«Wir empfehlen den Mitgliedern, genau anzuschauen, ob sie von den Manipulationen des Libor betroffen sind», sagt der Präsident des schweizerischen Pensionskassenverbandes Asip, Christoph Ryter laut einem Artikel im Tages-Anzeiger. «Diese Überprüfungen sollten bis 2005 zurückreichen.» Zugleich lässt Ryter durchblicken, die Auswirkungen der Liboraffäre seien mit dem heutigen Informationsstand überaus schwer zu beurteilen. Erst mal müsse klar sein, welche Banken – als Gegenparteien der Pensionskassen – in den Manipulationsskandal verwickelt seien.

Ähnlich äussert sich Susanne Haury, Leiterin Asset Management der Sammeleinrichtung Publica: «Vieles liegt immer noch im Dunkeln. Bevor wir genaue Abklärungen vornehmen können, müssen wir Anhaltspunkte dafür haben, welche Währungen und Laufzeiten Gegenstand von Manipulationen gewesen sind.» Die London Interbank Offered Rate (Libor) ist der weltweit wichtigste Referenzzinssatz und wird täglich für 10 Währungen und 15 Laufzeiten (bis maximal ein Jahr) berechnet.

Auch wenn also noch überhaupt nicht feststeht, ob den Pensionskassen daraus ein Nachteil entstanden ist und ob dieser je verlässlich zu ermitteln sein wird – Françoise Bruderer taxiert die missbräuchlichen Liborabsprachen einer Reihe von Banken als «sehr gravierend>«, vor allem wegen des «neuerlichen Vertrauensverlustes in den Bankensektor». Gemäss der Chefin der PK Post müssen «ernst zu nehmende Fragen über das Risikomanagement und -controlling der Banken aufgeworfen» werden.

 Artikel TA

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