Wie die Bâloise mitteilt, verminderten sich die Prämieneinnahmen im BVG-Geschäft um 6,9%. Der Rückgang ist gemäss Mitteilung das Resultat der selektiven Zeichnungspolitik in der Vollversicherung. Cash schreibt:

Das vergangene Geschäftsjahr sei massgeblich geprägt gewesen von der Niedrigzinssituation und politischen Unwägbarkeiten wie dem Brexit oder den US-Präsidentschaftswahlen. Angesichts dieser Bedingungen sei ein “solides Ergebnis” erzielt worden, schreibt die Gesellschaft. Diese erwirtschaftete eine Nettorendite von 2,23% verglichen mit 2,30% im Vorjahr. Erfolgreich war das Unternehmen bei den Kosten. Den Betriebsaufwand pro aktiven Versicherten senkte es auf unter 500 Franken.

Weiter hat die Basler Leben die Rückstellungen für die heutigen und künftigen Rentenverpflichtungen um weitere 179 (VJ 75) Mio Franken erhöht. Dies geht auf Kosten der aktiven Versicherten: Die Rückstellungen wären bei einem korrekten gesetzlichen Umwandlungssatz nämlich zu einem grossen Teil in den Überschussfonds für die Aktiven geflossen, heisst es in der Mitteilung.

Die NZZ schreibt zur Swiss Life:

Die von Swiss Life vor zwei Jahren eingeleitete Bremsaktion bei BVG-Vollversicherungen lässt sich an mehreren Stellen der gesetzlich geforderten Betriebsrechnung ablesen. So sanken die Bruttoerträge um 6%, das den Aktionären zustehende Ergebnis ermässigte sich um 19% auf 161 Mio. Fr. Hans-Jakob Stahel, Leiter Unternehmenskunden, erklärte an einer Pressekonferenz, in einem hartnäckig von Niedrigzinsen geprägten Umfeld werde viel Wert auf die Pflege des Altbestandes gelegt.

Zur besseren Absicherung der laufenden Renten-Verpflichtungen wurden die Reserven im Total um rund 430 Mio. Fr. verstärkt. Der infolge dieser Buchung weiter auf 1,44% gesunkene technische Zins zeigt an, dass Swiss Life abgegebene Garantien wohl über einen längeren Zeitraum sicher wird erfüllen können.

Wie hoch war diesmal die Umverteilung zulasten der aktiv Versicherten, welche der mit 6,8% fixierte gesetzliche Rentenumwandlungssatz erzwingt? Allein für angehende Neurentner, die selbstredend zu hoch angesetzte Renten erhalten, wurden aus dem Ergebnis 330 Mio. Fr. abgezweigt. (…)

Nicht zuletzt wegen der regulatorischen Schikanen setzte sich der Trend zur Auslagerung von Anlagerisiken an die Kundschaft fort. Im vergangenen Jahr wurden 26% der BVG-Neugeschäfte als teilautonome Lösung aufgesetzt, nach 11% im Jahr zuvor. Wie stark die Vollversicherung durch die Berset-Vorlage verteuert werden wird, hängt von der noch anstehenden Detailarbeit in einer Verordnung ab. Auf jeden Fall stehen neuerliche Eingriffe in die Handels- und Gewerbefreiheit an, was letztlich den KMU-Interessen zuwiderläuft.

  Cash / NZZ