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Die aktuelle Diskussion

Abzocker Initiative und Pensionskassen

Das Dossier orientiert über die Umsetzung der Initiative gegen die Abzockerei.

Diskussions-Anlass des Vorsorgeforums vom 28. Mai in Zürich. Infos.

Zum Dossier

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Die neuesten Ausgaben:

Nr. 240 / PDF

Nr. 241 / PDF

21.5.2013

 

BVG-aktuell Themen

Entries in Versicherte (385)

9:22AM

SonntagsBlick: “So einfach ist das Pensionskassen-Melken”

Werner Vontobel beschreibt im SonntagsBlick, wie einfach es ist, mit Einkäufen in die Pensionskasse massiv Steuern zu sparen und dann von zu hohen Umwandlungssätzen nochmals zu profitieren. Es betrifft dies etwa ausländische Manager mit hohen Salären, die in höherem Alter in der Schweiz eine Stelle antreten. Vontobel schreibt: “Leider gibt es Gesetze und Paragrafen, die geradezu zum Missbrauch einladen. Ein Beispiel ist Artikel 79 b des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge. Danach «darf die Vorsorgeeinrichtung den Einkauf bis zur Höhe der maximalen reglementarischen Leistung in die Pensionskasse ermöglichen.» Solche Einkäufe können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Das funktioniert beispielsweise so: Ein 55-jähriger deutscher Manager tritt eine Stelle mit einem Salär von 500 000 Franken an. Da der Kadermann bisher nicht in der Schweiz gearbeitet hat, darf er- 79 b sei Dank - rund zwei Millionen in die Pensionskasse nachzahlen beziehungsweise sechs Jahre lang je 330000 Franken von der Steuer abziehen. Damit spart er rund 600 000 Franken Steuern in der Schweiz. Falls er die Nachzahlung aus unversteuerten Geldern finanziert und sie auf diese Weise «wäscht», spart er eine weitere Million (Straf-)Steuern im Heimatland.

Damit nicht genug: Mit 63 lässt sich unser Kadermann vorzeitig auf Rente setzen. Wegen der viel zu hohen Umwandlungssätze muss die Kasse seine gut drei Millionen Sparguthaben mit rund 4,5 Prozent verzinsen, obwohl sie selbst bloss etwa 1,8 Prozent Rendite erzielt. Damit kassiert er eine lebenslange Rente von 6750 Franken monatlich. Artikel 79 b bietet also die perfekte Handhabe, einen groben Fehler im Pensionskassen-System maximal zu nutzen. Der Kreis der potenziellen Profiteure ist zwar klein, wird aber von Steuerspezialisten bestens beraten. Und die Hebelwirkung ist gross. Im Schnitt nimmt der eingekaufte Kadermann mit jeder Rente 15 Normalverdienern den Zinsertrag auf ihren viel bescheideneren Sparguthaben weg.”

 Artikel SonntagsBlick

2:34PM

Weltreise statt Altersvorsorge

Immer mehr Menschen in der Schweiz lassen sich bei der Pensionierung ihre Vorsorgegelder auszahlen. Doch das ist nicht risikolos. Denn wer keine sinnvolle Anlagestrategie hat, läuft Gefahr, zu verarmen. Der Bund will nun Gegensteuer geben, schreibt der Landbote.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Beispiel der SBB-Pensionskasse. «Gegenüber dem Jahr 2006 ist allein der Anteil der Neupensionierten mit teilweisem Kapitalbezug um rund 50 Prozent gestiegen», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann auf Anfrage. «2011 haben bereits 21,3 Prozent der Neupensionierten vom teilweisen Kapitalbezug Gebrauch gemacht.»

In seinem aktuellen Bericht über die Zukunft der 2. Säule hat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) jedoch nicht allein die Neurentner im Blick: «Barauszahlung, Vorbezug und Kapitalbezug laufen der 3-Säulen-Konzeption beziehungsweise dem Versicherungsgedanken zumindest im Obligatorium zuwider.» Die Gelder würden immer weniger für die Vorsorge verwendet, heisst es weiter. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass künftig immer mehr Pensionierte in die Armut abglitten und somit den Sozialstaat belasteten.

