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An der «Schweizer Pensionskassenstudie 2021», der 21. Ausgabe in dieser Reihe, nahmen 514 Vorsorgeeinrichtungen teil. Das erfasste Vermögen der Teilnehmer beläuft sich auf 777 Milliarden Franken. Das entspricht 80 Prozent der von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen verwalteten Vermögen. Gesamthaft sind damit 3,8 Millionen Versicherte repräsentiert, davon 2,9 Millionen aktiv Versicherte und 0,9 Millionen Rentenbezüger. Als wichtigste Ergebnisse werden gemeldet:

  • 25% der befragten Pensionskassen haben bereits ESG-Kriterien in ihrem Anlagereglement eingeführt, während es 2015 nur 8% waren. Weitere 9% der Kassen werden dies im Verlauf der nächsten drei Jahren einführen. Und schliesslich wird bei einem Viertel ein solcher Passus diskutiert, ohne dass schon über eine Einführung entschieden wurde. Grosse Pensionskassen ( mehr als CHF 500 Mio. verwaltete Vermögen) haben einen Vorsprung: Bereits 44% haben ESG-Kriterien eingeführt, während es bei kleinen Kassen lediglich 14% sind.
  • Ausgerechnet bei Klimamassnahmen und CO2-Reduktionszielen haben aber alle Vorsorgeeinrichtungen Nachholbedarf: So setzen im Schnitt nur 17% auf die Messung von CO2 in ihrem Portfolio (Grosse: 32%; Kleine: 7%). Weitere 6% überlegen sich eine Messung einzuführen. Schlecht sieht es bei konkreten Reduktionszielen aus: Lediglich 4% der Kassen haben bereits ein solches Ziel eingeführt (Grosse: 8%; Kleine: 1%) und nur 11% denken darüber nach (Grosse: 17%; Kleine: 6%).
  • Die Pandemie hat 2020 zunächst Spuren hinterlassen, aber die rasche Erholung nach dem Börsen-Taucher im Frühjahr hat doch noch für eine solide Anlageperformance gesorgt: Die durchschnittliche Rendite liegt bei 3,97% (2019: 10,85%). Es zeigen sich aber enorme Unterschiede zwischen der besten Kasse mit 12,30% und der schlechtesten mit –6,50%. Je grösser die Kassen, desto besser schneiden sie ab: Jene mit einer Grösse über CHF 500 Mio. erzielen mit 4,02% eine höhere Rendite als kleine Kassen mit 3,90%. Dies zeigt sich auch langfristig: Über die letzten zehn Jahre performten Grosse mit durchschnittlich 4,57% pro Jahr besser als Kleine mit 4,27%.
  • Wertschwankungsreserven dank guter Performance erhöht. Insgesamt gesehen sind Schweizer Pensionskassen so gesund wie lange nicht mehr. Dank den guten Renditen können sie ihre finanzielle Stabilität verbessern und die Reserven erhöhen. So ist der Deckungsgrad der Kassen auf den höchsten Stand der letzten zehn Jahre gestiegen. Dank der guten Performance stehen den Kassen mehr Mittel zur Verfügung, die viele dazu nutzen, um ihre Wertschwankungsreserven zu erhöhen. So haben bereits 69% aller Kassen ihre Ziel-Wertschwankungsreserven zu mindestens drei Viertel geäufnet (gegenüber 63% im Vorjahr).
  • Es fällt auf, dass knapp zwei Drittel der öffentlich-rechtlichen Kassen das in der politischen Debatte diskutierte Rentenalter 65 für Frauen in ihren Reglementen bereits vorweggenommen haben – bei den privatrechtlichen ist es hingegen nur ein Drittel.
  • Die solide Anlageperformance erlaubt den Pensionskassen 2020 im Durchschnitt eine Verzinsung der Guthaben der Aktivversicherten von 2,03% (2019: 2,64%). Innerhalb der Kassen zeigt sich dabei eine beträchtliche Bandbreite: Während die Einrichtungen privater Arbeitgeber im Durchschnitt 2,17% anrechnen, liegt der Satz bei den Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen öffentlicher Arbeitgeber nur bei 1,48%. Vorsorgeeinrichtungen mit voll geäufneten Wertschwankungsreserven können eine höhere Verzinsung gewähren (2,29%) als solche, die weiter Reserven bilden müssen (1,84%).
  •   Swisscanto / PK-Studie