imagePK-Experte und Anlagespezialist Graziano Lusenti beklagt in seinem Artikel für LeTemps, dass die VegüV weitgehend auf verzerrten Vorstellungen basiert. Es sei nicht einzusehen, weshalb unter den verschiedenen Anlegergruppen nur den Vorsorgeeinrichtungen ein Zwang zur Ausübung der Stimmrechte aufgebürdet wurde. “Weshalb wurden die weit wichtigeren, finanzstärkeren Anleger wie (in- und ausländischen) Anlagefonds, die Lebensversicherer, die Banken verschont?”, fragt Lusenti.

Es dürfte wohl auch eine Rolle gespielt haben, dass die „finanzielle Schlagkraft“ der schweizerischen Pensionskassen von den Politikern krass übergeschätzt wird. Tonangebend in den Jahresversammlungen der grossen, börsenkotierten helvetischen Firmen sind die ausländischen Institutionellen, nicht die einheimischen PKs. Eine weiterer Irrtum liegt darin, dass Politiker es nicht lassen können, der 2. Säule eine „bessere“, „gerechtere“ Umsetzung der Anlagen aufzubürden und bereit sind, massive Eingriffe in der Eigenverantwortung der VE vorzunehmen. Aber auch die zusätzlichen Kosten – auf die Politiker sonst so gern hinweisen – und die zusätzliche administrative Komplexität werden vernachlässigt.

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