Die Schweizer Politik will die Rahmenbedingungen für Jungunternehmen verbessern. Der Bundesrat dürfte vor Ende Jahr zwei vom Parlament bestellte Berichte dazu vorlegen. Dabei geht es besonders um Investitionen von Pensionskassen in Jungunternehmen sowie um steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Die NZZ schreibt dazu:

Ein Spitzentreffen der Bundesräte Schneider-Ammann und Berset mit Vertretern des Finanzsektors und von Pensionskassen hat am Mittwoch (12.10.16) zunächst bestätigt, was politisch kaum in den Büchern steht: Ein staatlicher Fonds für «Zukunftsinvestitionen» dürfte auf absehbare Zeit ebenso wenig mehrheitsfähig sein wie die Pflicht für Pensionskassen, einen bestimmten Teil ihres Vermögens in Jungfirmen zu investieren. (…)

Am Spitzentreffen dieser Woche wurden vier Anlageprojekte für Pensionskassen präsentiert. Die Projekte zielen laut Beteiligten mehrheitlich nicht auf Finanzierungen in der Gründerphase von Jungfirmen, sondern auf die nächste Wachstumsphase («von der zweiten bis zur fünften oder zehnten Million»); in jener Phase gilt der Zugang zu Kapital als besonders schwierig. Die Bandbreite der genannten Renditeerwartungen der Anlagefondsprojekte reicht von 5% bis 10% pro Jahr. (…)

Die Pensionskassen haben laut groben Schätzungen im Mittel nicht mehr als 2‰ ihrer Gelder in Risikokapitalfonds investiert, und davon dürfte ein Grossteil im Ausland liegen. Die meistgenannten Gründe für die Zurückhaltung: hohe Risiken, tiefe Renditen, hohe Verwaltungsgebühren und Mangel an Spezialkompetenz in Sachen Risikokapital. An den Gründen zur Zurückhaltung habe sich nichts geändert, sagt Jean-Rémy Roulet, Präsident des Pensionskassenverbands. Doch anderseits steigt angesichts von tiefen Zinsen und zum Teil relativ teuren Sachwerten der Bedarf nach «alternativen» Anlagen.

  NZZ / SHZ Gemeinsame Erklärung von EDI, ASIP, SVV