Fabian Schäfer schreibt in der Berner Zeitung über den schiefen Vergleich der Löhne der Bundesbeamten mit Top-Unternehmen der Wirtschaft während der Budget-Debatte, den insbesondere Ueli Noser aufgebracht hat.

Noser argwöhnt, die Experten im Personalamt würden trickreich verschleiern, wie grosszügig die Anstellungsbedingungen im Vergleich zum Grossteil der Privatwirtschaft seien. «Da wird reine Beschönigung betrieben, damit das Parlament beim Personal nicht genau hinschaut.»

Noser sagt, er habe die Zahlen selber beim Bundesamt für Statistik ­recherchiert: Seit 2005 seien die Löhne beim Bund um 18 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als in der Gesamtwirtschaft (plus 12 Prozent). Das Personalamt hält indes explizit an seinen Zahlen fest.

Ständerat Noser wiederum begründet seine Skepsis vor allem mit der letzten Lohnvergleichsstudie des Bundes von 2014. Sie ergab, dass der Bund abgesehen von den unteren Chargen weniger bezahlt als die Privatwirtschaft, zum Teil viel weniger. «Aber das verliert seine Aussagekraft, wenn man weiss, mit wem sich der Bund da völlig ­selektiv vergleicht», kritisiert Noser.

In der Tat besteht «die Privatwirtschaft» in der Studie aus nur acht Unternehmen – mitunter der Crème der Wirtschaft: UBS, ­Roche, Novartis, Nestlé, Coop, Mobiliar, Swiss Life und Zürcher Kantonalbank. Noser sagt es sarkastisch: «Es spricht für das Selbstbewusstsein der Bundesverwaltung, dass sie sich mit ­diesen erfolgreichen, wertschöpfungsintensiven Unternehmen vergleicht, die fast alle im internationalen Wettbewerb stehen.» Dabei habe der Bund nie die­selben Effizienzbemühungen unternommen wie diese Firmen, zum Beispiel bei der Reduktion der Bürofläche pro Mitarbeiter, betont Noser.

  BZ

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