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Complementa schreibt zur Ausgabe 2021 ihres Risiko Check-ups:

Obwohl die Corona-Pandemie seit mehr als einem Jahr Gesellschaft und Wirtschaft in Atem hält, konnten die Pensionskassen das vergangene Jahr positiv abschliessen. Dies zeigen die finalen Ergebnisse der von Complementa jährlich durchgeführten Risiko Check-up-Studie. Auch das Jahr 2021 verläuft bisher erfreulich.

Die Kapitalanlagen der Pensionskassen verbuchten bis Ende August eine Rendite von 7.1%. Dadurch stieg der durchschnittliche Deckungsgrad von 110.2% auf 116.3% und liegt damit so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Vorsorgekapital der Arbeitnehmenden wurde 2020 mit durchschnittlich 1.8% verzinst. Dieser Wert liegt deutlich über der BVG-Mindestverzinsung von 1.0%. Ein neuerlicher Tiefstwert wird hingegen beim Umwandlungssatz gemessen. Der durchschnittlich angewendete Satz liegt mit 5.50% nochmals um fast ein Zehntel Prozentpunkt tiefer als im Vorjahr.

Für die kommenden Jahre planen die Pensionskassen wegen des tiefen Zinsniveaus sowie der steigenden Lebenserwartung weitere Senkungen des Umwandlungssatzes. Das diesjährige Sonderthema «Das Schweizer Altersvorsorge-System – ein Blick über die Grenze» zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ausgewählten europäischen Vorsorgesystemen auf.

Dabei orten die hiesigen Pensionskassenverantwortlichen vor allem in zwei Bereichen Änderungsbedarf für die Schweiz, nämlich bei der engeren Koppelung zwischen Lebenserwartung und dem Einstieg ins Rentenalter sowie bei der Vereinheitlichung des Rentenalters für Frauen und Männer. (…)

Pensionskassenvertreter fordern in unserer Umfrage erneut die Entpolitisierung der Vorsorge. Einzelne Exponenten kommentieren das Aufschieben von Anpassungen wie beispielsweise des Mindestumwandlungssatzes oder des Rentenalters als «Tatbestand extremer Nicht-Nachhaltigkeit» oder gar als schändlich, da politischen Zankereien mitursächlich für den Reformstau seien.

Begrüssen würden die Pensionskassenvertreter eine Senkung – oder gar Aufhebung – des Koordinationsabzugs sowie ein früher einsetzender Sparprozess, z. B. ab dem 20. Altersjahr.

Drei von vier der Befragten stimmen zu, dass die Umverteilung für jede Vorsorgeeinrichtung, sowohl gemessen als auch ausgewiesen werden sollte und erhoffen sich dadurch Transparenz und eine Förderung des Bewusstseins in der Politik und bei den Wählern.

68% wünschen sich die Abschaffung von Eigenmietwert und Abzugsfähigkeit von Hypothekarzinsen, um Wohneigentümer verstärkt zur Tilgung von Hypotheken zu motivieren. Die dadurch ausgelösten potenziellen Mittelabflüsse aus der 2. Säule könnten theoretisch die Finanzierungsrisiken insgesamt senken.

  Complementa Risiko-Check-up