Die Eidgenössische Kommission für die berufliche Vorsorge stellt deshalb gleich mehrere Lösungsvorschläge zur Diskussion. Ihnen allen gemein ist, dass sie den Kapitalbezug von Altersguthaben beschränken wollen

Von solchen Vorschlägen halten aber die Pensionskassen hierzulande nichts. «Aus der Optik des Schweizerischen Pensionskassenverbandes braucht es keine Anpassung», meint deren Direktor Hanspeter Konrad. «Insbesondere wäre auch eine Einschränkung des reglementarischen Handlungsspielraums, zum Beispiel zur Erweiterung der Kapitalbezugsmöglichkeiten, falsch.» An der Liberalisierung im BVG-Bereich solle festgehalten werden, fordert Konrad gemäss Landbote mit Nachdruck.

 Artikel Landbote

11:30AM

SonntagsZeitung: “Für Schwarzgeld zur PK”

“In gewisser Hinsicht geschäften Pensionskassen wie Schweizer Banken in alten Zeiten - als es noch problemlos möglich war, Schwarzgeld oder Gelder, die aus einem Verbrechen herrühren, einzuzahlen. «Die 2. Säule ist ein Vorhang, der solche finanziellen Transaktionen gut verhüllen kann», sagt ein Zürcher Geldwäschereiexperte. Denn Pensionskassen sind nicht dem Geldwäschereigesetz unterstellt. Damit sind sie nicht verpflichtet, die Herkunft der Gelder zu überprüfen. «Und sie tun es erfahrungsgemäss auch nicht», sagt Stefan Thurnherr, Managing Director und Pensionskassenexperte beim VZ Vermögenszentrum.

Dabei geht es nicht um die ordentlichen Pensionskassenbeiträge, die vom Lohn des Arbeitnehmers monatlich abgezogen werden. Als Schlupfloch dient vielmehr der Pensionskasseneinkauf. Laut Bundesamt für Statistik wurden allein 2010 über 4 Milliarden Franken als sogenannte Einmaleinlagen einbezahlt”, schreibt die SonntagsZeitung.

 SonntagsZeitung

6:37PM

NZZ: “Frührentner sollten genau rechnen”

Mit Frühpensionierungen können sich Arbeitnehmer unter Umständen hohe Umwandlungssätze bei der Pensionskasse «sichern». Beim verfrühten Ruhestand gilt es aber viel zu beachten, schreibt Michael Ferber in der NZZ (Equity).

 NZZ

11:34AM

“Versicherte plündern ihre Pensionskasse”

image20 Minuten berichtet über den Trend zum Kapitalbezug. Die Zeitung schreibt: “Angesichts der düsteren Aussichten verlassen immer mehr Versicherte das sinkende Schiff. In manchen Pensionskassen ist der Anteil derjenigen, die sich ihre Altersersparnisse zumindest teilweise als Kapital auszahlen lassen statt eine Rente zu beziehen, sprunghaft angestiegen.

Beispielsweise bei der SBB-Pensionskasse. «Gegenüber dem Jahr 2006 sind sowohl der Prozentsatz, der als Kapital bezogen wurde, als auch der Anteil der Neupensionierten mit teilweisem Kapitalbezug um rund 50 Prozent gestiegen», sagt Sprecher Reto Kormann. Konkret: Bereits 21,3 Prozent der Neurentner wählen eine solche Lösung. Weitere 7,2 Prozent liessen sich 2011 das gesamte Altersguthaben auszahlen.

«Kapitalbezüge werden tendenziell zunehmen», glaubt UBS-Sprecherin Evelin Müller-Eichenberger. Bei der Grossbank bezieht rund die Hälfte der Neurentner einen Teil der Altersguthaben als Kapital. (…)

Jetzt hat der Bund reagiert: In seinem Bericht über die Zukunft der 2. Säule stellt er fest: «Barauszahlung, Vorbezug und Kapitalbezug laufen der 3-Säulen-Konzeption bzw. dem Versicherungsgedanken zumindest im Obligatorium zuwider.» Die Gelder würden nicht mehr für die Vorsorge verwendet; es bestehe die Gefahr, dass Pensionierte in die Armut abgleiten und dem Staat auf der Tasche liegen.

Für die UBS wäre auch denkbar, dass mindestens so viel Altersrente obligatorisch bezogen werden muss, dass sicher keine Ergänzungsleistungen ausgelöst werden. Grüter von AWD schlägt vor, dass sogar 75 Prozent des Pensionskassenkapitals als Rente bezogen werden müssten. Im Gegenzug sollten aber die Hinterbliebenen bei einem frühzeitigen Tod das nicht verbrauchte Kapital erhalten.”

