Die Hochschule Luzern hat wiederum eine Umfrage zu den SGE gestartet. Sie bildet Teil der wissenschaftlichen Studie «Gemeinschafts- und Sammeleinrichtungen der Schweiz 2025» des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern über ausgewählte aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Vorsorge.
Umfrage
Gen Z: Wenig Bezug zur Arbeit, Angst vor Altersarmut
Anteil der Gen Z und Millennials, die sich um ihre finanzielle Sicherheit im Pensionierungsalter sorgen.
Über die Hälfte der jungen Menschen in der Schweiz macht sich Sorgen um ihre aktuelle finanzielle Lage. Und auch die finanzielle Absicherung im Alter bereitet vielen Kopfzerbrechen. In der Liste der grössten Sorgen stehen die Lebenshaltungskosten bei der Generation Z und den Millennials in der Schweiz auf dem ersten Platz. Über die Hälfte der Befragten kann weder unerwartete Kosten decken noch Ersparnisse ansammeln. Deloitte hält zu den Ergebnissen fest:
MoreMiete, Krankenkasse und Nahrungsmittel: Die monatlichen Lebenshaltungskosten bereiten der Generation Z (1995–2004) und den Millennials (1983–1994) in der Schweiz Sorge: 30 Prozent der Generation Z und 33 Prozent der Millennials gaben an, die Lebenshaltungskosten seien ihre grösste Sorge – noch vor Klimawandel, Gesundheit oder Kriminalität.
Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, für die 23’482 Personen aus 44 Ländern, darunter 412 aus der Schweiz, befragt wurden.
Über ein Drittel der Befragten (Gen Z: 37%; Millennials: 35%) hat Mühe, die monatlichen Ausgaben zu decken und alle Rechnungen zu bezahlen. Über die Hälfte der Befragten (Gen Z: 51%; Millennials: 52%) lebt von Lohnzahlung zu Lohnzahlung, also von der Hand in den Mund, da sämtliche Einnahmen sofort wieder für aktuelle tägliche Bedürfnisse ausgegeben werden.
Sie verfügen somit über keinen finanziellen Rückhalt, um am Ende des Monats Ersparnisse anzusammeln oder unerwartete Kosten zu decken.
Werden die Schweizer Resultate mit jenen der global Studie verglichen, zeigt sich, dass die Resultate faktisch identisch sind. Dies ist überraschend, gehört doch die Schweiz bezüglich Wohlstands- und Lohnniveau weltweit zu den Spitzenreiterinnen.
Sorgen, Hoffnung und Illusionen in der Altersvorsorge
Die eigene Altersvorsorge erhält von der Bevölkerung oft erst dann die volle Beachtung, wenn es zu spät ist: Fast die Hälfte der Pensionierten (47 Prozent) bereut rückblickend Entscheidungen bei ihrer Vorsorgeplanung, fast ein Drittel (30 Prozent) bedauert fehlende Einzahlungen in die 3. Säule. Dies ergibt die fünfte «Fairplay»-Umfrage, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag von Zurich Schweiz und den Vita Sammelstiftungen in der Schweizer Bevölkerung durchgeführt hat. Dazu heisst es weiter:
Die Studie beleuchtet neben der Vorsorge auch die finanzielle Stimmungslage: Die Schweiz ist ein Land mit weit verbreiteter finanzieller Grundsicherheit – aber nicht frei von Geldsorgen. Bereits mit 20’000 Schweizer Franken Erspartem fühlen sich Schweizer Durchschnittsverdienende finanziell abgesichert – das entspricht ungefähr vier Monatslöhnen.
Für unter 35-Jährige reichen Ersparnisse von 11’000 Schweizer Franken als subjektives Sicherheitspolster aus. Insgesamt nimmt ein Grossteil der Menschen in der Schweiz (77 Prozent) sich grundsätzlich als finanziell abgesichert wahr.
Dennoch: Insbesondere jüngere Menschen unter 36 Jahren sind in der Schweiz von finanzieller Unsicherheit betroffen. Mehr als die Hälfte von ihnen hatte im letzten Jahr Geldsorgen. Drei Viertel denken mindestens einmal pro Woche über ihre Finanzlage nach. In der Gesamtbevölkerung klagte etwa ein Drittel im letzten Jahr über finanzielle Probleme, bei den über 65-Jährigen waren es 11 Prozent.
Obwohl die Altersvorsorge ein zentraler Pfeiler der eigenen finanziellen Sicherheit ist, erhält sie von der Bevölkerung oft erst die volle Beachtung, wenn es zu spät ist: Fast die Hälfte der Pensionierten (47 Prozent) gibt an, frühere Unterlassungen in der eigenen Vorsorgeplanung zu bereuen.
