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Nr. 217 / PDF

21.5.2012

 

BVG-aktuell Themen
9:27AM

Technische Grundlagen VZ 2010: “der Schweizer Standard”

Die neuesten versicherungstechnischen Grundlagen für Pensionskassen VZ 2010 zeigen für den Zeitraum 2006-2011 eine Zunahme der Lebenserwartung. Diese hat bei 65- jährigen Männern im Vergleich zu den vor 5 Jahren publizierten Grundlagen VZ 2005 um 1.15 Jahre zugenommen (von 18.99 auf 20.14), bei 64-jährigen Frauen um 0.77 Jahre (von 23.02 auf 23.79). Die Invaliditätswahrscheinlichkeiten sind gegenüber den VZ 2005 sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen deutlich gesunken. Nach Angabe von Christoph Furrer (Deprez Experten) im Ausmass von 30-40%, wobei der konkret beobachtete Rückgang noch deutlich grösser war, aber aus Gründen der Vorsicht nur teilweise übernommen wurde.

Die technischen Grundlagen VZ 2010 basieren auf dem Datenmaterial von insgesamt 21 Kassen öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber (Bund, Kantone und Gemeinden). Sie setzen die im Jahr 1950 begonnene Reihe der VZ-Grundlagen fort. Bis und mit den VZ 1990 wurde fast ausschliesslich Datenmaterial der Pensionskasse Stadt Zürich verwendet. Aufgrund der nunmehr grossen beobachteten Bestände aus allen Regionen der Schweiz können die VZ 2010 als zuverlässig und sehr solide betrachtet werden. Die VZ 2010 lassen sich auch für Berechnungen bei Bilanzierungen nach internationalen Rechnungsstandards (wie IFRS / IAS 19 oder US-GAAP) einsetzen.

Neu ist bei den VZ 2010, dass die Generationentafeln auf der Basis von zwei unterschiedlichen Typen von wissenschaftlichen Modellen erstellt werden können. Es handelt sich dabei einerseits um das von Prof. Dr. Padrot Nolfi im Vorwort zu den VZ 1960 erläuterte Modell, andererseits um das in den VZ 2005 zu Grunde gelegte, kurz zuvor publizierte Modell von Dr. Jacques Menthonnex. Eine weitere Innovation der VZ 2010 besteht darin, dass nicht nur mit einem über alle Laufzeiten konstanten technischen Zinssatz, sondern auch mit einer Zinskurve gerechnet werden kann. Es lassen sich also je nach Laufzeit unterschiedliche Zinssätze zu Grunde legen. Auf diese Weise können mit den VZ 2010 auch Berechnungen analog zum Swiss Solvency Test (SST) durchgeführt werden.

Berechnet man mit den VZ 2010 die Umwandlungssätze, die aus versicherungstechnischer Sicht im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) gelten müssten, dann erhält man unter Verwendung eines technischen Zinssatzes von 3.5% für das Jahr 2012 einen Umwandlungssatz von 6.17% für 65- jährige Männer und von 6.15% für 64-jährige Frauen.

Neben den VZ-Grundlagen bestehen damit heute nur noch die technischen Grundlagen „BVG“, die im Jahr 2000 erstmals hergestellt wurden und sich auf das Datenmaterial von vorwiegend privatrechtlichen Kassen abstützen. Die auf den Jahren 2005-2009 beruhende Ausgabe BVG 2010 ist vor rund einem Jahr publiziert worden. Die BVG 2010 haben das Modell und die Systematik der VZ 2005 vollständig übernommen. Die Pionierarbeit der Grundlagen VZ 2005 hinsichtlich Generationentafeln ist damit zu einer Art Schweizer Standard geworden, heisst es in der Mitteilung der Pensionskasse Zürich.

 Mitteilung PK Zürich / Prospekt

Reader Comments (3)

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