DeutschlandDie Süddeutsche Zeitung berichtet über die klamme Finanzierungssituation zahlreicher deutscher Pensionskassen.

Die Bundesregierung hat zum ersten Mal das Ausmaß der Krise bei den Pensionskassen öffentlich gemacht. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen teilt das Finanzministerium mit, dass die Finanzaufsicht Bafin „intensive Gespräche“ mit 45 Pensionskassen führt. Das Ziel sei es, Kürzungen der Betriebsrenten zu vermeiden.

Bei diesen Kassen haben 2,8 Millionen Angestellte Versorgungsansprüche, rund 300’000 von ihnen beziehen bereits eine Rente. Zehn Kassen mit 130’000 Betroffenen – 30’000 davon in Rente – sind besonders gefährdet.

Mittels der Pensionskassen haben zahlreiche Unternehmen die betriebliche Altersversorgung (bAV) für ihre Mitarbeiter organisiert. Doch die niedrigen Zinsen treffen Pensionskassen besonders hart, weil sie, anders als die Lebensversicherer, ausschließlich lebenslange Renten auszahlen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt, während die Renditen sinken. Die Aufsicht dringt darauf, dass die hinter den 45 in Bedrängnis geratenen Kassen stehenden Unternehmen frisches Kapital nachschießen. Sonst drohen Leistungskürzungen. Ein Bafin-Sprecher sagte, es lägen bereits Zusagen mehrerer Unternehmen vor. Im Mai waren zwölf Pensionskassen besonders bedroht. Inzwischen haben zwei Unternehmen feste Zusagen für frisches Kapital gegeben. Heute sind noch zehn Anbieter in kritischem Zustand, präzisiert die Regierung jetzt. Die Nennung der Namen lehnt sie aus wettbewerbsrechtlichen Gründe ab.

  SD