Die BVK schüttet zu ihrem 100. Geburtstag 348 Millionen an Staatsangestellte aus – die gleiche Pensionskasse, die mit 2 Milliarden Franken saniert wurde. Das kommt nicht überall gut an. Tobias Marti erinnert in der NZZ an die jüngere Vergangenheit der Kasse, die durch kriminelle Machenschaften und verantwortungsloses Finanzgebaren des Kantons geprägt war. Die grosszügige Geste kann sich die BVK heute leisten, nachdem die rechtlich verselbständigte Kasse den Weg zurück auf den Tugendpfad seriöser Geschäftsführung gefunden hat und finanzpolitischen Machenschaften entzogen ist.

Im Jahr 2013 kam es zum finanzpolitischen Sonderfall: Die Steuerzahler mussten die BVK mit einer Finanzspritze von 2 Milliarden Franken unterstützen. Die BVK spricht bis heute nicht von einer Sanierung, sondern von einer Rückzahlung. Schliesslich habe der Kanton zuvor in den 1990er Jahren seinerseits die Kasse belastet.

Derlei Krisenzeiten sind passé. Die BVK mauserte sich mit 146’000 Mitgliedern und einem Anlagevermögen von 45,8 Milliarden Franken zur grössten Pensionskasse des Landes.

Finanziell hat die Pensionskasse gute Jahre hinter sich, ihr Deckungsgrad beträgt über 113 Prozent. Darum sollen nun 348 Millionen Franken zurückfliessen, als Jubiläumszins für Versicherte und Jubiläumszulagen für Rentner. Der Geldregen freut aber nicht alle gleichermassen.

Kantonsrat Martin Huber stört sich daran, dass eine Kasse, die vom Steuerzahler saniert worden ist, in diesem Umfang Gelder ausschütte. Er plädiere vielmehr dafür, einen höheren Deckungsgrad zu erreichen, statt diesen mit einer Auszahlung zu schwächen.

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