Besonders oft nennen die Befragten unterlassene Einzahlungen in die Säule 3a, gefolgt von nicht getätigten freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse. Für die private Vorsorge fehlt oft die Sensibilisierung. Rund ein Fünftel der Erwerbsbevölkerung gibt an, sich gar nicht mit dem Thema der privaten Vorsorge zu beschäftigen.
Gefolgt von der Absicherung des Lebensstandards im Alter sind Steuervorteile das wichtigste Motiv, um sich mit der privaten Vorsorge zu beschäftigen. 44 Prozent nennen sie als Anreiz. Dies zeigt die Bedeutung der Steuerabzüge für eine frühzeitige Vorsorgeplanung.
Technischer Zins: Der Wind dreht schon wieder
Die Zürcher Kantonalbank hat die Ergebnisse der Swisscanto Pensionskassenstudie 2025 präsentiert. Teilgenommen haben 507 Pensionskassen mit einem Vermögen von 856 Mrd. Franken und 3,3 Mio. Aktivversicherten. Zu den ermittelten Daten wird ausgeführt:
MoreDas Leistungsniveau ist inzwischen seit Jahren stabil, die Altersvorsorge ist grundsolide aufgestellt. Das zeigt die jüngste Entwicklung der Ersatzquote. 2024 legte der Wert, der die Leistungen der Altersvorsorge bei einem Lohn von 80’000 Franken misst, erstmals seit drei Jahren wieder zu, nachdem er zuvor bis auf 69 Prozent eingebrochen war.
Der erneute Anstieg von 70 auf 71 Prozent ist allein der höheren Leistung der beruflichen Vorsorge zu verdanken, da die AHV-Renten letztes Jahr nicht erhöht wurden.
Ende 2024 erreichte der durchschnittliche Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen 117 Prozent und war damit auf dem zweithöchsten Stand seit 2021. Die öffentlich-rechtlichen Kassen haben ihre Reserven noch etwas stärker ausgebaut und erreichten im ersten Quartal 2025 gar neue Höchstwerte.
Damit haben die Pensionskassen das Niveau von vor Ausbruch des Ukrainekriegs fast wieder erreicht. 2022 waren die Deckungsgrade stark eingebrochen, doch mittlerweile haben die Kassen ihre Wertschwankungsreserven wieder aufgefüllt. Mehr als zwei Drittel der Vorsorgewerke hatte diese Ende 2024 zu mindestens 75 Prozent geäufnet und wäre damit bereit für Leistungsverbesserungen. Im Vorjahr war dies erst bei knapp der Hälfte der Fall.
OAK-Bericht 2024 zur finanziellen Lage der VE
Die OAK BV fasst in ihrem jährlich erstellten Bericht zur finanziellen Lage der Vorsorgeeinrichtungen die in ihrer Umfrage erfassten Daten und Ergebnisse detailliert zusammen – eine weitere Bestätigung der in anderen Erhebungen ermittelten Informationen. Der wichtigste Unterschied liegt in der fast vollständigen Erfassung aller Kassen, die 97% des Totals erreicht.
Ein spezielles Kapitel ist dem Thema «Stresstest» gewidmet. Die OAK schreibt dazu:
Für die Systemaufsicht der beruflichen Vorsorge ist nicht nur wichtig zu wissen, wie sich die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen aktuell darstellt, sondern auch, wie sich diese in einem negativen Finanzmarktumfeld verändern kann. Im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktthemas untersucht die OAK BV diese Fragestellung und versucht dadurch fünf zentrale Fragen zu beantworten:
– Wie stark sinken die Deckungsgrade der Vorsorgeeinrichtungen, sollte es zu einer gravierenden Marktkorrektur kommen?
– Was wäre der Einfluss von potenziellen mehrjährigen Sanierungsmassnahmen auf die Deckungsgrade nach einer solchen Marktkorrektur?
– Stellen die Vorsorgeeinrichtungen, die auch nach hypothetischen Sanierungsmassnahmen in Unterdeckung bleiben würden, ein materielles Risiko für das Vorsorgesystem dar?
– Welche Faktoren tragen dazu bei, dass sich die Vorsorgeeinrichtungen bei einer Marktkorrektur finanziell unterschiedlich entwickeln?
– Welche Möglichkeiten zur Stärkung der finanziellen Robustheit bestehen gegebenenfalls?
