In der Handelszeitung stellt Yvonne Häring, Leiterin Produkte & Aktuariat sowie stellvertretende CEO von Pax, die Möglichkeiten hybrider Vorsorgemodelle vor. Sie schreibt:
Am Markt sind hybride Vorsorgemodelle, die Garantien und Marktbeteiligung kombinieren, noch wenig bekannt. Dieser innovative Ansatz eröffnet Unternehmen neue Spielräume, um sowohl Sicherheit als auch Renditeziele abzudecken.
Dabei wird das Altersguthaben zur einen Hälfte in einen vor Unterdeckung geschützten, vollversicherten Teil und zur anderen Hälfte in einen autonomen, renditeorientierten Teil aufgeteilt.
Für Unternehmen, die sich einer hybriden Vorsorgelösung anschliessen, entsteht durch die Aufteilung kein zusätzlicher Aufwand. In der Regel kommen Bewirtschaftung und Service aus einer Hand.
Hybride Lösungen punkten auch beim Preis: Die 50-prozentige Teilautonomie wirkt kostendämpfend, da keine Kosten für die Garantie entstehen. Hybride Modelle können auch mit den im Vergleich zur Vollversicherung günstigeren teilautonomen Lösungen gut mithalten.
Gleichzeitig bieten sie 50 Prozent absolute Sicherheit. Flexibilität bei der Ausgestaltung – etwa bei der Höhe der Eintrittsschwellen, dem Koordinationsabzug für Teilzeitmitarbeitende oder Kaderlösungen – stehen KMU auch bei einer hybriden Lösung offen.
Hybride Modelle eignen sich besonders für KMU, die Renditechancen nutzen und Sicherheit bieten möchten. Klar ist aber: Bei einem Marktausbruch nach oben können sie nicht voll proportional gewinnen, da sich der Deckungsgrad nur auf den autonomen Teil des Altersguthabens bezieht.
Bei stark steigenden Märkten profitieren Versicherte nur mit dem autonomen Teil. Der vermeintliche «Fünfer und das Weggli» ist eher ein klug austarierter Kompromiss – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Zudem ist die Aufteilung in je 50 Prozent Sicherheit und Renditechance eine Musterlösung, die nicht auf alle Bedürfnisse passt. Ob sich hier flexiblere Angebote am Markt entwickeln, bleibt abzuwarten.
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