 20-Minuten

10:18AM

Höheres Rentenalter in der Schweiz noch tabu

image

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 82,3 Jahren sehr gut da und wird innerhalb der OECD nur noch von Japan (83,0 Jahre) überholt. Dennoch stossen hierzulande politische Vorstösse zur Erhöhung des Rentenalters auf heftigen Widerstand. Selbst die Angleichung des ordentlichen Rentenalters für Mann und Frau auf 65 ist sehr umstritten. Ein anderer Trend lässt sich in unseren Nachbarländern beobachten, hält avenir-suisse in einem Beitrag auf ihrer Website fest.

Bereits 11 von 34 OECD-Ländern haben eine Erhöhung des Pensionsalters auf 67 bzw. 68 Jahren entweder beschlossen oder sogar bereits umgesetzt (siehe Abbildung). Darunter sind Dänemark und Norwegen aber auch südeuropäische Länder wie Italien und Spanien zu finden. Der Entschluss dieser Länder, das Rentenalter zu erhöhen, ist umso beachtlicher, als deren Bürger zum Teil eine erheblich kürzere Lebenserwartung haben. So liegt diese in den USA um vier Jahre, in Tschechien sogar um fünf Jahre tiefer als in der Schweiz. Hinzu kommt, dass vier der elf OECD-Vorreiter einen höheren Anteil der aktiven Bevölkerung in der Landwirtschaft und in der Industrie haben als die Schweiz.

Mit 74% ihrer Beschäftigten im Dienstleistungsbereich, der eine geringere körperliche Abnützung mit sich bringt, hätte man deshalb eher von der Schweiz erwartet, dass sie das Rentenalter noch vor diesen Ländern erhöht. International gesehen ist der Schweizer Widerstand gegen eine Erhöhung des Rentenalters kaum nachvollziehbar. Weder die Lebenserwartung noch die sektorielle Struktur der Wirtschaft können diesen politischen Stillstand rechtfertigen, schreibt avenir-suisse.

 Avenir Suisse

2:04PM

The Cost of Living Longer - Much Longer

Number crunchers are dead set on figuring out how long you will live. For those saving for retirement in the US, it's the $27 trillion question.

A 78-year-old woman walks into an agent's office to buy life insurance.

"Have you ever had cancer?" asks the agent. "Oh, yes, dear," says the woman. "Breast cancer."
"Do you have a family history of heart disease?" "Oh, yes, dear," the woman says, nodding. "My father died of a massive heart attack in his 60s."
"Do you have any history of mental illness?" prods the insurance man. "Oh, yes, dear," she says. "I've been on bipolar meds for years!"
"Uh, okay. So how big a policy did you say you wanted?" he asks. "Twenty million dollars."
"In that case," says the agent, "yes, dear!"


 Smart Money

8:33AM

Werden auch Einkäufe in die Pensionskasse geteilt?

Der K-Tipp befasst sich in seiner Ausgabe vom 8.2.2012 mit der Frage, ob auch Einkäufe in die Pensionskasse bei Scheidung geteilt werden. Der K-Tipp hält fest, es komme darauf an, woher das Geld stammt, mit dem der Einkauf finanziert wurde. Der Güterstand spielt keine Rolle. Das Scheidungsrecht sieht vor, dass die Pensionskassenguthaben der beiden Ehegatten, die sie während der Ehe angespart haben, bei der Scheidung je hälftig geteilt werden. Dies gilt grundsätzlich auch für allfällige Einkäufe in die Pensionskasse. Ausnahme: Nicht geteilt werden jene Einkäufe oder Einkaufsanteile, die aus Mitteln finanziert wurden, die unter dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung zum Eigengut des Ehegatten gehören würden.

Der K-Tipp rät: Macht ein Ehepartner einen Pensionskasseneinkauf aus dem Eigengut, lohnt es sich, diese Tatsache schriftlich festzuhalten. Zudem sollte der Ehepartner das Dokument unterzeichnen. Fehlt nämlich ein entsprechender Nachweis, wird auch dieses Guthaben geteilt.

9:01AM

KPMG Blog: “PK Vorbezüge für Wohneigentum amortisieren”

imageAuf dem KPMG-Blog schreibt Beat Seger zum Wohneigentumserwerb mit PK-Mitteln: “In einer Zeit, in welcher sich Technologien exponentiell weiter entwickeln und globalisierte Einflussfaktoren Wertverständnisse in erhöhter Kadenz beeinflussen, ist davon auszugehen, dass davon auch die Halbwertszeiten von Immobilien betroffen sind.  Bereits heute sind Liegenschaften aus den 70er Jahren „out of date“ und nicht mehr „state of the art“ und für Wohneigentumstransaktionen nur noch in Ausnahmefällen geeignet. Gut denkbar, dass sich bis 2030 die Handelbarkeit individueller Wohneigentumseinheiten auf 20 Altersjahre reduziert haben wird. (…)

