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Nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020 hat Sozialminister Alain Berset zum runden Tisch eingeladen. Aber wie soll eine neue, dringend notwendige Reform aussehen, damit sie vor den Stimmbürgern besteht? Das war Thema der TV-Arena von SRF am 27.10.17.

Die Rentenreform wurde bei der Abstimmung vom 24. September abgelehnt. Der Reformstau vor allem bei der Finanzierung der AHV ist erheblich. Darum rückt jetzt die Erhöhung des Rentenalters in den Vordergrund.

Aber auf dieses richtig heisse Eisen wollen sich zu Beginn der Diskussion in der «Arena» die Vertreter der vier Bundesratsparteien nicht festlegen.

Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso, traut diesem parteipolitischen Burgfrieden nicht, denn «ein mögliches Rentenalter 67 lag schon mehrmals auf dem Tisch».

Für Albert Rösti hat die Abstimmung klar gezeigt, dass eine Reform nur in kleinen Etappen realistisch ist: «Alter 65/65, Männer und Frauen gleich. Das wäre ein erster und mehrheitsfähiger Schritt.»

Funiciello appelliert aber dafür, eine kommende Reform unbedingt gesamtgesellschaftlich zu denken. Der Anteil an bezahlter Arbeit nehme ab, und so könne nicht die Hälfte der Bevölkerung gezwungen werden, ein Jahr länger zu arbeiten.

Dazu kommt für Rösti, dass in den vergangenen zehn Jahren 800’000 Menschen eingewandert seien und so zu Konkurrenten bei Arbeitsstellen wurden.

Petra Gössi hält dem die demografische Entwicklung entgegen: «In den kommenden Jahren werden sehr viel mehr Menschen in Rente gehen und diese Stellen müssen ersetzt werden.»

Hans Stöckli erinnert daran, dass mehr Frauen die «Altersvorsorge 2020» abgelehnt hätten als Männer. «Die Frage um eine Erhöhung des Frauenrentenalters ist darum sehr delikat.»

Mit der Ablehnung der Vorlage habe sich die Linke selber ins Bein geschossen, sagt Pirmin Bischof: «Das führt dazu, dass das Frauenrentenalter mit Sicherheit erhöht wird.» Als die AHV 1848 eingeführt worden sei, lag das Rentenalter bei 65/65. Erst später sei es für die Frauen herabgesetzt worden.

Silja Häusermann wirft ein, dass die Reform gescheitert sei, weil sie zu wenig breit abgestützt war. «Das Hauptargument zum Nein war, dass die Reform unfair war – unfair gegenüber den Jungen und den Frauen.» Eine Reform habe nur eine Chance, wenn sie als ausgewogen wahrgenommen werde.

In der «Arena» diskutierten

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