imageIn einem Interview mit dem Tages-Anzeiger geht PK-Experte Patrick Baeriswyl von Mercer auf die ergriffenen und möglichen Sparmassnahmen der Pensionskassen ein. Auszüge:

TA: Was wurde aus der flexiblen Altersrente nach dem PWC-Modell? Bei diesem besteht die Altersleistung aus einem garantierten Teil und einem von der Performance abhängigen, flexiblen Teil.
Ich kenne nur sehr wenige Kassen, die diese Möglichkeit umgesetzt haben. Einerseits müsste die garantierte Rente sehr tief angesetzt werden, damit das Modell wirkt, andererseits befürchtet man, dass der Verwaltungsaufwand zunehmen würde.

Wo hat das Sparen ein Ende?
Für alle Leistungen gibt es gesetzliche Mindestvorschriften. Zudem sind sie häufig ein Bestandteil des Arbeitsvertrags. Dann ist eine Kürzung nur möglich, falls alle Arbeitnehmer zustimmen. Sonst muss eine Kürzung mit einer Änderungskündigung durchgesetzt werden. Davor schrecken die Arbeitgeber aber häufig zurück, weil viele Mitarbeiter die Gelegenheit nutzen könnten, um eine neue Anstellung zu suchen.

Gehen die Pensionskassen mit ihrem Sparkurs nicht zu weit?
Nein. Es ist die Pflicht der Stiftungsräte, nur korrekt finanzierte Leistungen in die Reglemente aufzunehmen. Früher konnten viele Leistungen über die Kapitalerträge bezahlt werden. Dies ist heute nicht mehr möglich.

In welche Richtung sollte sich die berufliche Vorsorge bewegen?
Die Frage ist, wie wir die BVG-Minimalvorschriften umformulieren, sodass sie der steigenden Lebenserwartung und den tiefen Zinsen gerecht werden – und wie wir gleichzeitig das ursprüngliche Leistungsziel beibehalten können.

Und welche Lösung schlagen Sie vor?
Ich erwarte keine Wunder. Höhere Beiträge, den Sparprozess mit 20 Jahren zu beginnen, ein höheres AHV-Rentenalter oder eine Kombination dieser Massnahmen – das sind die Lösungen.

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