Auf 100 Erwerbstätige kommen bis 2050 bereits 46 Rentner, womit die Alten den Staat aufgrund der Sozialkosten «in Schieflage» bringen. Ohne höheres Rentenalter bleiben nur Steuererhöhungen – und die Schweiz gibt damit einen Erfolgsfaktor auf, schreibt Konrad Staehlin im Tages-Anzeiger. Allerdings liesse sich der Spiess auch umdrehen. Dann wären es die Jungen, welche mit der massiv sinkenden Geburtenrate für das Ungleichgewicht der Generationen ausschlaggebend sind.
Der grösste Treiber der Ausgabensteigerung, die Demografie, lässt sich noch weniger beeinflussen. Im Jahr 2000 lag der Altersquotient, also die Anzahl über 65-Jähriger pro 100 Erwerbspersonen, noch bei 25.
Heute liegt er bei 32. Im Jahr 2050 wird er laut dem Bundesamt für Statistik bei rund 46 liegen, 2070 um die 50. Die Alterung der Gesellschaft und damit die zunehmende finanzielle Belastung der Werktätigen ist also noch lange nicht am Ende.
Die wichtigsten Gründe dafür sind die Grösse der Babyboomer-Generation, die gestiegene Lebenserwartung und die laufend sinkende Geburtenrate. Dem wirkt die Einwanderung vieler junger, gut verdienender Beitragszahler entgegen. Aus diesem Grund steht die Schweiz, demografisch gesehen, im europäischen Vergleich sogar gut da.
Trotzdem bringt diese Entwicklung die AHV und ihre verschiedenen Finanzierungskanäle an den Anschlag. In hart umkämpften AHV-Reformen gelang es der Politik bisher nur, kurzfristig Löcher zu stopfen.
Sie glich das Frauenrentenalter jenem der Männer, also 65, an, erhöhte die Lohnabgabe auf 8,7 Prozent und die Mehrwertsteuer auf den heutigen Normalsatz von 8,1 Prozent.
Der Bund ist darum so stark betroffen, weil er seit je einen Teil der AHV-Finanzierung übernimmt. Aktuell ist der Anteil auf gut ein Fünftel der Ausgaben festgesetzt. Je mehr Rentner es gibt, desto teurer wird die Verpflichtung für den Bund. Entsprechend ist die Frage, wie das Sozialwerk langfristig gesichert werden kann, eines der Dauerthemen im politischen Bern.
TA