In der Schweiz ist ebenfalls ein Konsolidierungstrend erkennbar, wie Beispiele verschiedener grosser Unternehmen zeigen. Sie lösten ihre betriebseigenen Pensionskassen auf und schlossen sich Sammelstiftungen an, meist aus betriebswirtschaftlichen Gründen.
Vor allem auch für kleine Kassen ist der administrative und regulatorische Aufwand oft kaum noch tragbar. Hinzu kommen höhere Verwaltungskosten und begrenzte Ressourcen. Die Fragmentierung des Marktes erschwert Versicherten zudem den Vergleich von Leistungen, Kosten und Renditen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Stiftungsräte – sowohl hinsichtlich Fachkompetenz als auch Verantwortung. Das klassische Milizsystem stösst zunehmend an seine Grenzen.
Doch ist Konsolidierung per se gut? Richtig umgesetzt kann sie helfen, die Führungs- und Kontrollstrukturen zu stärken, die Entscheidungsgremien professioneller aufzustellen, Verwaltungskosten zu senken und Investitionsspielräume zu erweitern.
Grosse Einrichtungen profitieren von Skalen- und Diversifikationseffekten, unter anderem bei alternativen Anlagen, Infrastruktur oder nachhaltigen Investments. Nicht zuletzt eröffnen Sammelstiftungen auch kleinen Unternehmen Zugang zu einer modernen und effizienten Vorsorgelösung – oft mit Pooling-Modellen, die Grössenvorteile nutzen und gleichzeitig unternehmensspezifischen Gestaltungsspielraum bieten. (…)
Ein Lösungsansatz könnte im Branchenmodell liegen. In den Niederlanden ist es die Norm, dass sich Unternehmen einer Branche in einem gemeinsamen Vorsorgewerk organisieren. Das vereinfacht die Administration, senkt Kosten und harmonisiert die Leistungsversprechen.
Quersubventionierung findet nicht statt, da innerhalb der Branche ähnliche Parameter und Risikostrukturen herrschen. In der Schweiz gibt es solche Modelle nur vereinzelt – etwa im Gastgewerbe. Ihr Ausbau wäre eine Option, um die Vorteile der Fragmentierung wie Kunden- und Branchennähe mit jenen der Effizienz zu verbinden.
Die berufliche Vorsorge ist ein Volumengeschäft, sowohl in der Vermögensbewirtschaftung als auch in der operativen Führung. Das föderale Pensionskassenmodell der Schweiz, mit all seinen grossen Stärken, sollte nicht abgeschafft, aber mit mehr Effizienz ausgestattet werden.
Nicht jede kleine Kasse ist langfristig überlebensfähig. Und nicht jede Struktur, die einst sinnvoll war, ist heute noch zeitgemäss. Es geht um Konsolidierung im Interesse der Versicherten – mit Augenmass und dem Mut, alte Zöpfe abzuschneiden.
HZ Insurance