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Werner C. Hug glaubt nicht an die Alleinseligmachung der Altersvorsorge 2020. In seinem Kommentar in der Schweizer Personalvorsorge bleibt es aber nicht bei der Kritik an der Vorlage, er schlägt auch Massnahmen vor, um nach einem allfälligen Nein den Weg zu einer raschen Lösung der wichtigsten Fragen zu ebnen. Hug schreibt:

“Mir ist klar, weshalb einige Vertreter der Pensionskassen, die einen hohen Anteil an reinen BVG-Löhnen versichern, so rasch als möglich eine Senkung des Umwandlungssatzes wünschen. Aber es steht zu viel auf dem Spiel. Nur schon die komplizierte Lösung beim Koordinationsabzug, die doppelte Schattenrechnung und die 20-jährige Übergangsfrist sprechen gegen die Vorlage. Entscheidender: Die mit AV2020 entstehende Zweiklassengesellschaft unterhöhlt das 3-Säulen-Konzept.  Früher oder später werden die 70 Franken und die Erhöhung des Ehepaarplafonds über die Koordination auf alle anderen Sozialversicherungen überschwappen, was immense Kosten verursachen wird.  Das alles spricht für ein Nein am 24.  September. 

Für diesen Fall müssten allerdings die Grundlagen für die dazu notwendige Volksabstimmung zur Beibehaltung des MwSt-Satzes von 8 Prozent geschaffen werden. Das Parlament sollte deshalb schon jetzt einen entsprechenden vorbehaltenen Beschluss fassen, damit 0.3 Prozent ab 2018 an die AHV fliessen. So kommt diese finanziell kurzfristig über die Runden, und die unbestrittenen Teile in AHV und BVG können rasch in zwei abgespeckte Vorlagen gepackt werden.  Dann kann auch schnell der Umwandlungssatz auf 6 Prozent abgesenkt werden. Zur Sicherung des 3-Säulen-Systems gilt es nun mutig vor den Souverän zu treten und klaren Wein einzuschenken.”

  Kommentar Hug