Deutschland erlebt die längste Phase wirtschaftlicher Schwäche seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Meldungen über Massenentlassungen häufen sich, bei grossen Konzernen in der Regel verbunden mit grosszügigen Abfindungen, die älteren Mitarbeitern die Frühpensionierung erlauben. Gleichzeitig fordern Wirtschaftsvertreter und Ökonomen die Erhöhung des Rentenalters, um den Kollaps der Rentenversicherung zu vermeiden und fachliches Know-how zu erhalten. Die NZZ schreibt dazu:
MoreEine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission soll nun unter anderem eine längere Lebensarbeitszeit prüfen. Für viele Experten kann es nur ein Ergebnis geben: So rechnete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen November vor, dass die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland in den kommenden 40 Jahren um 23 Prozent sinken dürfte.
Der Kollaps der Sozialsysteme liesse sich nur über einen Ausweg vermeiden: länger arbeiten. Der wissenschaftliche Beraterkreis des Wirtschaftsministeriums schlug im Herbst sogar vor, das Rentenalter langfristig auf 73 Jahre zu setzen. Als Vorbild für ein ausgedehntes Arbeitsleben gilt vor allem Dänemark. Ab 2040 sollen die Menschen in Deutschlands nördlichem Nachbarland bis 70 arbeiten – länger als in allen anderen Staaten Europas. (…)