Es besteht die grosse Gefahr, dass das heute für Wohneigentum eingesetzte Vorsorgegeld durch einen Immobilienverkauf nicht mehr realisierbar sein wird. Die Fremdfinanzierung des heutigen Käufers wird bis zu seiner Pension auf rund 50% reduziert sein; das heisst, das Finanzierungsinstitut ist auf der sichereren Seite. Dieses wird zum damaligen Zeitpunkt in der Regel keine zusätzliche Finanzierung gewähren, da die Darstellung der Tragbarkeit schwierig sein wird. Das vorbezogene Vorsorgegeld steckt, nach heutiger Usanz, noch zu einem grossen Teil in der Immobilie und steht daher nicht für Ausgaben oder notwendige Investitionen im Alter zur Verfügung, zumal die Verkäuflichkeit der Immobilie zu einem adäquaten Preis in vielen Fällen nicht gegeben sein wird. (..)

Ein rational nachvollziehbarer und die Mehrheit gleichstellender Lösungsansatz kann derjenige sein, dass sämtliche seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Wohneigentumsförderung bezogenen Vorsorgegelder bis zum Eintritt ins Pensionsalter inflationsbereinigt zurückzuzahlen, also zu amortisieren, sind. Dadurch kann ein Gleichstand mit den Nichtbezügern erreicht werden.”

KPMG

3:27PM

Sonntag: Zentralstelle hilft auf der Suche nach PK-Guthaben

Der Sonntag berichtet über die Tätigkeit der Zentralstelle, die verlorene oder verloren geglaubte Guthaben in der 2. Säule ausfindig macht. Im Artikel wird berichtet: “Die Zentralstelle wurde 1999 vom Bund gegründet. «Wir sind quasi ein modernes Heiratsvermittlungsinstitut », sagt Geschäftsführer Daniel Dürr. Jährlich gehen über 23 000 Anfragen ein. 2011 konnte die Zentralstelle 15 315 Übereinstimmungen von Anfragen und Kontomeldungen lokalisieren. Liegen gelassene Gelder sind aber auch nach der Pensionierung nicht verloren. Denn sobald eine Vorsorgeeinrichtung ein vergessenes Guthaben meldet, untersucht die Zentralstelle, an welche Adresse die Rentenzahlungen der ersten Säule erfolgen. Im Anschluss werden auch hier die kontoführende Einrichtung und die berechtigte Person informiert. Im Jahr 2011 konnten so rund 7000 Übereinstimmungen verarbeitet werden.”

 Artikel Sonntag

10:40AM

D: Ungedeckte Vorsorge-Ansprüche der Beamten

brd In den kommenden Jahren geht in Deutschland eine große Anzahl von Landesbeamten in den Ruhestand und hat Anspruch auf staatliche Pensionen. Jedoch ist für sie nicht ausreichend Vorsorge getroffen worden. Die Pensionen müssen aus den laufenden Haushalten getragen werden. Für manch Bundesland steht damit eine Mammutaufgabe bevor, schreibt der Deutschlandfunk. Auf die Steuerzahler rollt damit eine Kostenlawine zu, die es in sich hat, meint Heinz Wirtz, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Bundes der Steuerzahler: "Beamtenpensionen sind der neuralgische Punkt für alle Länderhaushalte in Deutschland. Es ist ja so, dass in den 70er-, 80er-Jahren eine Fülle von Beamten eingestellt worden ist, ohne dass eine nennenswerte Vorsorge getroffen worden ist in puncto Altersversorgung. Das heißt: Die Altersversorgung muss immer aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Und es liegen ja Berechnungen vor, dass die laufenden Zahlungen immer größer werden und demzufolge der politische Gestaltungsspielraum für den Gesetzgeber auch immer kleiner wird. Zumal ja auf der anderen Seite erschwerend hinzu kommt, dass auch die Zinsbelastung aus der Verschuldung immer mehr steigt."

Die Pensionszusagen zeigen das wahre Ausmaß der Staatsverschuldung in Deutschland auf. In einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung kommt Gisela Färber, Expertin von der Hochschule für Verwaltung in Speyer, zu dem Ergebnis: Würde der Staat jetzt schon ernsthaft Vorsorge bis 2050 treffen, müsste er dafür rund 970 Milliarden Euro zurücklegen - "und das", so Färber, "sei noch konservativ gerechnet. 970 Milliarden Euro entsprechen ungefähr der Hälfte aller deutschen Staatsschulden insgesamt!" Eine Zahl, mit der niemand konfrontiert werden will. Weder die Politik, die zurzeit mit vergleichbaren Summen dafür kämpft, das internationale Finanzsystem und ganz besonders den Euro zu retten.

