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Die für die Verwaltung des AHV-Fonds zuständige Compenswiss weist für 2023 eine Anlagerendite von rund 5 Prozent aus. Im langfristigen Mittel holen die Pensionskassen mehr Rendite heraus als der AHV-Fonds. Der Hauptgrund: Sie können längerfristiger investieren, schreibt die NZZ.

Die Haupterklärung der Renditedifferenz: Die Pensionskassen halten dank längerfristiger Optik einen grösseren Anteil ihres Vermögens in relativ risikoträchtigen Anlagekategorien wie Aktien, aktienähnlichen Vehikeln und Immobilien. Solche Anlagen können kurzfristig stark schwanken, versprechen aber langfristig höhere Erträge. Die Pensionskassen hielten Ende 2022 im Mittel über 60 Prozent ihrer Anlagen in relativ risikoträchtigen Kategorien, bei den Anlagen von Compenswiss für AHV und Co. waren es nur etwa 40 Prozent. Im Gegenzug lag der Anteil an Anleihen bei der AHV deutlich höher als bei den Pensionskassen.

Wer langfristig anlegen kann, darf im Mittel mit höheren Renditen rechnen. Ein kurzfristiger Anlagehorizont bringt höhere Liquidität, kostet aber Rendite. «Die meisten Pensionskassen rechnen mit einem Anlagehorizont von etwa zehn Jahren», sagt Lukas Riesen von der Zürcher Finanzberatungsfirma PPCmetrics: «Das erachte ich als vernünftige Marke.»

Muss die AHV vor allem wegen ihres Umlageverfahrens mit einem deutlich kürzeren Anlagehorizont investieren? Laut Riesen müsste das Umlageverfahren für sich alleine keine solche Wirkung haben. In einer Hinsicht kann die AHV sogar eine längerfristige Perspektive einnehmen als die Pensionskassen: Die AHV kann erwarten, noch lange zu existieren (sozusagen für die Ewigkeit). Die Pensionskassen müssen mindestens bei Arbeitgebern aus der Privatwirtschaft damit rechnen, dass das betreffende Unternehmen pleitegeht, oder wegen Fusionen oder Übernahmen eine Teilliquidation mit rasch erhöhtem Liquiditätsbedarf nötig wird.

  NZZ