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5 Journalisten diskutierten mit Hanspeter Konrad als Moderator die bevorstehende AV2020-Abstimmung. Der Ausgang war ihnen entweder gleichgültig (Barbara Ottawa von IPE) oder sie waren Feuer und Flamme für die Vorlage (Kaspar Hohler), oder sie war ihnen einfach zu komplex (Claude Chatelain, Blick). Dezidierte Gegner waren nicht geladen. Dafür wurde heftig über den “Kampagnen-Journalismus” der NZZ gewettert.

pw. 1986 wurde die Idee einer Zeitschrift für die 2. Säule geboren, bereits im Jahr darauf kam die erste Ausgabe der “Schweizer Personalvorsorge” auf den Markt. Initianten waren Hans Wirz, Direktor der IST Anlagestiftung, und Markus Kündig, Ständerat und Druckereibesitzer aus Zug.

Garant und Treiber des Erfolgs war insbesondere die gute Vernetzung von Wirz, der an die Zeitschrift ein lange Reihe von Fachleuten zu binden wusste, die entweder als Aktionäre, Fachgebietsverantwortliche oder Autoren oder gleich in allen drei Funktionen beim VPS aktiv wurden. Heute sind es an die hundert.

Erster Chefredaktor war ab 1989 der Schreibende, der allerdings als alleiniger Redaktor und mit einem 50 Prozent-Pensum als Chef nichts delegieren konnte, sondern eben alles allein zu erledigen hatte. Seine Karriere beim VPS fand 1995 ein abruptes Ende, nachdem der Herausgeber mit unzimperlichen Mitteln eine Neuausrichtung erzwang.

Unter Nachfolger Peter Schnider waren dann Turbulenzen mit der einflussreichen Gründerfamilie zu überstehen, wobei am gediegenen Jubiläumsanlass im Luzerner Schweizerhof über solche Misshelligkeiten beredt geschwiegen wurde.

Unter dem aktuellen Chefredaktor, Kaspar Hohler, jedenfalls steht die Zeitschrift so glänzend da, dass eigentlich nichts die Festlaune trüben konnte. Dass die AV2020-Abstimmung ganz gegen den Geschmack der VPS-Redaktion ausfallen würde, war zwar vorhersehbar, wurde aber erfolgreich ausgeblendet .

Markus Nievergelt, Nachfolger von Bruno Lang als VR-Präsident, widmete sich in seiner Ansprache ausführlich dem Thema Digitalisierung der Medien, wo sich die Schweizer Personalvorsorge stark zurückhält und keine Absichten hegt, das zu ändern. Der digital verbreitete Newsletter erfreut sich gleichzeitig eines grossen kommerziellen Erfolgs. Die Werbeflächen sind jeweils für das ganze Jahr ausgebucht. Solches können wir leider vom Newsletter des Vorsorgeforums nicht berichten …

Grössere Probleme als die Digitalisierung dürften sich dem Verlag durch die Strukturentwicklung in der 2. Säule stellen. Die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen nimmt kontinuierlich ab und dieser Trend ist auch für die Zukunft vorgezeichnet. Wie sich das auf Leserzahl und Werbeaufkommen auswirken wird, ist eine offene Frage. Bis zum nächsten Jubiläum könnte sich diesbezüglich noch einiges ereignen. Davon ist aber nicht bloss die Zeitschrift, sondern das ganze Vorsorge-Nebengewerbe betroffen. So gut und schön wie heute wird es – Abstimmung hin oder her – vielleicht nie mehr sein.

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