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CHSS berichtet über die Erkenntnisse der Studie «Effets d’une longue période de faibles taux d’intérêt sur la prévoyance professionnelle» und stellt dazu fest:

Ein wichtiger Teil der Finanzperformance der vergangenen Jahre ist auf ausserordentliche Kapitalerträge aufgrund der tiefen Zinsen zurückzuführen, die wiederum ein Ergebnis der äusserst vorteilhaften Geldpolitik sind. Ein Ende dieser Geldpolitik und ein Zinsanstieg hätten tiefere Bewertungen zur Folge und würden die erwartete künftige Performance deutlich senken.

In Bezug auf die Vorsorgeleistungen konnten die Vorsorgeeinrichtungen die Versicherten seit 1985 von Zinsgutschriften profitieren lassen, die im Durchschnitt über dem gesetzlichen BVG-Mindestzinssatz lagen. Zudem waren die Zinsgutschriften auch höher als die nominale Lohnerhöhung (zwischen 1985 und 2020: durchschnittlich 1,5 Prozentpunkte darüber). Damit lagen die Leistungen dank Kapitaldeckungsverfahren und drittem Beitragszahler über dem Niveau zum Erhalt der Kaufkraft der Versicherten und über der goldenen Regel, wonach Zinsgutschriften auf Altersguthaben der nominalen Lohnerhöhung entsprechen sollen.

Da die tatsächlichen Leistungen über der goldenen Regel liegen, wird das vom Gesetzgeber vorgesehene Rentenziel von 34 % des koordinierten Lohns somit übertroffen. In der Praxis wird dieses Rentenziel nicht in jedem Einzelfall erreicht, was hauptsächlich an systemfremden Faktoren liegt. Mögliche Faktoren sind ein Kapitalbezug während der Erwerbslaufbahn oder eine unvollständige Beitragsdauer bei Pensionierung aufgrund der Arbeitsmarktsituation oder der familiären Situation.

Des Weiteren zeigt die Studie, dass die verschiedenen Kategorien von Vorsorgeeinrichtungen sehr ähnliche Entwicklungen aufweisen, wobei bei den Sammelstiftungen ein signifikanter Unterschied festzustellen ist. Ihre Wertschwankungsreserven liegen im Vergleich zum festgelegten Ziel insgesamt tiefer als bei den anderen Stiftungen. Durch die deutliche Zunahme ihrer Verpflichtungen, die auf die erhebliche Anzahl an Neuversicherten zurückzuführen ist, haben sich ihre Reserven und ihr Deckungsgrad verringert.

  Bericht CHSS /   Studie