

Moneypark befasst sich in einer Studie mit der erwarteten demographischen Entwicklung der Schweiz und den Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. In einem Beitrag der NZZ werden die Aussagen relativiert. In der Studie heisst es:
Die demografische Entwicklung ist einer der zentralen Treiber für die langfristige Stabilität und Dynamik des Schweizer Hypothekarmarkts. Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren landesweit von einem robusten Bevölkerungswachstum – primär getrieben durch die Zuwanderung – und einer damit verbundenen hohen Nachfrage nach Wohneigentum profitiert.
Zukünftig werden eine weiterhin tiefe Geburtenrate und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft das Wachstum abschwächen und damit den Immobilienmarkt für Hypothekargeber, Investoren und Immobilienentwickler aber auch für Hypothekarnehmende verändern. Insbesondere zwei Effekte werden heute bei der Preisbildung am Immobilienmarkt vernachlässigt:
1. Nur elf Kantone profitieren vom künftigen Bevölkerungswachstum
Die kantonalen Unterschiede bei der demografischen Entwicklung und damit auch der Wohnraumnachfrage sind beträchtlich. Das Wachstum der Wohnbevölkerung (insbesondere jenes in den jüngeren Altersgruppen, die neuen und grösseren Wohnraum nachfragen) wird von wenigen Regionen getrieben. Selbst bei Erreichen einer 10-Millionen-Schweiz werden diverse Kantone eine rückläufige Wohnraumnachfrage erleben.
2. Verschiebung der Nachfrage hin zu kleineren Wohnobjekten
Durch die Veränderung der Altersstrukturen und der Familienbilder verändern sich auch die Wohnbedürfnisse. Aktuell wird eine grosse Anzahl an Einfamilienhäusern und grossen Wohnungen von Babyboomern gehalten. Diese Objekte entsprechen aber nur teilweise den Bedürfnissen der zukünftigen Bevölkerung.
Als wichtige Erkenntnisse werden zusammengefasst:
• Zwei Drittel des Hypothekarvolumens (67%) liegen in den elf Kantonen, die 86% des zukünftigen Bevölkerungswachstums der Schweiz ausmachen und damit auch künftig eine steigende Wohnraumnachfrage erwarten dürfen.
• Ein Viertel des Hypothekarmarkts (23%) entfällt auf die zehn Kantone mit den grössten demografischen Risiken. Sechs dieser zehn Kantone wiesen bereits in den letzten zehn Jahren ein unterdurchschnittliches Hypothekarwachstum auf und daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern.
• Kantone wie Schwyz, Baselland oder Solothurn weisen bei der erwarteten Wohnraumnachfrage innerhalb ihrer Kantonsgrenzen eine grosse Heterogenität auf. Bei diesen Kantonen lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
• In den meisten Kantonen wird die Nachfrage nach kleinen Wohnungen robuster ausfallen als die nach grossen Wohnungen. Besonders auffällig sind diesbezüglich die Kantone Bern, Schwyz und BaselLandschaft.
• Die Betrachtung der Kantone gruppiert nach vier Clustern zeigt, dass sich weder Tragbarkeit, Belehnung noch die demografischen Risiken in den aktuellen Hypothekarmargen spiegeln. In der Waadt, Genf, Fribourg und im Wallis sind die heutigen hohen Margen kaum zu begründen, während Nidwalden, Schaffhausen und Bern mit ihren tiefen Margen zu gut wegkommen.
• Hypothekargeber und -nehmer sollten ihre Immobilien und Hypotheken auf demografische Risiken hin überprüfen und Immobilienentwickler tun gut daran, bei der Planung von Neu- und Umbauten die sinkende Geburtenrate und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft vor Augen zu haben.
• Immobilieneigentümer – und die, die es erst noch werden möchten – sollten sich bei der Standortwahl ebenso wie der konkreten Wohnsituation gut überlegen, ob das Traumobjekt auch in Zukunft noch den eigenen Bedürfnissen entsprechen wird oder zumindest ein Verkauf auch bei veränderter demografischer Ausgangslage noch realistisch scheint.
Studie Moneypark / NZZ
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