Mischa Aebi schreibt im Tages-Anzeiger: Die Abschaffung der Heiratsstrafe bei der Steuer soll die Gleich­stellung von erwerbstätigen Frauen fördern. Jetzt zeigt eine Analyse: Das grösste Steuer­geschenk bekämen andere. 

Das erklärte Hauptziel der Individualbesteuerung ist die Gleichstellung erwerbstätiger Frauen. Die aktuelle Vorlage geht auf eine Initiative der FDP-Frauen zurück und wird von den linken Parteien unterstützt. (…)

Am stärksten würden aber nicht erwerbstätige Doppelverdiener-Ehepaare entlastet, sondern gut bis sehr gut situierte Rentnerinnen und Rentner. (…)

Der Grund liegt in der Progression: Weil Rentner weder Berufs- noch Zweiverdienerabzüge machen können, werden sie bei gleichem Einkommen mit einem höheren Tarif besteuert. Und je höher man in der Progressionskurve liegt, desto stärker wird man durch die Individualbesteuerung entlastet.

Wie gut die Rentner insgesamt wegkommen, zeigt eine Tabelle der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Zwar gibt es auch unter den Pensionierten Verlierer. Insgesamt jedoch werden sie überproportional entlastet.

Konkret: Unter dem Strich rechnet der Bund bei Einführung der Individualbesteuerung mit Steuerausfällen von rund 600 Millionen Franken pro Jahr. So viel weniger müssten die Steuerzahlenden insgesamt bezahlen.

Von diesen 600 Millionen Franken kämen 276 Millionen den Pensionierten zugute. Anders gesagt: Rund 46 Prozent der gesamten Steuerentlastung gingen an Rentner, obwohl sie nur 26 Prozent aller Steuerzahlenden ausmachen. Am stärksten profitiert dabei die Gruppe der Rentner in der höchsten Einkommensklasse – sie werden gemäss der Tabelle im Schnitt pro Kopf am meisten entlastet.

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