Unter dem Titel “Immobilien in Deutschland sichern Schweizer Renten” schreibt “Die Welt” über Immobilien-Anlagen von Schweizer Pensionskassen in Deutschland. Die Zeitung schreibt: “Es geht um die Altersvorsorge einer ganzen Nation: Schweizer Pensionskassen haben immer größere Probleme, mit Anlagen im eigenen Land ausreichende Renditen für ihre Versicherten zu erzielen. Deshalb beginnen die Vorsorgeeinrichtungen, nun auch in den deutschen Immobilienmarkt zu investieren.

Zweimal bereits hat der börsennotierte Augsburger Immobilienkonzern erfolgreich Konsortien geschmiedet, um große Wohnungsunternehmen zu übernehmen. 2012 wird für 1,435 Milliarden Euro die LBBW Immobilien von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen. In diesem Jahr wird für 2,45 Milliarden Euro die bayerische GBW mit ihren 32.000 Wohnungen der BayernLB abgekauft. Jedes Mal mit im Boot: Schweizer Pensionskassen. Beim LBBW-Deal ist die Altersvorsorgeeinrichtung des Schweizer Einzelhandelskonzerns Migros beteiligt. Bei der GBW-Übernahme hat sich nach Informationen aus Finanzkreisen auch die Pensionskasse der eidgenössischen Coop-Einzelhandelskette engagiert.

In der Bankenmetropole Frankfurt/Main hat die AFIAA, eine Anlagestiftung von 26 Schweizer Pensionskassen, im vergangenen Jahr die kernsanierten Doppel-Wolkenkratzer Romeo & Julia erworben – und sucht nach weiteren Investmentgelegenheiten: «Wir sehen uns nach weiteren Objekten in Deutschland um», sagt AFIAA-Geschäftsführer Martin Brendel. «Interessant sind für uns nur hochwertige Immobilien in sehr guten Lagen, mit denen sich Renditen von mehr als fünf Prozent erzielen lassen.»

Einige eidgenössische Investmenthäuser legen deshalb spezielle Fonds als Aktiengesellschaften für Einzelinvestments auf. Ein solcher Fonds der Zürcher ACRON AG hat 2011 für 59,5 Millionen Euro das neue Steigenberger Hotel am unfertigen Flughafen Berlin-Brandenburg erworben. Die Immobilie wurde in eine Ein-Objekt-Aktiengesellschaften eingebracht. «Dadurch genießen Investoren den Vorteil eines frei übertragbaren Anlagevehikels bei gleichzeitigem Ausschluss persönlicher Haftung», erläutert Vorstandschef Kai Bender.

In den kommenden Jahren könnten Milliardenbeträge aus der Schweiz nach Deutschland strömen. Die Oberaufsichtskommission empfiehlt den Vorsorgeeinrichtungen, die Auslandsquote in ihren Immobilienportfolios auf 30 Prozent anzuheben. Dies würde einer Summe von umgerechnet 26,8 Milliarden Euro entsprechen.

Die britische Investmentgesellschaft Schroders profitierte bereits von der Empfehlung. Sie konnte binnen kurzer Zeit einen 225 Millionen Euro schweren Fonds für Schweizer institutionelle Investoren schließen, der in deutsche und französische Immobilien investiert.

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