Die NZZ kommentiert den Entscheid des BVK-Stiftungsrats, beim Lohnentscheid für Thomas Schönbächler zu bleiben. Andreas Schürer schreibt: “Es wirkt erfrischend: Der neue Stiftungsrat der Zürcher Pensionskasse BVK scheint sich um die Haltung der Politik nicht zu kümmern. Nach einem Aufschrei quer durch alle Parteien hat er die im Kontext mit der Verselbständigung der kantonalen Pensionskasse angekündigte Lohnerhöhung für den Direktor zwar halbiert; das Chefgehalt steigt nun «nur» um 60’000 auf 320’000 Franken. Den Parteien genügt dies nicht: Ohne Gegenstimme forderten sie im Kantonsrat die vollständige Rücknahme der Lohnerhöhung. Der Stiftungsrat lehnt dies ab und erklärt die Diskussion für beendet.

Dekretieren kann die BVK-Spitze das Ende des Sturms zwar nicht. Auch von aussen betrachtet ist eine weitere Skandalisierung aber fehl am Platz. In Bezug auf den Lohn und die Leistung des Geschäftsführers Thomas Schönbächler muss die Verhältnismässigkeit gewahrt werden. Auch in der neuen Höhe liegt er weit von «Abzocker»-Dimensionen entfernt. Zudem trug Schönbächler wesentlich dazu bei, dass die Sanierung der maroden Kasse besser voranschreitet als geplant. (…)

Die Reduktion der Vermögensverwaltungskosten um jährlich wiederkehrend 70 Millionen Franken im Vergleich zum Jahr 2009 ist eine reife Managementleistung. In der Branche werden diese Erfolge sehr wohl wahrgenommen. Dies ist die Ironie der Geschichte: Die Prominenz, die Schönbächler derzeit erfährt, erhöht seinen Marktwert weiter. Überspitzt gesagt, führt der Protest darum direkt zur nächsten Lohnerhöhung oder zu besseren Angeboten der Konkurrenz.”

Im Artikel zu den guten Resultaten der BVK für 2013 wird Bruno Zanella, Präsident des Stiftungsrates zitiert: “An die Adresse der Politik richtete Zanella markige Worte. Der Stiftungsrat wehre sich dagegen, dass auf dem Rücken der BVK Wahlpropaganda betrieben werde. Er werde sich nicht der Politik unterordnen weil er nicht dem Kantonsrat, sondern allein den Versicherten und den angeschlossenen Arbeitgebern verpflichtet sei. Zanella meinte: «Den Sturm lassen wir über uns ergehen.» Wozu der Primat der Politik bezüglich der BVK geführt habe, sei hinlänglich bekannt.”