nzzJetzt trifft es die Hochqualifizierten: Die Buchhalter, Designer und Informatiker zittern vor der künstlichen Intelligenz, schreibt Albert Steck in der NZZ. Aeltere Semester mögen sich erinnern: so ähnlich hat es auch bei der Einführung der Computer getönt. Interessanter sind die Ueberlegungen zu politischen Folgen, auch und besonders im Bereich Soziale Sicherheit.

Der Vormarsch der KI stellt nicht nur die Bildung vor eine Herausforderung. Stefan Wolter, Professor für Bildungsökonomie der Universität Bern, erwartet ebenso einen zunehmenden Druck auf die Sozialpolitik. «Die hohe Zahlungsbereitschaft, welche die Menschen für einen sicheren Arbeitsplatz aufbringen, dürfte sich auch in ihren politischen Präferenzen niederschlagen: Anliegen wie höhere Mindestlöhne, ein ausgebauter Kündigungsschutz oder die Einführung von Importzöllen könnten an Popularität gewinnen.» Das deutliche Ja der Stimmbürger zur 13. AHV-Rente passt ebenfalls in dieses Muster.

Bei früheren Automatisierungswellen sei die Schweiz glimpflich davongekommen, betont Wolter. «Weil unsere Wirtschaft nicht in der Massenproduktion, sondern vor allem bei qualitativ hochstehenden Gütern stark ist, war sie nur wenig von den Rationalisierungen betroffen.» Doch mit der künstlichen Intelligenz werden die Karten neu gemischt. Selbst ein Akademiker mit besten Qualifikationen muss womöglich wieder von vorn anfangen – wenn er das Pech hat, den «falschen» Beruf erlernt zu haben.

  NZZ