franken. (sp)
ATIOZ
inter-pension stellt Fragen
Dass die Aufsicht die Tätigkeit der Sammelstiftungen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt und regelmässig auf die Gefahren und Risiken der in einer Konkurrenzsituation befindlichen Branche verweist, ist nichts Neues.
OAK und besonders auch die Zürcher Aufsicht, die jetzt als ATIOZ auftritt (und im Kern immer noch die Zürcher Aufsicht ist) hat sich diesbezüglich stets besonders hervorgetan. Direktor Tischhauser scheint wegen der angeblich dräuenden Gefahren speziell beunruhigt.
So auch an der diesjährigen Informationsveranstaltung, an welcher er einleitend seine Einschätzung zu den Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen wiedergab und Pläne für eine noch engere Kontrolle erläuterte. Im Einzelnen sind dies:
• Eingrenzung der Bandbreite von Wertschwankungsreserven sowie Definition von Mindestanforderungen für Einrichtungen im Wettbewerb,
• Den technischen Zins näher an den Marktzins anbinden / den Spielraum eingrenzen,
• Validierung der Regelung gemäss Art. 46 BVV 2.
Es kann nicht überraschen, dass die anwesenden Vertreter der Sammeleinrichtungen hellhörig wurden.
Jetzt hat ihr Verband – die inter-pension – sich in einem höflich und zurückhaltend formulierten offenen Brief an die ATIOZ gewandt. Darin heisst es:
Diese Vorhaben werfen bei unseren Mitgliedern Fragen auf, insbesondere mit Blick auf die solide finanzielle Lage, in der sich die Branche befindet. Sie haben Pandemien, Krisen und Kriegen getrotzt. Zudem treiben unsere Mitglieder in den Bereichen Transparenz, Digitalisierung, Effizienz und Nachhaltigkeit wichtige Weiterentwicklungen voran.
Sollten an diesen Plänen dennoch festgehalten werden, ist es aus unserer Sicht unbedingt erforderlich, praxisbezogene Fachpersonen frühzeitig und substanziell in die weiteren Arbeiten einzubeziehen.
inter-pension steht immer für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung und bietet ihre aktive Mitwirkung an. Wir sind überzeugt, dass tragfähige Lösungen nur im Dialog mit der Praxis entwickelt werden können.
A propos «Hegemon»
Diverse Leser – u.a. die OAK – haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Kommentar in Newsletter Nr. 536 zum «Hegemon» der Direktaufsicht, nämlich jener von Zürich, einen Fehler enthält.
Die Vermögenssumme der von ihr beaufsichtigten Vorsorgeeinrichtungen beläuft sich nicht wie geschrieben auf 800 Mrd. oder rund drei Viertel des Totals aller Einrichtungen, sondern mit 600 Mrd. «nur» auf rund die Hälfte. Die Sammelstiftungen sind nämlich nicht der OAK, sondern seit der Strukturreform den Regionalaufsichten angeschlossen. Einzig die Auffangeinrichtung wird von der OAK beaufsichtigt. Ihr Vermögen beläuft sich incl. FZ-Guthaben auf 25 Mrd.
Fällt damit der «Hegemon» dahin? Nicht unbedingt, gehören doch neu rund 900 PKs zur «ATIOZ», und das sind von den 1285 Kassen bemerkenswerterweise auch beinahe drei Viertel. Der Begriff bleibt wohl zutreffend.
Die unterschiedlichen Anteile, gemessen nach Anzahl Kassen und Vermögen, lassen darauf schliessen, dass die von der ATIOZ beaufsichtigten Kassen vermögensmässig kleiner sind als im Durchschnitt der Gesamtschweiz.
Neben der Richtigstellung entnehme ich den Zuschriften weitere interessante Bemerkungen. Etwa, dass in der Tat früher oder später mit einer zentralisierten Direktaufsicht zu rechnen ist, sei es bei der OAK oder der Finma. Und mit einer humoristischen Note, dass der gewöhnheitsbedürftige Name ATIOZ eher an ein Walliser Mineralwasser erinnert als an eine Aufsichtsbehörde.
All jenen Lesern, die sich dazu freundlicherweise bei mir gemeldet haben, mein herzlicher Dank.
Peter Wirth

