Melanie Racine, Vizepräsidentin der Jungfreisinningen, kommentiert im Nebelspalter die Ideen des Bundesrats zur AHV-Reform.
MoreDer Bundesrat hätte den Auftrag gehabt, die Altersvorsorge zu stabilisieren. Was er liefert, ist ein schlechter Witz. Kein Wort zur dringend nötigen Erhöhung des Rentenalters. Kein mutiger Vorschlag, der unsere AHV langfristig sichert. Stattdessen: Noch mehr Lohnabzüge, noch höhere Steuern, noch mehr Umverteilung von Jung zu Alt. Das ist keine Lösung – das ist Arbeitsverweigerung.
Besonders stossend: Die Finanzierung der 13. AHV-Rente ist noch nicht einmal gesichert – und trotzdem werden bereits neue Belastungen gefordert. Ich spüre das direkt: Als Unternehmerin zahle ich nicht nur privat, sondern auch mit meinem Unternehmen immer mehr. Arbeit wird zunehmend bestraft – genau das Gegenteil von dem, was unser Land eigentlich braucht.
Dass sich die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht hat, wird in der politischen Diskussion systematisch ignoriert. Dabei wäre eine moderate Erhöhung des Rentenalters nur logisch und gerecht gegenüber den kommenden Generationen.
Ein echter Anreiz, länger zu arbeiten, wäre etwa ein steuerbefreites Einkommen nach Erreichen des AHV-Alters. Diese und weitere Forderungen stellten wir Jungfreisinnigen kürzlich am 1. Mai in unserem 3-Punkte-Plan vor – für eine moderne Arbeitswelt, in der Leistung wieder zählt, Innovation ermöglicht wird und Chancen entstehen.
