Eine vom Beratungsunternehmen Watson Wyatt in mehreren europäischen Ländern durchgeführte Befragung hatte zum Ziel, das Anlageverhalten klassischer Stiftungen (keine Pensionskassen) zu eruieren. Für die Mehrheit der Teilnehmer in der Schweiz liegt die optimale Aktienquote bei 0 – 25 Prozent. Das ist eine konservative Anlagepolitik, deckt sich aber mit den Aussagen von Stiftungsräten in Deutschland und Italien. In Grossbritannien hingegen liegt der Aktienanteil mit 25 – 50 Prozent deutlich höher. 40 Prozent der Schweizer Stiftungsräte sehen Aktien als die höchste Renditequelle in den nächsten 10 Jahren. Offenbar ist bei der Mehrheit der Schweizer Stiftungen der Kapitalschutz wichtiger als das Renditepotential.
Die Praxis zeigt, dass Stiftungen ihre primäre Aufgabe und Kompetenz im Fundraising und der Mittelverwendung sehen. Es überrascht deshalb nicht, dass über 80 Prozent der Schweizer Stiftungen keine gezielten Ausbildungsprogramme durchführen, um ihre Stiftungsräte in Anlagefragen aus- bzw. weiterzubilden. Diese Tatsache scheint aber Stiftungsräte nicht dazu zu bewegen, die Verantwortung von Anlageentscheiden an Experten zu delegieren. Ganz anders sehen es die Stiftungen in Grossbritannien und Italien, welche der Meinung sind, dass für Fachfragen Experten hinzugezogen werden sollten.
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23 Jahre lang leitete Markus Kündig die Geschicke der Gemeinschaftsstiftung des Gewerbes. Der «Vater des BVG» sei «immer ein Gewerbler geblieben», sagte SGV-Direktor Pierre Triponez beim Abschied. Der 1931 geborene Markus Kündig, Inhaber einer Druckerei, war von 1982 bis 1991 Präsident des Gewerbeverbandes und seither dessen Ehrenpräsident. Von 1994 bis 2005 amtete er auch als Präsident des Vorsorgeforums. Kündig war von 1974 bis 1994 für die CVP im Ständerat, den er 1984/85 präsidierte. Als Präsident der ständerätlichen Kommission zur Ausarbeitung des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) hat Kündig massgeblich an der Ausarbeitung des BVG mitgewirkt. «Man kann über Kündig sagen, was man will, aber ‚e gschide Cheib isch er‘», zitierte Triponez den früheren SGV-Direktor Otto Fischer. Und Balz Horber, Direktor des Verbands Schweizerischer Metzgermeister, wurde wie folgt zitiert: «Dr Kündig isch ke Liebe, er gseht nume so us.» Triponez dankte dem Vater dreier Kinder und Cellospieler für die «ausgewogenen Lösungen, die Kündig im Interesse aller Beteiligten als Stiftungsratspräsident erreicht habe». Sein Nachfolger ist Matthias Schwyter, Bäckermeister aus St. Gallen. Der bisherige Stiftungsrat und ehemalige Präsident der PK Panvica wurde von den Delegierten einstimmig gewählt,schreibt die Schweiz. Gewerbezeitung vom 9.12.05.
Der Bundesrat hat ein Massnahmenpaket beschlossen, das mit drei konkreten Zielsetzungen die Arbeitsmarktbeteilung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erhöhen will. Zum einen soll die Sozialversicherungsgesetzgebung so angepasst werden, dass sich Reduktionen des Beschäftigungsgrades und Funktionswechsel sowie die Weiterführung der Erwerbstätigkeit im Rentenalter nicht nachteilig auswirken. Es soll sich künftig lohnen, länger zu arbeiten. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) sind beauftragt worden, eine entsprechende Vernehmlassungsvorlage auszuarbeiten. Zum andern sollen mit weiteren Massnahmen des EVD die Arbeitsmarktchancen der älteren ArbeitnehmerInnen verbessert und die Arbeitsbedingungen deren veränderten Bedürfnissen angepasst werden.
Der Bundesrat hat ohne weitere Begründung die Annahme eines Postulat der CVP beantragt, mit welchem für die Arbeitgeber im BVG einheitliche Altersgutschriften für alle Altersstufen eines Arbeitnehmers vorgeschrieben werden sollen. Die Altersgutschriften des Arbeitnehmers würde allerdings weiterhin mit höherem Alter ansteigen. Der Zweck der Uebung ist die Verbesserung der Anstellungschancen älterer Arbeitnehmer. Die CVP hat in ihrem Postulat zwei unterschiedlich steile Abstufungen entwickelt, welche beide von einem konstanten Beitragssatz des Arbeitgebers von 6,25% ausgehen.
In seiner Motion hat Norbert Hochreutener (CVP) den Bundesrat aufgefordert, eine Vorlage zu unterbreiten, die den Sparprozess für das Alter im BVG früher beginnen lässt. Der Bundesrat äussert sich in seiner Antwort ablehnend. Er verweist auf die Tatsache, dass viele Jugendliche vor dem Alter 25 sich noch in Ausbildung befinden, die Arbeitgeber ev. davon abgehalten würden, junge Arbeitskräfte einzustellen und es in dieser Altersgruppe viele Stellenwechsel gibt, was zu grösserem Administrativaufwand für kleine Guthaben führen müsste. Er empfiehlt Ablehnung der Motion.