Wer in Rente geht, verdient auf einen Schlag deutlich weniger. Die Tragbarkeit der Hypothek wird dann schnell eine hohe Hürde. Wer weiss, wie die Kreditgeber ticken, hat bessere Chancen, sie zu überspringen, schreibt Michael Schäfer in der NZZ:

Unabhängig vom tatsächlichen Zinsniveau veranschlagen die Hypothekargeber hier in der Regel Zinsen von 4,5 bis 5,5%. Zwar ist man von solchen Sätzen derzeit meilenweit entfernt, denn sogar zehnjährige Hypotheken erhält man vielerorts für weniger als 1%. Kreditnehmer sollen die Hypothek aber auch dann tragen können, wenn die Zinsen deutlich steigen, lautet die Überlegung hinter der Regel. Und diese Vorschrift gilt selbst dann, wenn es sich um eine Festhypothek mit einer längeren Laufzeit handelt und steigende Zinsen noch für etliche Jahre keine Folgen für den Kreditnehmer haben.

Nicht relevant sind für Kunden im dritten Lebensabschnitt dagegen Amortisationszahlungen, da die Hypothek bis zur Pensionierung auf zwei Drittel des Immobilienwerts zurückgeführt sein muss. Was den Unterhalt angeht, setzen die Kreditgeber dafür in der Regel 1% des Immobilienwerts pro Jahr an. Was heisst das nun konkret?

Wer beispielsweise vor der Pensionierung ein Einfamilienhaus mit einem Wert von 1 Mio. Fr. kauft, kann dafür üblicherweise eine Hypothek bis zu 800 000 Fr. aufnehmen. Um kalkulatorische Zinsen von 4,5%, die nötige Amortisation und die Unterhaltskosten tragen zu können, die sich auf 56 000 Fr. jährlich summieren, muss ein Haushalt über ein Einkommen von 168 000 Fr. verfügen.

  NZZ