 Deutschlandfunk

9:45AM

SGB: “Renten müssen steigen”

image

Lediglich eine Minderheit der Pensionierten verfügt über drei Säulen der Altersvorsorge: Leistungen aller drei Säulen beziehen 34 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen. Leistungen aus der AHV und der beruflichen Vorsorge erhalten 44 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen. Über 12 Prozent aller Rentner bezieht nur eine Rente aus der ersten Säule, bei den Rentnerinnen sind es sogar 38 Prozent, schreibt der SGB zur obigen Grafik.

An einer Medienkonferenz des Schweiz. Gewerkschaftsbunds hat Doris Bianchi, geschäftsführende Sekretärin, die Situation der Rentner in der Schweiz analysiert. “Bei der Generation Gold ist eines klar: Das Einkommen ist bei den Rentnerinnen und Rentnern weit ungleicher verteilt als bei den Erwerbstätigen. Die 10 Prozent mit dem höchsten Einkommen beziehen mindestens 7,5 mal mehr Einkommen als die 10 Prozent mit dem tiefsten Einkommen. Bei den Erwerbstätigen hingegen verdienen die 10 Prozent Bestverdienenden 2,7 mal mehr als die 10 Prozent Tieflöhner. Die soziale Ungleichheit spitzt sich im Alter zu. Ein Blick auf die Bundessteuer-Statistik zeigt, dass 50 Prozent der Pensionierten ein Einkommen unter 3‘500 Franken bezieht. Das mag für einen Einzelhaushalt noch reichen; aber ein Paarhaushalt kann davon kaum leben, so dass zusätzliche Leistungen – wie etwa Ergänzungsleistungen – nötig sind. Bereits aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass es nach wie vor zahlreiche Rentnerinnen und Rentner gibt, die eine dürftige Einkommenssituation aufweisen.”

Bianchi kommt zum Schluss: “Viele Rentner und Rentnerinnen führen ein Leben mit wenig Spielraum. Auch nach einem vollen Arbeitsleben vermag die Rente aus der ersten und zweiten Säule keinen würdigen Lebensabend zu garantieren. Die Lösung dieser Malaise kann nicht im Ausbau der Ergänzungsleistungen liegen. Diese sind zur Abdeckung von Erwerbsbiographien mit Unterbrüchen heranzuziehen. Der Schlüssel liegt bei in der Stärkung der AHV. Der SGB wird in diesem Jahr Modelle präsentieren, wie das Renteneinkommen aus der AHV erhöht werden kann. Die Frage der Rentenhöhe war während Jahrzehnten kein Thema. Dieses Jahr wird sie der SGB in den Vordergrund rücken.”

 Referat Bianchi

4:01PM

Swiss: Unzufriedenes Kabinenpersonal

imageDer Tages-Anzeiger berichtet über die Vorsorge bei der Swiss und die Unzufriedenheit des Kabinenpersonals mit den geltenden Regelungen. “Äusserst schlecht auf ihren Arbeitgeber zu sprechen sind derzeit viele Flugbegleiter zwischen 50 und 57 Jahren. Da das Kabinenpersonal mit 58 pensioniert wird, steht die Alterskategorie vor dem Austritt aus dem Erwerbsleben. Dieser Austritt wird für viele mit grossen finanziellen Einbussen verbunden sein. Wegen der Frühpensionierung kommen sie auf weniger Beitragsjahre; gleichzeitig muss ihre Rente länger reichen.

In den Gesamtarbeitsverträgen (GAV) 2002 und 2006 hatte die Swiss (wie zuvor die Swissair) zur Finanzierung der vorzeitigen Pensionierung, die von der Airline gewollt ist, eine einmalige Zahlung zugesichert, mit der auch eine AHV-Überbrückungsrente abgegolten war. Sie betrug bei Vollpensum und 22 Dienstjahren zwischen 186 480 und 279 720 Franken oder fast ein Drittel des Altersguthabens bei der Pensionierung. Im GAV von 2009 fehlt die Einmalzahlung. Laut der Gewerkschaft des Kabinenpersonals Kapers legte die Swiss das Geld aber in höhere Arbeitgeberbeiträge um; sie sparte also kein Geld. Die Summen reflektierten zudem eine Börsenlage, die es gar nicht mehr gibt.

