Die schweizerischen Anlagestiftungen bieten dank ihres detaillierten Performancevergleichs bereits hohe Transparenz. Die publizierten Daten bieten sich aber auch an für weitergehende Analysen, wovon aber relativ wenig Gebrauch gemacht wird. Jetzt haben jedoch Prof. Manuel Ammann und Andreas Zingg von der Universität St. Gallen die Zahlen ausgewählter Gruppen wissenschaftlich untersucht und dazu interessante Ergebnisse publiziert. Analysiert wurden für den Zeitraum 1996-2006 die Obligationen- und Aktiengruppen (Schweiz und Ausland) von 13 Anlagestiftungen. Die Autoren halten dazu fest:

“Generell erzielt bei allen Sondervermögen die überwiegende Mehrheit der Anlagestiftungen eine risiko-adäquate Rendite. Allerdings resultiert bei jedem Sondervermögen für mindestens 1 bis maximal 3 Anlagestiftungen eine signifikante Underperformance. Eine genauere Betrachtung der Anlagestiftungen mit signifikanter Underperformance lässt interessante Muster erkennen. Allianz, Swiss Life und UBS erzielen bei jeweils 2 von 4 Sondervermögen eine signifikante
Underperformance. Während bei der Allianz Schwächen bei der Vermögensverwaltung von Obligationen bestehen, schneidet die UBS bei beiden Aktien Sondervermögen unvorteilhaft ab. Bei der Swiss Life fällt schliesslich auf, dass bei beiden internationalen Anlagekategorien eine Underperformance resultiert.

Die 6 Anlagestiftungen AAA, Bâloise, IST, LODH, Patria und Swisscanto erzielen bei jedem der 4 Sondervermögen mindestens eine risiko-adäquate Performance. Sehr viel seltener konnten wir systematische Selektionsfähigkeiten nachweisen. Die Outperformances konzentrieren sich auf die Obligationen Fremdwährung (IST, Swisscanto) und die Aktien Schweiz (Zürich). Bei den
Sondervermögen Obligationen Schweiz und Aktien Ausland erzielte keine Anlagestiftung eine signifikante Outperformance.

Schliesslich besteht gemäss unserer Untersuchung ein negativer Zusammenhang zwischen den Kosten und der Performance von Anlagestiftungen d.h. Anlagestiftungen mit hohen Kosten erzielen im Durchschnitt eine tiefere Nettoperformance.”

Studie Ammann / Zingg