SDA. Während die Sterblichkeit im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie in der Schweiz im Vergleich zum Jahr 2019 um rund 9% zugenommen hat, liegt sie im 1. Halbjahr 2021 unter dem Niveau von 2019. Das geht aus einer Studie des Universitätszentrums für Allgemeinmedizin und öffentliche Gesundheit in Lausanne (Unisanté) hervor. Die Studie basiert auf vorläufigen Daten des Bundesamts für Statistik (BFS). Die Sterblichkeit sank demnach im 1. Halbjahr 2021 gegenüber 2020 um etwa 10.8%. Sie lag damit niedriger als in den sechs vorangegangenen Jahren, mit Ausnahme der ersten vier bis sechs Wochen des Jahrs 2021, die durch das Ende der zweiten Corona-Welle gekennzeichnet waren. 2021 sei zudem das zweite Jahr in Folge, in dem die Influenza keine Spuren in der Sterblichkeit hinter- lassen habe. Auch habe sich die dritte Corona-Welle nicht sichtbar auf die Gesamtmortalität niedergeschlagen. Damit sei die Sterblichkeit im Jahr 2021 die bisher niedrigste, die in der Schweiz je verzeichnet wurde.
Lebenserwartung
Tiefere Lebenserwartung bei Geburt
BFS. Im von der Covid-19-Pandemie geprägten Jahr 2020 sank die Lebenserwartung bei Geburt gegenüber dem Vorjahr bei den Männern um 0,9 auf 81,0 Jahre und bei den Frauen um 0,5 auf 85,1 Jahre (2019: Männer 81,9; Frauen 85,6). Eine solche Abnahme wurde gemäss den Sterbetafeln des BFS bei den Männern seit 1944 und bei den Frauen seit 1962 nicht beobachtet.
Zwischen 2019 und 2020 ging die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren aufgrund der pandemiebedingten Todesfälle um 0,7 Jahre bei den Männern und um 0,5 Jahre bei den Frauen zurück. Die Lebenserwartung der Männer im Alter von 65 Jahren sank zwischen 2019 und 2020 von 20,0 auf 19,3 Jahre. Jene der Frauen verringerte sich von 22,7 auf 22,2 Jahre.
Während bei den Männern noch nie ein so starker Rückgang beobachtet wurde, war die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren bei den Frauen im Jahr 1944 infolge eines besonders harten Winters noch stärker gesunken. Auf kantonaler Ebene liessen sich die stärksten Abnahmen der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren für die Männer in den Kantonen Schwyz (–2,1 Jahre), Genf (–1,8 Jahre) und Tessin (–1,8) bzw. für die Frauen in den Kantonen Jura (–1,8), Obwalden (–1,7), Waadt (–1,4) und Tessin (–1,4) beobachten.
Zwischen 2019 und 2020 nahm die Sterblichkeit in den Kantonen im Westen und Süden der Schweiz stärker zu. Der Anstieg bewegte sich in Genf, im Jura und im Tessin zwischen +25% und+27%. In den Kantonen Obwalden, Schwyz, Waadt und Freiburg lag die Zunahme ebenfalls über 20%. In Nidwalden ging die Anzahl Todesfälle dagegen leicht zurück (–0,3%) und in den Kantonen Graubünden, Glarus, Basel-Stadt und Schaffhausen nahm sie um weniger als 5% zu. So fiel der Anstieg der Todesfälle in den Kantonen im Norden und Osten der Schweiz weniger stark aus.
Beamte leben länger
DIW. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat eine Studie zu Unterschieden in der Lebenserwartung nach beruflicher Stellung, Einkommen und gesundheitlicher Belastung im Beruf erstellt.
Ziel der Studie ist es, die Lebenserwartung verschiedener sozioökonomischer Gruppen und die Unterschiede zwischen diesen Gruppen zu untersuchen. Zum besseren Vergleich wurde in der Studie die Lebenserwartung der aktuell 65-Jährigen betrachtet. Der Fokus liegt auf den Unterschieden, die sich je nach Einkommen, Berufen, Stellung im Beruf und gesundheitlicher Belastung für Männer und Frauen ergeben.
