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Altersvorsorge 2020

Unterlagen zur geplanten Revision von AHV und BVG

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29.8.2015

Mitglieder Vorsorgeforum

Entries in Versicherte (514)

9:41AM

Reallohnerhöhung dank geringer Teuerung

aon-hewittSchweizer Arbeitnehmer werden im nächsten Jahr durchschnittlich 2,1 Prozent mehr Lohn erhalten. Dabei sollen alle Gehaltsstufen – vom Arbeiter bis zum Top-Management – zumindest prozentual von der gleichen Erhöhung profitieren. Dies geht aus der vom HR-Beratungsunternehmen Aon Hewitt durchgeführten Studie „Global Salary Increase Survey 2014/2015“ hervor, an der sich in der Schweiz 191 Unternehmen aus den Dienstleistungsbranchen und der Fertigungsindustrie beteiligten.

Unter Einbezug der Teuerung (0,5%) ergibt sich mit 1,6% eine Reallohnerhöhung, die sich im europäischen Vergleich im Normalbereich bewegt. So beträgt gemäss der Studie beispielsweise in Deutschland die durchschnittliche Erhöhung zwar 3,0 Prozent, netto bleiben aber wegen der höheren Teuerung bloss 1,8 Prozent mehr zur Verfügung. „Die wirtschaftlichen Aussichten sind für Unternehmen in der Schweiz in den letzten Monaten aus unterschiedlichen Gründen eher gedämpft worden“, sagt Sacha Cahn, Associate Partner und Vergütungs-Experte bei Aon Hewitt Schweiz. “Entsprechend steigen auch im nächsten Jahr die Löhne in der Schweiz in etwa gleich wie in den letzten Jahren.“

word  Mitteilung Aon Hewitt

9:31AM

TA: Verzinsungspraxis bei PKs

Pensionskassen sind frei, die Arbeitnehmer- und ­Arbeitgeberbeiträge, die ihnen während eines Jahres zufliessen, erst ab dem nächsten Jahr zu verzinsen. Wie eine TA-Umfrage unter zehn grossen Schweizer Pensionskassen und Sammelstiftungen* zeigt, machen fast alle davon Gebrauch, obwohl sie die Möglichkeit hätten, im Reglement eine grosszügigere Regelung vorzusehen. Einzig die Pensionskasse der UBS gibt an, den Zins ­sofort monatlich gutzuschreiben, schreibt der Tages-Anzeiger.

Stefan Thurnherr, Geschäftsleitungsmitglied des VZ Vermögenszentrums, schätzt, «dass den Versicherten durch die Praxis der Kassen jedes Jahr zwischen 100 und 140 Millionen Franken an Zinsen entgehen». Ihre Altersrenten bei der Pensionierung fallen dadurch geringer aus. Seine Berechnungen stützt Thurnherr auf die Sozialversicherungsstatistik 2013 und den derzeitigen ­Minimalzins von 1,75 Prozent.

Thurnherr zu Kritikern dieser Praxis: «Es wäre nicht korrekt, den Pensionskassen die ganze Schuld zuzuweisen, denn es ist abrechnungstechnisch eine recht komplexe Sache», sagt er. «Zudem erhalten die Kassen die Beiträge von den Arbeitgebern meist nicht monatlich, sondern quartalsweise. Das Gesetz lässt den Firmen sogar bis zum ersten Monat des neuen Jahres Zeit für die Überweisung.» Auch die Arbeitgeber nimmt Thurnherr in Schutz: «Wenn schon, stehen die Vorsorgekommissionen und Stiftungsräte in der ­Verantwortung. Diese Gremien sind paritätisch zusammengesetzt, und die ­Arbeitnehmer hätten es in der Hand, für ihre Sache einzustehen.»

  Tages-Anzeiger

5:20PM

Versicherte und ihr Interesse für die PK-Anlagen

RobecoSAM, der auf Sustainability Investing fokussierte Investmentspezialist, hat Pensionskassen-Versicherte in der Schweiz befragt, ob sie sich für die Anlagestrategien ihrer Pensionskassen (PK) interessieren, und ob sie wollen, dass ihre PK nachhaltige Investitionen tätigt. Dazu wurden zwischen Mai und Juni 2014 über 1‘200 Versicherte aus allen Sprachregionen der Schweiz von gfs-zürich, befragt. 

image

Es interessiert laut CEO Michael Baldinger nicht ganz unerwartet die PK-Versicherten, wie und wo ihre Gelder investiert werden. Mit 52% will mehr als die Hälfte der Versicherten wissen, wie ihre Vorsorgegelder angelegt sind. Das Interesse ist jedoch nicht in allen Landesteilen gleich stark ausgeprägt. So kümmert es 56% der Befragten in der Deutschschweiz, in welchen Unternehmen und Staaten ihre Pensionskasse die Gelder anlegt, während in der Romandie nur noch 45% und in der italienischsprachigen Schweiz lediglich 29% Interesse daran zeigen.

