image Vera Kupper Staub, Anlagechefin der Pensionskasse der Stadt Zürich, sieht keinen Grund für einen Richtungswechsel. Die Flucht in illiquide Anlagen sei kein Ausweg. In einem Interview mit Erich Solenthaler vom Tages-Anzeiger meint sie: „Die Renditen (der letzten acht Jahre) waren nicht berauschend und liegen unter den Erwartungen. Aber solche Perioden gab es immer wieder. Langfristig sind die Aktien die stabilste Ertragskraft. Ich glaube deshalb nicht, dass die vergangenen Jahre eine fundamentale Veränderung anzeigen. Aber sie machen deutlich, dass man, um Aktienrisiken tragen zu können, einen sehr langen Anlagehorizont haben muss.

Probleme haben die Pensionskassen auch so. Die kotierten Wertpapiere sind grossen Schwankungsrisiken unterworfen, Schwankungen, die die Pensionskassen alle paar Jahre wieder auf die Startlinie zurückwerfen. So viele Crashs dürfte es gemäss Portfolio-Theorie gar nicht geben. Steht das theoretische Fundament, auf das sich Pensionskassen stützen, nicht auf wackligem Grund?
Nein. Die moderne Portfolio-Theorie gibt nicht vor, welche Annahmen über die Risiken zu treffen sind. Sie ist ein theoretischer Rahmen, wie die Risiken – grob gesagt – zusammengezählt werden können. Statistisch geht man davon aus, dass eine Häufung von heftigen Ausschlägen unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist. Anlagestrategie und Wertschwankungsreserven müssen auf sehr negative Szenarien eingestellt sein; der absolute Worstcase kann aber nie abgedeckt werden.

Sie sprechen immer von langfristigen Anlagehorizonten. Aber es geht nun schon seit zehn Jahren nur seitwärts und abwärts.
Die aktuelle Situation ist dramatisch, aber die jetzige Krise wird ein Ende haben, wie die früheren auch. Man wird daraus Lehren und regulatorische Konsequenzen ziehen. Diese werden die Bankenwelt verändern, aber nicht die Pensionskassen.

Tages-Anzeiger

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