Die Ergebnisse sind allerdings wenig überraschend, und die Schlussfolgerungen und Anregungen an die PKs kommen über Bekanntes nicht hinaus. Die hohen DGs Ende 2024 boten möglicherweise auch nicht die optimale Ausgangslage für die Untersuchung. Zusammenfassend wird festgehalten:
Insgesamt zeigt die Analyse, dass das Schweizer Vorsorgesystem per Ende des Jahres 2024 gut aufgestellt ist, um auch in herausfordernden Zeiten seine Verpflichtungen zu erfüllen. Die identifizierten einrichtungsspezifischen Verbesserungspotenziale bieten die Chance, die Robustheit des Systems weiter zu stärken und für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.
Höchste Verzinsung seit 20 Jahren
Complementa schreibt zu den Ergebnissen ihrer PK-Studie 2025:
Positive Renditen im Jahr 2024
Die Schweizer Pensionskassen können sich im Jahr 2024 über eine durchschnittliche Rendite von 7.5 % freuen. Diese ist mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der letzten zwei Jahrzehnte 3.7 %% pro Jahr).
Potenter dritter Beitragszahler
Im Jahr 2024 entspricht der Anlageertrag (dritter Beitragszahler) 85 Milliarden Franken (2. Säule-Vermögen von CHF 1129 Mrd., BFS-Pensionskassenstatistik 2023). Dies ist mehr als die kumulierten Beiträge der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden von rund CHF 64 Mrd. aus dem Vorjahr (BFS-Pensionskassenstatistik 2023).
Selbst mit der Durchschnittsrendite von 3,7 % generieren Vorsorgeeinrichtungen zusätzlich zu den regulären Beiträgen der Arbeitgebenden und -nehmenden jährlich bereits rund 42 Milliarden Franken. Dies unterstreicht die Leistungsfähigkeit des Kapitaldeckungsverfahrens der 2. Säule.
Zum Vergleich: Die Gesamteinnahmen der 1. Säule lagen 2023 bei rund 53 Mrd. CHF (BSV AHV-Statistik 2023), welche primär durch Lohnbeiträge und Zuschüsse finanziert werden müssen.
MoreWEF die letzte Hoffnung für Wohneigentum
Raiffeisen hat eine Umfrage zu Stand und Entwicklung der Bedeutung der WEF zum Erwerb von Wohneigentum gemacht. Die wichtigsten Erkenntnisse: Mehr als die Hälfte derjenigen, die Vorsorgegelder vorbezogen haben, hätten ihr Eigenheim nicht ohne Vorbezug finanzieren können; Nur ein Viertel der Personen, die Pensionskassengelder vorbezogen haben, verfügen über einen konkreten Plan diese ganz oder teilweise zurückzuzahlen; Knapp ein Drittel der Personen, die sich Wohneigentum wünschen, möchten aus Angst vor Vorsorgelücken keine Gelder aus der 2. oder 3. Säule vorbeziehen. Im Einzelnen wird dazu ausgeführt:
More45 Prozent der Befragten konnten sich den Eigenheimtraum bereits erfüllen. Mehr als zwei Drittel davon (68%) waren dafür neben den eigenen Ersparnissen auf weitere Finanzierungsquellen angewiesen.
Eine wichtige Rolle spielt der Vorbezug von Geldern aus der 2. und 3. Säule, die sogenannte Wohneigentumsförderung. Vorsorgegelder werden immer häufiger für den Erwerb von Wohneigentum eingesetzt, wie das Beispiel der Säule 3a zeigt. Von den Wohneigentümern, die ihr Eigenheim vor dem Jahr 2000 gekauft haben, nutzten lediglich sieben Prozent Gelder aus der Säule 3a für die Finanzierung ihres Eigenheims.
UBS Sorgenbarometer: Wo der Schuh drückt
UBS. In der diesjährigen Umfrage, die von Mitte August bis Mitte September unter 2250 Stimmberechtigten durchgeführt wurde, wurde zunächst die Sorgenwahrnehmung anhand verschiedener Bereiche abgefragt.
Die 20 grössten Sorgenbereiche sind demnach materialistischer geprägt als früher. Die Sorge vor finanzieller Unsicherheit und erhöhten Lebenskosten spiegelt sich in rund einem Drittel der Top 10 wider. Dazu zählt auch die klare Nummer eins: Mit Abstand die grössten Sorgen machen sich die Schweizer Stimmberechtigten im Jahr 2024 rund um das Thema Gesundheitsfragen, Krankenkassen und Prämien (48%).
Auf Platz zwei folgt die Sorge um die Umwelt (32%), die im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2023 jedoch abnimmt. Knapp dahinter, auf Platz drei, liegt die Sorge rund um das Thema AHV und Altersvorsorge (29%).