Eines der empirischen Hauptergebnisse zeigt, dass sich die Lebenserwartung deutlich nach der Stellung im Beruf unterscheidet: Heutige Rentner, die früher als sozialversicherungspflichtige Arbeiter tätig waren, leben im Vergleich zu ehemaligen Beamten mehr als fünf Jahre kürzer. Der Unterschied bei Frauen ist geringer, aber mit drei Jahren immer noch deutlich.
Von Methusalem zu Bismarck und zurück
Lebenserwartung und Rentenalter sind Themen, die bewegen. Die Alten wie die Jungen. Den Einstieg dazu suchen wir aber nicht über die aktuelle politische Auseinandersetzung – dazu kommen wir später – sondern über die Bibel. Dort finden sich einige aufschlussreiche Angaben zum Thema Alter. Der sprichwörtlich gewordene Methusalem brachte es laut Genesis auf 969 Jahre, nicht weit zurück liegen Jered (962), Noah – Enkel des Methusalem – (950) und Adam (895 Jahre).
Natürlich wurden die Angaben immer wieder in Zweifel gezogen und Missverständnisse vermutet. Diese lassen sich aber nicht so leicht belegen. Zur allgemeinen Beruhigung werden die Zahlen heute als symbolisch gedeutet. Im 1. Buch Mose 6,1–4 begrenzte Jahwe die Lebenszeit schliesslich auf hundertzwanzig Jahre, dem Todesalter des Moses. Das Limit hat sich bis in die jüngste Vergangenheit durchgesetzt. Soweit bekannt hat lediglich die auch in Aktuarskreisen oft zitierte Französin Jeanne Calment, gestorben 1997 mit 122 Jahren, diese Grenze überschritten. Die älteste Schweizerin, Alice Schaufelberger, starb im November vergangenen Jahres im Alter 112 Jahren.
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Die Rückkehr zu alttestamentarischen Verhältnissen ist vorderhand nicht zu erwarten, obwohl der Biologe und Langlebigkeitsforscher Aubrey de Grey vor einigen Jahren die Prophezeiung wagte, der erste Mensch, der älter als 1000 Jahre werde, sei vermutlich schon geboren. Mittlerweile hat er die Aussage relativiert. Und seine «Methuselah Foundation» hat kürzlich ihre Zielsetzung von einer grundsätzlich unbegrenzten Erhöhung der Lebensdauer konkretisiert auf den etwas bescheidenere Plan «Making 90 the New 50 by 2030». Auch das könnte so manchen PK-Experten ins Grübeln bringen.
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Trotz der grundsätzlich erfreulichen Aussichten – sofern man am Leben hängt – und die meisten bis ins hohe Alter sich einer guten Gesundheit erfreuen, wollen viele – eine Mehrheit? – partout nicht länger arbeiten als bis zur traditionellen Grenze von 64/65 Jahren. Und wenn immer möglich schon vorher in Pension gehen.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die willkürliche Vorgabe mit Rentenalter 65 – eine sozialpolitische Innovation ersten Ranges – vor rund 140 Jahren vom erzkonservativen Deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck für die neue Rentenversicherung und mit Blick auf die damals fast gleich hohe Lebenserwartung festgesetzt wurde. Dahinter stand politische Kalkül: «Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“. Seine Rechnung ist voll aufgegangen und das wohl mehr, als er es selbst gewünscht hätte. Ganz besonders hierzulande.
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Die progressiven Kreise jedenfalls haben das Reichsdeutsche Rentenaltersystem so sehr verinnerlicht, dass jede Auf- und Abweichung als unakzeptabler Verstoss gegen Gerechtigkeit und Anstand aufs entschiedenste bekämpft wird. Alter 65 ist absolut gesetzt, als ginge es gleichfalls auf Jahwe zurück. Dabei war es bloss die Idee eines durchtriebenen preussischen Junkers. Der Bezug auf die Lebenserwartung ging allerdings verloren.