Rund 300 Flugbegleiter haben sich im Verein Porfavor organisiert und wehren sich laut Angaben im Internet gegen die ersatzlose Streichung. Diese verursache in der Altersvorsorge vieler Flugbegleiter eine gravierende Lücke. Kapers hat für Porfavor unter 300 Betroffenen eine Erhebung durchgeführt. Laut Porfavor ergab sie, dass 80 Prozent der älteren Flugbegleiter bei der Pensionierung mit 58 eine Rente erhalten werden, die weniger als 60 Prozent des zuletzt erzielten Bruttolohnes beträgt. Ein Drittel der älteren Flugbegleiter erhält gar unter 50 Prozent des letzten Lohns.

Die Swiss steht mit der Mitarbeitergruppe Porfavor in Kontakt, verweist ansonsten aber auf den Gesamtarbeitsvertrag, der von der grossen Mehrheit des Personals angenommen worden sei. 2009 hatte die Zustimmung 76 Prozent betragen. Hannes Schläppi, Präsident des Vereins Porfavor, wollte den Stand der Gespräche mit der Swiss nicht kommentieren.”

 Tages-Anzeiger

4:01PM

TA: Schweizer Haushalte verloren in zehn Jahren 184 Milliarden

Der Tages-Anzeiger rekapituliert die Vermögenszahlen der SNB und schreibt: “Das verlorene Jahrzehnt kostete die Schweizer Haushalte 184 Milliarden Franken. Nur weil sie viel mehr sparten, wurden sie nicht ärmer.”

Erich Solenthaler hält fest: “Der stärkste Motor ist das Zwangssparen – also die berufliche Vorsorge. Die jährlichen Mittelzuflüsse (der Saldo von Beiträgen und Renten) in die Pensionskassen machen mit 29 Milliarden Franken den grössten Teil des Sparaufkommens aus. Besonders seit 2004 wuchsen die Beiträge dank der guten Beschäftigungslage kräftig.

Aber das obligatorische Sparen reichte den Schweizern nicht aus. Auch die Bankguthaben verzeichneten eine imposante Zunahme. Aktien dagegen verloren zunehmend an Bedeutung. Dies nicht nur wegen der Wertverluste; sondern auch weil Schweizer einen Teil der Dividendenpapiere verkauften. Das lässt aufhorchen, denn Bankguthaben sind defensive, für den Erhalt der Substanz geeignete Anlagen. Umgekehrt gelten Aktien als Ausdruck von Optimismus, Vertrauen in die Zukunft und Risikobereitschaft. Vergleicht man also die Kontostände und die Aktienquote, dann ergibt sich ein zuverlässiges Stimmungsbarometer für das Land.

Laut Nationalbank machen Aktien nur rund 6 Prozent des gesamten Vermögens aus. Rechnet man die in Fonds steckenden Dividendenpapiere dazu, so dürfte der Anteil 8 bis 9 Prozent betragen. Vor 10 Jahren waren es noch fast doppelt so viele. Offensichtlich ist da einiges an Mut und Zuversicht verloren gegangen. Umgekehrt schnellten die Guthaben bei Banken und Postfinance im gleichen Umfang auf nunmehr 17 Prozent hoch. Die Ansprüche an Pensionskassen und Versicherungen verharrten bei etwa einem Viertel des Gesamtvermögens. Aktien, Obligationen und Fonds beanspruchen je etwa 5 Prozent.”

 Tages-Anzeiger

6:47PM

“Pensionskassenstudie belegt Rentenklau”

aon-hewittGemäss einer Mitteilung von Aon Hewitt zur diesjährigen Ausgabe des Swiss Pension Fund Surveys  zeigt sich: Der Druck auf die Vorsorgeverpflichtungen steigt. Eine grosse Mehrheit der Pensionskassen hat nicht genügend Reserven zur angemessenen Deckung des Anlagerisikos, und das bei anhaltender Ungewissheit in Bezug auf die Entwicklung der Kapitalmärkte. Die zunehmende Lebenserwartung sowie künftig zu erwartende tiefere Kapitalerträge zwingen die Pensionskassen gleichzeitig, ihre Reglemente anzupassen. Dies zeigt der Trend zur Senkung des Umwandlungs- sowie des technischen Zinssatzes und der steigende Finanzierungsbedarf der Kassen.