Zu den Themenkomplexen, die dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr signifikant an Bedeutung gewonnen haben, gehören neben den Themen Gesundheit, Migration und Wohnkosten auch das Thema Sicherheit und Kriminalität (15%, von 20. Rang im Vorjahr nun auf Platz zehn).
OAK: Deckungsgrade nach dem 3. Quartal 2024
Im dritten Quartal 2024 hat sich die finanzielle Lage der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen weiter positiv entwickelt. Dies zeigen die Hochrechnungen der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV).
Im Gesamtjahr erzielten die Vorsorgeeinrichtungen eine Performance von durchschnittlich + 8,5 %. Der durchschnittliche kapitalgewichtete Deckungsgrad liegt mit 118,5 % per Ende September 2024 deutlich über den 110,3 % per Ende 2023.
Die durchschnittliche Performance – mit Berücksichtigung von Fremdwährungseffekten – der Vorsorgeeinrichtungen seit Jahresbeginn beträgt gemäss den Hochrechnungen der OAK BV + 8,5 %.
Die Anlagekategorien Infrastrukturanlagen (+ 18,9 %) und Aktien (+ 14,4 %) entwickelten sich mit einem Zuwachs von mehr als 10 Prozent besonders positiv, gefolgt von den Kategorien alternative Anlagen (+ 7,8 %), Immobilien (+ 6,7 %) und Obligationen (+ 3,3 %).
Zunehmende Regulierung bremst Immobilien-Anlagen
Gute Nachrichten aus der Schweizer Immobilienwirtschaft: Grundsätzlich ist ein signifikanter Teil der Investoren bereit, kurzfristig auf Rendite zu verzichten, um Investitionen in die Nachhaltigkeit zu tätigen. Gleichzeitig aber macht der Immobilienbranche die zunehmende Regulierung durch Behörden zu schaffen.
Als Folge werden Sanierungen und Wohnungsneubauten künftig vermehrt in der Agglomeration anstelle der Stadt getätigt. Dies zeigt eine neue Studie der Hochschule Luzern. An der Umfrage teilgenommen haben 208 Pensionskassen (PK), Versicherungen, Anlagestiftungen (AST) und Fonds. Im Bericht zu den Ergebnissen heisst es:
MoreRegulierungen in Form von Gesetzen, Verordnungen und Entscheidungen der Behörden werden für institutionelle Anleger immer herausfordernder. Als besonders einschränkend werden die Komplexität und Dauer der Prozesse bei Behörden empfunden. Dies erwähnen 92 Prozent aller Befragten mit grossem Nachdruck.
60 Prozent des Vermögens liegt in der PK
Das VZ VermögensZentrum hat in einer neuen Studie analysiert, wie sich das Vermögen von rund 2200 mittelständischen Haushalten in der Schweiz zusammensetzt. Das sind in der Regel Paargemeinschaften im Alter von 60 bis 68 Jahren mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von rund 100’000 bis 214’000 Franken.
Diese geburtenstarken Jahrgänge werden auch als Babyboomer bezeichnet. Mit wie viel Vermögen gehen sie heute in Pension? Der Median liegt gemäss Studie bei rund 1,6 Mio. Franken, davon 600’000 Franken in der Pensionskasse.
Viele Babyboomer-Haushalte schätzen ihr Vermögen bei der Pensionierung nicht so hoch ein. Denn sie unterschätzen oft, wie sich ihr Vermögen zusammensetzt:
• Die grosse Mehrheit der untersuchten Haushalte besitzt ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung. Wohneigentum ist in der Regel der grösste Vermögensposten.
MoreVorsorgebarometer 2024: Bewusstsein für Altersvorsorge steigt
Die Schweizer Bevölkerung befasst sich stärker mit der Altersvorsorge: Sie engagiert sich mehr, weiss mehr darüber und hat mehr Vertrauen ins Vorsorgesystem. Die drei wichtigsten Erkenntnisse des Raiffeisen Vorsorgebarometers 2024.
More58 Prozent der 18- bis 65-Jährigen sehen Steuervorteile als wichtigen Grund, um in die Säule 3a einzuzahlen. Das ist ein neuer Rekordwert: Vor zwei Jahren waren es lediglich 22 Prozent . Steuerersparnisse sind heute nach der Sicherung des Lebensstandards im Alter der zweitwichtigste Grund, sich mit der privaten Altersvorsorge auseinanderzusetzen.