Auch die erfolgreich lancierte «Renteninitiative» der Jungfreisinnigen für ein Rentenalter 66/66mit späterer Dynamisierung gemäss Entwicklung der Lebenserwartung, bewegt sich letztlich im Rahmen eines generell gesetzten Pensionierungszeitpunkts. Mehr als ein vorsichtiges Drehen an den Stellschrauben der Altersvorsorge wagen auch sie nicht vorzuschlagen. Und schon das gilt als ausgesprochen kühn.
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Reiner Eichenberger, Professor an der Universität Freiburg, ist das alles zu wenig und vor allem das Falsche. Sein Vorschlag: weg von diesem Zahlenfetischismus und hin zu einem Anreizsystem, um die Erwerbstätigen zu längerer aktiver Tätigkeit zu motivieren. Seine Überlegungen hat er schon mehrfach zu Papier gebracht, in einem Interview mit Nebelspalter-Redaktor Dominik Feusi hat er sie zusammengefasst.
Das ist überzeugend und zukunftsweisend, aber weit ab von praktischer Umsetzung. Trotz vorsichtiger Flexibilisierung gilt 65 noch immer als das Mass aller Dinge, obwohl keine zwei Erwerbstätigen unter gleichen physischen, mentalen und sozialen Voraussetzungen bezüglich ihrer Arbeit im Alter leben.
Auch der Arbeitgeberverband, der zwar wiederholt das grosse Wehklagen über die absehbar fehlenden Fachkräfte durch die Pensionierungswelle in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts anstimmt, weiss zur Behebung nichts anders zu bieten als die Forderung nach einer Erhöhung des Rentenalters.
So begnügt man sich bei dieser hochbedeutenden sozialpolitischen Frage mit kurzsichtiger Erbsenzählerei, produziert Sozialkitsch über ein «Alter in Würde», ergeht sich in Endlosschlaufen über die Benachteiligung der Frauen und landet am Schluss dort, wo man schon immer war. Bismarck hätte sich köstlich amüsiert.
Peter Wirth, E-Mail
Länger leben – länger arbeiten?
Swiss Life hat eine ausführliche Studie zum Thema Altersrücktritt publiziert. Die wichtigsten Ergebnisse:
1 Wir werden immer älter. Über ein Viertel des Lebens wird inzwischen im Ruhestand verbracht – Tendenz steigend. Drei Viertel der Bevölkerung zwischen 60 und 70 bezeichnen sich selbst als gesund.
2 Im Durchschnitt wird die Erwerbstätigkeit in der Schweiz momentan mit 65,6 Jahren beendet. Die Pensionierung findet häufig gestaffelt statt. Viele reduzieren ihr Pensum vor dem endgültigen Ruhestand und/oder beziehen trotz anhaltender Erwerbstätigkeit bereits eine Rente bzw. ein Alterskapital. Nur eine Minderheit verlässt den Arbeitsmarkt zum ordentlichen Rentenalter mit 64/65.
3 Das durchschnittliche Alter, in dem die Erwerbstätigkeit vollständig aufgegeben wird, stieg seit 2005 um über ein Jahr an. Analog dazu nahmen im gleichen Zeitraum die Zahl der Erwerbstätigen ab 65 und die Erwerbstätigenquote in dieser Altersklasse zu. Entgegen der internationalen Entwicklung flachte sich dieser Trend in der Schweiz jedoch kürzlich ab.
Sinkende Lebenserwartung, Übersterblichkeit
BFS. Zwischen 2019 und 2020 sank die Lebenserwartung der Männer bei Geburt von 81,9 auf 81,1 Jahre (–0,8 Jahre), jene der Frauen von 85,6 auf 85,2 Jahre (–0,4 Jahre). Diese Abnahmen lassen sich mehrheitlich mit den steigenden Sterberaten im hohen Alter erklären. So ging die verbleibende Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren bei den Männern um 0,7 Jahre (von 20,0 auf 19,3 Jahre) und bei den Frauen um 0,5 Jahre zurück (von 22,7 auf 22,2 Jahre).
