Viele Personen über 65 Jahre möchten länger arbeiten, doch sie werden behindert anstatt gefördert. Ein grundlegendes Umdenken ist erforderlich, meint Claudia Rey in der NZZ. 

Viele Senioren würden gerne über das reguläre Rentenalter hinaus arbeiten – die einen aus finanziellen Gründen, andere, weil sie den sozialen Austausch am Arbeitsplatz schätzen, und wieder andere, weil die Arbeit ihre Passion ist.

Doch Weiterarbeiten ist in der Schweiz derzeit unattraktiv und in einigen Unternehmen gar unerwünscht.

Ein Blick in die Statistik zeigt, die Schweiz verschwendet Potenzial: Die Eidgenossenschaft weist bei den 55- bis 64-Jährigen eine der höchsten Beschäftigungsquoten weltweit aus.

Nur die Menschen in Island, Japan, Schweden und Neuseeland arbeiten noch mehr. Das ist erfreulich. Doch mit der Pensionierung kommt der Wendepunkt. Und plötzlich steht die Schweiz alles andere als vorbildlich da.

Bei der Beschäftigung der über 65-Jährigen liegt die Schweiz unter dem OECD-Durchschnitt. Laut einer Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft aus dem Jahr 2020 sind lediglich 12 Prozent der Personen im Alter von 65 Jahren und älter noch erwerbstätig. In den vergangenen Jahren dürfte sich daran kaum etwas geändert haben.

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