Junge Erwachsene engagieren sich deutlich stärker für die Altersvorsorge als im letzten Jahr: 61 Prozent der 18- bis 30-Jährigen haben eine Säule 3a – im Vorjahr waren es erst 54 Prozent. Das zeigt: Die Jungen übernehmen Verantwortung für ihre Zukunft (s.Grafik).
Frauen noch stärker gegen Reform
Eine Nachbefragung des Tages-Anzeigers zur BVG-Abstimmung hat einige aufschlussreiche Resultate ergeben. Besonders bemerkenswert: die Frauen waren noch stärker gegen die Reform als die Männer.
Im Abstimmungskampf hatte der Arbeitgeberverband versprochen: «Es gibt mehr Rente für tiefe Einkommen und für viele Frauen.» Doch die Botschaft kam beim Zielpublikum nicht wirklich an – trotz der gut drei Millionen Franken, welche die Befürworter in den Abstimmungskampf stecken konnten.
Sowohl die Frauen als auch die Schlechtverdienenden hörten eher auf die Gewerkschaften. Und die warnten vor: «Mehr bezahlen – weniger Rente». Nun zeigt sich, dass die Reform bei den Frauen noch deutlicher durchfiel als bei den Männern.
Interessant ist auch ein Blick auf die Einkommensklassen: Unter jenen, die monatlich weniger als 10’000 Franken verdienen, haben nur 30 Prozent ein Ja eingelegt.
Gemäss unserer Nachbefragung fürchteten die Schlechtverdiener vor allem die höheren Lohnabzüge – noch mehr als die Rentenreduktion aufgrund des sinkenden Umwandlungssatzes. Besser kam die Reform bei den Grossverdienern mit einem Monatslohn von über 16’000 Franken an. Unter ihnen stimmten immerhin 47 Prozent dafür.
Besonders gross war dagegen die Ablehnung bei den 50- bis 64-Jährigen – also bei jenen, die in nächster Zeit pensioniert werden. Unter ihnen votierten über 70 Prozent dagegen. Die Jüngeren hingegen waren der Reform wohlgesinnter, wobei es auch dort nicht für eine Ja-Mehrheit reichte.
Solidarität in der Altersvorsorge
Die Hochschule Luzern (HSLU) hat der Schweizer Bevölkerung beim Thema Altersvorsage erneut auf den Zahn gefühlt. Der Fokus des diesjährigen «VorsorgeDIALOG» wurde dabei auf das Thema Solidarität gelegt.
Solidarität findet auch in der beruflichen Vorsorge Zustimmung – besonders bei jenen, die sich dabei Vorteile erhoffen. In der Zusammenfassung heisst es dazu:
MoreIn der 2. Säule ist die Solidarität nicht in allen sozioökonomischen Gruppen gleich stark ausgeprägt: 42 Prozent der Befragten finden eine Umverteilung in der 2. Säule als gerechtfertigt.
Eine knappe Mehrheit spricht sich dagegen aus. «Unsere statistischen Modelle zeigen, dass diejenigen Personen, welche eine solche Umverteilung befürworten, mit höherer Wahrscheinlichkeit finanziell schlechter gestellt sind», sagt die Studienleiterin.
Oder in anderen Worten: Die Solidarität bei Personen mit höherem Einkommen gegenüber Personen mit tieferem Einkommen ist in der 2. Säule weniger stark ausgeprägt.
3. Umfrage zur BVG-Reform: Überforderte Stimmbürger
Der Blick berichtet über eine weitere Umfrage zur BVG-Reform. Ruedi Studer schreibt:
Die Verunsicherung ist gross, das zeigt nun eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstitut MIS Trend in Partnerschaft mit der Zeitung «Le Temps» und des Versicherungskonzerns Groupe Mutuel.
Nur ein Fünftel der Befragten fühlt sich genügend über die Vorlage informiert. Die Folge: Rund die Hälfte weiss derzeit nicht, wie sie bei der Pensionskassen-Reform stimmen soll – bei den Frauen sind es sogar drei Fünftel.
Von jenen aber, die sich eine Meinung gebildet haben, lehnen 59 Prozent die Vorlage ab, 41 Prozent stimmen ihr zu. Die Ablehnung ist im linken wie auch im rechten Spektrum grösser als in der Mitte. Gut die Hälfte glaubt nicht, dass die Frauen von der Reform profitieren – ein Drittel findet, nur ungenügend.
Die Befragten lehnen eine Senkung des Umwandlungssatzes mehrheitlich ab, ebenso eine Erhöhung des Rentenalters. Eine knappe Mehrheit befürwortet dafür einheitliche Beitragssätze, sodass Jüngere und Ältere gleich hohe Lohnbeiträge zahlen müssten.