Auf kantonaler Ebene verringerte sich die Lebenserwartung der Männer bei Geburt in den Kantonen Obwalden (–2,5 Jahre), Tessin (–2,3) sowie Genf (–2,2) am stärksten, diejenige der Frauen in den Kantonen Jura (–1,8), Genf (–1,5) und Schwyz (–1,4).
Im Jahr 2020 kam es im Verlauf der ersten Welle der Covid-19-Pandemie vom 16. März 2020 (Woche 12) bis zum 19. April 2020 (Woche 16) zu einer Übersterblichkeit; in der Altersgruppe von 65 Jahren und älter starben rund 1500 Personen (26%) mehr als erwartet, in der Altersgruppe unter 65 Jahren rund 100 Personen (12%) mehr.
In der zweiten Welle der Covid-19-Pandemie kam es vom 19. Oktober 2020 (Woche 43) bis zum 31. Januar 2021 (Woche 4) zu einer weiteren Periode mit Übersterblichkeit. Von Woche 43 bis einschliesslich der letzten Woche des Jahres 2020 (Woche 53) starben in der Altersgruppe 65 Jahre und älter rund 7300 Personen (56%) mehr als erwartet und in der Altersgruppe unter 65 Jahren rund 200 Personen (11%) mehr (Stand 9. März 2021).
Die Übersterblichkeit entwickelte sich in beiden Wellen der Covid-19-Pandemie regional unterschiedlich. In der ersten Welle zeigte sich 2020 die Übersterblichkeit besonders ausgeprägt in der Genferseeregion und im Kanton Tessin. Demgegenüber ging die zweite Welle in allen sieben Grossregionen mit einer deutlichen und anhaltenden Übersterblichkeit einher, die sich bis in den Januar des Jahres 2021 fortsetzte.
Wenn aus Babys Rentner werden
Die Generation der Babyboomer, je nach Definition die zwischen ca. 1945 und 1965 Geborenen, geht in wachsender Zahl in Pension. Die Babyboomer werden zu Rentenboomern, wie es Pascal Renaud, Partner Toptima, an der diesjährigen BVS-Tagung formulierte. Das wird in den nächsten 10 – 15 Jahren erhebliche Konsequenzen auf die berufliche Altersvorsorge haben.
Renaud untermauerte seine Aussagen mit zahlreichen Grafiken und Tabellen und forderte die Verantwortlichen der Pensionskassen nachdrücklich dazu auf, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, am besten schon heute. Absehbar sind zwei Pensionierungswellen, welche die einzelnen Kassen je nach Branche und Struktur unterschiedlich treffen werden, aber betroffen sind praktisch alle mittleren und grösseren Vorsorgeeinrichtungen, einfach früher oder etwas später.
Die Form der Pyramide lässt erkennen, wann in welchem Ausmass die Pensionierungen zunehmen werden. Die beiden rot gestrichelten Linien zeigen, dass die Zahl der 65-Jährigen noch fast genau gleich gross ist wie jene der 20-Jährigen, aber 2019 gab es erstmals mehr Personen, die 65 wurden als 20. Die Differenz wird sich bis 2029 auf 28’000 pro Jahr erhöhen.
Die kumulierte Lücke zwischen Aktiven und Neurentnern von 2020 bis 2030 beträgt rund 200’000. Das Umlagesystem der AHV ist davon direkt noch stärker betroffen, aber der altersmässige Strukturwandel trifft auch die Pensionskassen. Die Zuwanderung kann das etwas abfedern, aber die Entwicklung nicht stoppen. Es ist eine deutlich stärkere Zunahme der Rentner als der Aktiven absehbar.
Todesursachenstatistik 2018
BFS. Im Jahr 2018 starben in der Schweiz 67’088 Personen und damit 0,2% mehr als im Vorjahr. Die häufigsten Todesursachen waren wie im Jahr 2017 Herz-Kreislauf-Erkrankungen (30,7%) und Krebserkrankungen (25,9%). Wie aus der aktuellen Todesursachenstatistik des BFS hervorgeht, machten alle anderen Todesursachen jeweils weniger als 10% der Todesfälle aus, darunter Demenz mit 9,6% und Atemwegserkrankungen mit 6,9%. Insgesamt haben sich die Häufigkeiten der Todesursachen im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Eine Ausnahme stellen die assistierten Suizide dar: sie näherten sich 2018 mit einem Anstieg von 17% der Marke von 1 pro 50 Todesfällen an.
