Es dürfte wohl eher die Ausnahme darstellen, wenn ein Wirtschaftszweig sich voll Lob über das neue Aufsichtsinstrument einer Behörde zeigt. Genau das aber ist mit dem Solvency-Test des BPV bei der hiesigen Assekuranz geschehen. Präsentiert wurde er an einer Pressekonferenz des SVV, an welcher Herbert Lüthy (BPV), eigentlicher Initiator des Projekts, mit hörbarem Stolz das Erreichte präsentierte. Bereits als Vorbild für das gleiche Vorhaben in der EU akzeptiert, dürfte damit die Schweiz ihr um Jahre voraus sein. Bruno Pfister (Swiss Life, Präsident des Ausschusses Wirtschaft & Finanzen des SVV) bestätigte: "Der SST ist ein modernes, alle wesentlichen Risiken eines Versicherers einbeziehendes Regelwerk, welches das Geschäftsmodell unterstützt und somit auch ein taugliches Instrument der Geschäftsführung darstellt". Die Aussagekraft des Modells, welches auf Prinzipien statt auf starren Regeln basiert und den beteiligten Gesellschaften viel Raum für individuelle Anpassungen erlaubt, zeigt sich insbesondere an einem Vergleich der Resultate von "Solva 1" und "Solva 2" anlässlich zweier Testläufe, welche  klar machten, dass zwischen den beiden Systemen keine Korrelation besteht und die massgeblichen wirtschaftlichen Risiken mit dem bisherigen Instrumentarium nicht wirklich erfasst werden.

Mit dem offenkundigen Nutzen von SST 2 stellt sich natürlich sofort die Frage, ob ein solcher,  natürlich an die besonderen Verhältnisse adaptierter Solvabilitätstest sich nicht auch für Vorsorgeeinrichtungen aufdrängt. Laut Lüthy wäre er von offenkundigem Nutzen und bereits hätten grosse Kassen sich bei ihm auch erkundigt, welche Möglichkeiten dazu bestünden. Ein interessanter Nebeneffekt eines solchen Instrumentes dürfte sein, dass es weitere Regulierungen zu Kapitalanlagen grundsätzlich überflüssig macht.
Infos zum Solvency-Test

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