Die Konsequenz ist eine immer gravierendere Umverteilung der Kosten zwischen den Generationen. Die Pensionskassen verfügen jedoch kaum über genügend Mittel, um diese Entwicklungen zu finanzieren und die Senkung des technischen Zinssatzes abzufedern, wenn sie sich nicht bereits in Unterdeckung befinden. „Die politische Übersteuerung zentraler Parameter wie Umwandlungssatz, Rentengarantie und BVG- Mindestzinssatz führt zu einer starken Generationensolidarität. Das war aber bei der Schaffung des BVG nie die Meinung gewesen.  Für diese Solidarität ist klar die erste Säule vorgesehen“, sagt Werner Hertzog, Managing Director von Aon Hewitt Schweiz.

Tatsächlich aber werden gemäss Hertzog die Jungen heute gleich drei Mal zur Kasse gebeten: durch eine tiefere Verzinsung ihrer Altersguthaben, durch die Beteiligung an Sanierungsmassnahmen und durch die Senkung der Umwandlungssätze. Laut der Studie wird etwa eine schnelle, konsequente Senkung des technischen Zinssatzes auf Werte zwischen 3,0 und 3,5 Prozent erwartet. 40 Prozent der beteiligten Pensionskassen wenden heute allerdings einen technischen Zinssatz von 3,5 Prozent, 37 Prozent sogar von 4 Prozent oder höher an. Der durchschnittliche Wert liegt bei 3,58 Prozent, im Vergleich zu 3,72 Prozent in 2009 und 3,86 Prozent in 2007. Die Entwicklung der Anlageperformance zwischen 2006 und 2010 lässt hingegen über den gesamten Beobachtungszeitraum hinaus eine extrem hohe Volatilität und eine enttäuschende, durchschnittliche Performance von 1,6 Prozent erkennen. Diese deckt die Renditeanforderungen der Pensionskassen bei Weitem nicht.

Werner Hertzog sagt dazu: „Technisch ist nichts gegen die diskutierten Massnahmen einzuwenden. Es ist aber fraglich, wie lange die Jungen da noch mitmachen werden, denn de facto findet bei ihnen Rentenklau statt. Wenn wir uns diesem Problem nicht stellen, riskieren wir früher oder später das System BVG an sich.“

Aon Hewitt hat die Studie nach 2005 zum fünften Mal durchgeführt. Die Gesamtauswertung vergleicht die Leistungen der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen sowie deren Finanzierung. Spezifische Auswertungen oder Spezialstudien geben vertiefte Einblicke in der Positionierung einer Firma im Bereich der beruflichen Vorsorge beziehungsweise die eigene Konkurrenzfähigkeit.

 Mitteilung

5:06PM

SonntagsZeitung: Rentenklau bei den Jungen

Die SonntagsZeitung berichtet über eine Studie von Aon Hewitt, welche die Konsequenzen der geltenden technischen Parameter in der BV auf die jungen Beitragszahler zum Thema hat. Die SOZ schreibt: “In einer Studie, die der Sonntags- Zeitung vorliegt, kommt Werner Hertzog zum Schluss, dass die Jungen gleich dreifach zur Kasse gebeten und damit um ihre Renten gebracht werden: durch die tiefere Verzinsung der Guthaben, die Beteiligung an möglichen Sanierungsmassnahmen der Kassen und schliesslich durch die Senkung des Umwandlungssatzes. «Die jungen Erwerbstätigen werden deutlich tiefere Renten erhalten als die heutigen Pensionäre», sagt er.

Die jüngsten Finanzmarktturbulenzen, bilanziert er in seiner Studie, hätten den Vorsorgeeinrichtungen deutlich stärker zugesetzt als bisher angenommen. Dies verschärfe die Problematik, dass viele Kassen mit einem zu hohen technischen Zinssatz rechneten. «Würde der technische Zinssatz der heutigen Realität angepasst werden, wiesen noch deutlich mehr Pensionskassen eine Unterdeckung auf», sagt er.

Gemäss Hertzog sollte der technische Zinssatz von heute durchschnittlich 3,58 Prozent auf gegen 3 Prozent sinken. Doch viele Kassen wehren sich gegen diese Massnahmen. «Einerseits leben sie nach dem Prinzip Hoffnung und glauben daran, dass es bald zu einer Erholung an den Kapitalmärkten kommt. Anderseits haben die Kassen aber die Tendenz, den Arbeitgebern zu viel zu versprechen », sagt er. Denn bei einer Unterdeckung werden Sanierungsmassnahmen notwendig, die viel Geld kosten. «Damit wird die Lohntüte der Mitarbeiter kleiner, und die Unternehmen verlieren an Attraktivität am Arbeitsmarkt.”