Häufigste Todesursachen nach Alter
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz. Er stellt sogar die häufigste Todesursache bei Männern zwischen 45 und 84 Jahren und bei Frauen zwischen 25 und 84 Jahren dar.
Demographische Indikatoren 2019
Das Bundesamt für Statistik hat die neusten demographischen Indikatoren publiziert. Höchst aufschlussreich. Wir lassen die Grafiken sprechen.
100 ist das neue 80
Von 1950 bis 2010 hat sich die Zahl der hundertjährigen und älteren Personen in der Schweiz alle zehn Jahre nahezu verdoppelt. Seit 2012 ist die Zahl stabil. Mittlerweile entfallen zwischen 1500 und 1600 Personen in der Schweiz auf diese Altersgruppe, 80% davon sind Frauen. Ende 2018 war die älteste Person in der Schweiz 110 Jahre alt.
2018 lebten in der Schweiz pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner 18 Hundertjährige und Ältere. Die höchsten Quoten weisen die Kantone Basel-Stadt, Jura und Tessin auf. Dort entfallen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner über 30 Hundertjährige und Ältere. Am tiefsten ist die Quote hingegen in den Kantonen Aargau und Obwalden mit einem Verhältnis von weniger als 10 zu 100 000.
Älter werden in der Schweiz
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bevölkerungsstruktur in der Schweiz massgeblich verändert. Die demografische Alterung der Bevölkerung der Schweiz wirkt sich auf zahlreiche Bereiche des Zusammenlebens aus. Im Zentrum der gesellschaftspolitischen Diskussion stehen dabei insbesondere Gesundheitsthemen, Fragen von Erwerb und Ruhestand sowie die Altersvorsorge.
Neu stehen sämtliche Informationen des Bundesamtes für Statistik zu den Personen ab 55 Jahren auf einer neuen, übersichtlichen Webseite zur Verfügung.
Dazu gibt es weiterführende Informationen zu Publikationen des BFS und Links zu Indikatoren zum aktiven Altern.
Todesfallstatistik und Lebenserwartung
Urs P. Gasche zweifelt die anhaltende Steigerung der Lebenserwartung an. Auf infosperber schreibt er:
Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern flacht sich die Kurve der Lebenserwartung seit 2011 ab. 65-jährige Frauen konnten im Jahr 2018 durchschnittlich noch 22,7 Jahre von Pensionskassen- und AHV-Renten profitieren (im Jahr 2011 22,2 Jahre), 65-jährige Männer durchschnittlich 19,9 Jahre lang (im Jahr 2011 19,2 Jahre). (…)
Fälschlicherweise wird davon ausgegangen, dass sich die Tendenz der Todesfall-Statistik in Zukunft mit wenigen Abstrichen fortsetzt. In einem «Referenzszenario» gehen das Bundesamt für Statistik BFS sowie auch das Bundesamt für Sozialversicherungen BFS davon aus, dass 65-jährige Frauen im Jahr 2035 durchschnittlich noch 24,91 Jahre leben und 65-jährige Männer noch 22,44 Jahre. Das entspricht gegenüber heute einer zusätzlichen Renten-Lebenszeit von 2,2Jahren für Frauen und von 2,54 Jahren für Männer. (..)
Pensionskassenrenten: Für deren Finanzierung ist praktisch allein entscheidend, wie lange die Frauen und Männer nach der Pensionierung noch leben. Denn die Höhe der Renten richtet sich danach, für wie viele Jahre die verzinsten Pensionskassenbeiträge im Durchschnitt reichen müssen. Die apodiktische Behauptung verschiedener Parlamentarier, «die Leute werden immer älter», dient der Stimmungsmache und berücksichtigt den Trend der letzten sieben Jahre nicht.
