towers watsonDie Pensionskassen reagieren zunehmend auf sinkende Anlagerenditen und steigende Lebenserwartung – mit Folgen für die Altersleistungen. Blieben diese in den letzten Jahren unverändert, sind sie im Durchschnitt nun erstmals gesunken. Dies offenbart die aktuelle Studie von Towers Watson zu den Vorsorgeplänen der im SLI zusammengefassten Unternehmen. Sie zeigt auch, dass sich die Situation je nach Pensionskasse und Firma sehr unterschiedlich darstellt.

Die im Vergleich zu den vorhergehenden SLI Benchmarking Studien tieferen Umwandlungssätze und technischen Zinssätze zeigen, dass die Pensionskassen der SLI -Unternehmen auf die sinkenden Anlagerenditen und die steigende Lebenserwartung der letzten Jahre reagieren. 2015 betrug der durchschnittliche Umwandlungssatz aller untersuchten Unternehmen 6.05% bei Pensionierung im Alter 65. Dies entspricht einer deutlichen Senkung, lag der Satz bei der letzten Studie 2013 doch mit 6.32% noch klar höher. Immer mehr Unternehmen nehmen in Kauf, dass der Umwandlungssatz von 6.8% für das obligatorische Altersguthaben und der Satz für das Überobligatorium weit voneinander abweichen. So liegt der reglementarisch vorgesehene, finale Umwandlungssatz bei 95% der Gesellschaften zum Teil markant unter 6.8%.

Auch bei den technischen Zinssätzen, mit denen als Diskontsatz die zukünftig zu erwartenden Rentenzahlungen in der Jahresrechnung bewertet werden, ist von einer Senkung auszugehen. Sie variieren zurzeit zwischen 2% und 3.75%; der Durchschnittswert liegt knapp unter 3%. Der seit dem 30. September 2015 gültige technische Referenzzinssatz hingegen wurde mit 2.75% festgelegt, so dass bei fast 60% der Kassen von Anpassungen auszugehen ist. Die Senkung des Referenzzinssatzes könnte eine Reduktion des Deckungsgrads bewirken, sofern nicht die erwirtschafteten Renditen auf dem Vermögen Gegensteuer geben.

Zeigten sich die Altersleistungen bei den Untersuchungen zwischen 2011 und 2013 trotz sinkender Umwandlungsätze relativ stabil, setzt sich dieser Trend nicht fort. 2015 haben sich die durchschnittlichen Leistungen erstmals verschlechtert und liegen auf einem um rund 3 Prozent tieferen Niveau. “Wir gehen davon aus, dass ein Umdenken stattfindet. Tiefere Leistungen aufgrund einer Senkung der Umwandlungssätze werden in Kauf genommen und nicht mehr zwangsläufig mittels höherer Beiträge kompensiert”, kommentiert Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Towers Watson, diese Entwicklung.

Mit dem Ziel, die Vorsorgepläne und die daraus resultierenden Leistungen zu vergleichen, führt Towers Watson regelmässig die SLI Benchmarking Studie durch. Sie analysiert die Hauptmerkmale der schweizerischen Vorsorgepläne der im Swiss Leader Index (SLI) zusammengefassten Unternehmen und vergleicht die effektive Höhe der Leistungen. 2015 haben 27 der 30 im Index zusammengefassten Unternehmen teilgenommen.