Auf Bitte der zuständigen Parlamentskommissionen hat der Bundesrat reagiert. Die Auffangeinrichtung soll Freizügigkeitsguthaben von maximal zehn Milliarden Franken bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung zinslos und unentgeltlich anlegen können, sofern ihr Deckungsgrad die Schwelle von 105 Prozent unterschreitet. Das wird wohl bald der Fall sein. Seit Ende 2019 ist der Deckungsgrad bereits von 108,7 auf 105,9 Prozent gesunken.

Die Auffangeinrichtung muss sämtliche Freizügigkeitsgelder von Versicherten annehmen, darf sie aber nicht mit Negativzinsen belasten. Gleichzeitig gibt es keine Möglichkeit mehr, das Geld zinsfrei und risikolos anzulegen. Dasselbe Dilemma betrifft die Banken, weshalb sie sich aus den reinen Sparlösungen in diesem Bereich zunehmend zurückziehen. Direkte Folge: Während die Summe dieser Gelder bei den Banken stagniert, ist sie bei der Auffangeinrichtung stark gestiegen (um 52 Prozent von 2015 bis 2019). Ende letzten Jahres betrug sie 12,7 Milliarden Franken.

Im Parlament war die Gesetzesrevision unbestritten. Nach dem Ständerat hat am Dienstag auch der Nationalrat einstimmig grünes Licht gegeben. Die Räte dürften sich jedoch bald wieder mit dem Thema beschäftigen. Das neue Recht ist dringlich und soll nur für drei Jahre gelten. In dieser Zeit will der Bundesrat eine langfristige Lösung erarbeiten.

  Bote / Ratsprotokoll / Anfrage Schläpfer / NZZ