Lebenserwartung in der Schweiz
Gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechneten neuen Kohortensterbetafeln für die Schweiz betrug die durchschnittliche Lebensdauer von Männern, die im Jahr 1917 geboren wurden, 63 und diejenige von Frauen 70 Jahre. Männer, die 1967 geboren wurden, werden im Durchschnitt ein Alter von fast 82 Jahren und Frauen mit dem gleichen Geburtsjahrgang ein Alter von 87 Jahren erreichen.
Knaben und Mädchen, die 2017 geboren wurden, dürften durchschnittlich 91 bzw. 94 Jahre lang leben; 26% der Mädchen und 15% der Knaben könnten sogar mindestens 100 Jahre alt werden.
1997 betrug die Lebenserwartung für Männer im Alter 65 noch 16,5 Jahre und stieg bis 2017 auf 19,7 Jahre, für Frauen lauten die Zahlen 20,4 und 22,5 Jahre.
Innerhalb der untersuchten Generationen ist auch die verbleibende Lebensdauer im Alter von 65 Jahren deutlich angestiegen. Sie erhöhte sich zwischen den Generationen 1876 und 1917 bei den Männern von 12 auf 16 Jahre und bei den Frauen von 14 auf 20 Jahre.
Aufgrund der teilweise bereits beobachteten Sterblichkeit im höheren Alter kann davon ausgegangen werden, dass auch die nächsten Generationen deutlich länger leben werden. Die durchschnittliche verbleibende Lebensdauer der 1952 geborenen Männer und Frauen, die 2017 ihr 65. Lebensjahr vollendet haben, dürfte bei etwas mehr als 21 Jahren bzw. etwas weniger als 25 Jahren liegen.
Die Männer und Frauen mit Geburtsjahr 2017 werden vermutlich nach ihrem 65. Geburtstag noch durchschnittlich 28 bzw. 30 Jahre leben.
Trendwende bei der Lebenserwartung?
Daniel Zulauf schreibt in der Luzerner Zeitung über die internationale Entwicklung der Lebenserwartung, wo nach Jahrzehnten einer kontinuierlichen Zunahme in vielen Ländern eine Verflachung und teilweise sogar ein Rückgang zu beobachten ist.
Die Dynamik des Prozesses hat die OECD durch einen Vergleich von zwei direkt aufeinanderfolgenden Fünfjahresperioden erfasst (2006–2011 und 2011 bis 2016). Die Untersuchung zeigt, dass die Sterblichkeit in 6 der 28 EU-Länder teilweise markant gesunken ist. Die Gruppe der Länder mit der ausgeprägtesten Verflachung erscheint ziemlich heterogen: Frankreich, Deutschland, Griechenland, Schweden, Portugal, die Niederlande und Grossbritannien.
Ähnliches stellt die amerikanische Universität Princeton fest. Gemäss einer Studie hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung ab Geburt in den Jahren 2014 bis 2015 in 12 von 18 analysierten Industrieländern mit hohem Wohlstandsniveau teilweise deutlich verschlechtert. (…)
Die hiesige Lebenserwartung hat sich von 2010 bis 2016 bei Männern um 1,7 auf 81,6 Jahre und bei Frauen um ein Jahr auf 85,4 Jahre erhöht. Doch auch für die Schweiz lässt sich aus der Princeton-Studie eine deutliche Verflachung der Kurve herauslesen – eine Beobachtung, die auch die «Swiss Life» auf Anfrage bestätigt. Nach dem Verständnis des Versicherers hält der Trend zur Langlebigkeit in der Schweiz aber weiterhin an. Eine eigentliche Trendwende sei noch nicht erkennbar.
Eindeutig ist dieser Befund aber nicht. Und genau das ist das Problem. Wird die Dynamik der aktuellen Entwicklung nämlich unterschätzt und der Verlauf der Lebenserwartung zu optimistisch beurteilt, resultieren daraus hohe Kosten. Unter dieser Annahme würden unnötig hohe Beiträge an Pensionskasse und AHV fällig, und auch die Prämien für Lebensversicherungspolicen wären aus dieser versicherungstechnischen Sicht überzogen.