 Artikel SonntagsZeitung

5:15PM

Privatvermögen: Nur Hausbesitz grösser als Vorsorge

image

Das Reinvermögen der privaten Haushalte nahm 2010 um 74 Mrd. auf 2691 Mrd. Franken zu (+2,8%). Ausschlaggebend für die Zunahme waren die anhaltend hohe Spartätigkeit der privaten Haushalte sowie der weitere Anstieg der Immobilienpreise. Die Wechselkursentwicklung hingegen belastete die Vermögensentwicklung mit rund 25 Mrd. Franken.

Die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen nahmen um 28 Mrd. auf 830 Mrd. Franken zu (graue Linie). Der Hauptgrund für die Zunahme war, dass die Beiträge für die zweite Säule der Altersvorsorge die Leistungsbezüge übertrafen.

Die finanziellen Verpflichtungen erhöhten sich insgesamt um 30 Mrd. auf 682 Mrd. Franken. Die Hypothekarkredite, welche rund 90% der gesamten finanziellen Verpflichtungen der privaten Haushalte ausmachen, nahmen um 28 Mrd. auf 632 Mrd. Franken zu. Die Konsumkredite blieben stabil (15 Mrd. Franken). Die übrigen Kredite stiegen um 2 Mrd. auf 32 Mrd. Franken.

 Mitteilung SNB

9:28AM

Treuhänder: Herausforderungen bei der fairen Bewertung von Pensionsverpflichtungen

imageIn der aktuellen, wie auch in der kürzlich erschienenen, Fassung sieht IAS 19 die Bewertung von Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum Barwert vor. Im Treuhänder 11/2011 geht Jan Nesemann (PwC) der Frage nach, was unter einem Fair Value von Pensionsverpflichtungen zu verstehen ist und welche Herausforderungen bei der Bewertung eingebetteter Garantien und Optionen bestehen. Sein Fazit: Die Bewertung von Pensionsverpflichtungen zum Fair Value ist komplex. Grund dafür ist die Tatsache, dass keine aktiven Märkte existieren, auf denen entsprechende Produkte gehandelt werden. Folglich müssten bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts (IFRS 13) aufwendige ökonomische Bewertungsmodelle zum Einsatz kommen. Die nach IAS 19 derzeit vorgeschriebene Methode bewertet die Verpflichtungen nicht zum beizulegenden Zeitwert. Aus Sicht einer fairen Bewertung wäre die Adaption ökonomischer Bewertungsmodelle wünschenswert. Aufgrund ihrer Vielfalt und Komplexität kann keinem der bestehenden Modelle eindeutig der Vorzug gegeben werden. Wenngleich die Umsetzung herausfordernd ist, könnte es bei der zukünftigen Entwicklung des IAS 19 ein sinnvoller Ansatz sein, sich durch eine Kombination von verschiedenen Modellen einer ökonomischen Bewertung anzunähern.

 Artikel Nesemann

11:02AM

D: Steuerjagd auf Senioren

Financial Times Deutschland berichtet über die lückenlose Erfahrung der Steuerdaten von Rentnern. “Die Jagd beginnt. Zumindest in Nordrhein-Westfalen. Dort hat das Finanzministerium die zweite Phase der Hatz auf betagte Steuerhinterzieher gestartet. Finanzbeamte zwischen Aachen und Bielefeld überprüfen ab sofort gezielt Rentner, die bislang keine Steuererklärung abgegeben haben. Weitere Bundesländer dürften in den nächsten Wochen nachziehen.

Denn sie alle können nun auf einen gewaltigen Datenschatz zurückgreifen. Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in Brandenburg an der Havel hat seit sechs Jahren akribisch Informationen von Renten- und Pensionskassen, Versorgungswerken und Lebensversicherern gesammelt. Die Behörde kennt jetzt jeden Ruheständler - und weiß, was er an gesetzlichen und privaten Renten kassiert.”

 FT Deutschland

5:48PM

BVK: Sorgen der Versicherten

Weil sie Angst um ihre Pensionskasse haben, wandten sich Tausende Angestellte des Kantons in einem offenen Brief an Regierungsrätin Ursula Gut. Sie fordern eine rasche Sanierung. Überreicht wurden die Unterschriften am Donnerstagnachmittag von den Vereinigten Personalverbänden VPV des Kantons Zürich. In den letzten Monaten hätten die VPV bei vielen Staatsangestellten eine immer grösser werdende Sorge um die Sicherheit der BVK festgestellt, schreiben die VPV in einer Mitteilung.

 Tages-Anzeiger / Offener Brief

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