72% der PK-Versicherten in der Schweiz sind der Meinung, dass ihre PK bei ihren Investitionen auch finanziell relevante ESG-Aspekte berücksichtigen soll. Auch hier ergibt der Blick auf die verschiedenen Landesteile und die Einkommensverteilung ein differenziertes Bild. Der ausdrückliche Wunsch nach einer stärkeren Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Geldanlage ist mit einem Anteil von 78% befürwortenden Stimmen in der Deutschschweiz am grössten. In der Romandie unterstützen immer noch 65% der Befragten dieses Anliegen, während es in der italienischsprachigen Schweiz mit 39% Zustimmung keine Mehrheit mehr ist.

  money cab

5:14PM

20 Min: “Teilzeitarbeit kann Sie die Zukunft kosten”

Es sind vor allem Frauen, die einer Teilzeitarbeit nachgehen. Fast 60 Prozent aller weiblichen Erwerbstätigen arbeiten Teilzeit – Tendenz weiter steigend. Diese Quote ist bei den Frauen viermal höher als bei den Männern. Bei rund einem Viertel der arbeitenden Frauen beträgt das Arbeitspensum sogar unter 50 Prozent. Einer der Hauptgründe für diese Arbeitsform ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aber auch das männliche Geschlecht will nicht mehr Vollzeit schuften. Und viele der Generation Y ziehen eine Work-Life-Balance der Karriere vor. Ein Lebensmodell, das Schule macht: Derzeit arbeiten 1,7 Millionen Schweizer Teilzeit.

Das kann auch Nachteile haben. «Die Chance, dass Teilzeitarbeitende im Alter in eine Vorsorgelücke geraten, ist gross», sagt Albert Steck, Vorsorgespezialist bei der Migros Bank. Der Grund liegt im sogenannten Koordinationsabzug. Der Gesetzgeber sieht nämlich vor, dass der Bruttolohn um einen fixen Koordinationsabzug von 24‘570 Franken für die Pensionskasse gekürzt wird – unabhängig von der Höhe des Jahreslohns.

20 Minuten gibt Tipps, wie man sich bei Teilzeitarbeit bez. 2. Säule vorsieht und welche Möglichkeiten bestehen.

 20 Minuten

5:06PM

BZ: So sichern Sie Ihre Partnerin ab

Die Berner Zeitung beschreibt die Möglichkeiten zur finanziellen Sicherung von Konkubinatspartnern und startet mit folgendem Steckbrief: Mann zwischen 50 und 65 Jahre alt, geschieden, Vater erwachsener Kinder, angestellt, gut verdienend, lebt mit einer neuen Partnerin zusammen. Heutzutage wahrlich kein Einzelfall. Nun möchte der Mann seine Partnerin begünstigen, sollte ihm etwas zustossen. Das sind seine Möglichkeiten…

  Berner Zeitung

9:35AM

BaZ: “Millionengeschäft mit IV-Gutachten”

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Hat die Invalidenversicherung Zweifel an den Angaben eines Gesuchstellers oder eines Arztes, überweist sie den Fall zur Überprüfung an eine anerkannte Medizinische Abklärungsstelle (Medas). Dort werden die Angaben zu Symptomen, Krankheit und Erwerbsfähigkeit nochmals überprüft. Rund jeder zehnte Fall landet bei einem privaten Gutachter. Fast immer kommt dabei nicht das vom Gesuchsteller gewünschte Ergebnis heraus. Eine Studie des Universitätsspitals Basel, für die 3463 IV-Gesuche untersucht wurden, zeigt: Im Schnitt werden Gesuchsteller von privaten Gutachtern um rund 30 Prozent arbeitsfähiger eingeschätzt als von den behandelnden Ärzten.

Die untersuchten Daten stammen aus dem Ärztlichen Begutachtungsinstitut Basel (ABI), das zu den privat geführten Medas-Stellen gehört. Neu ist der Nachweis, sagt ABI-Leiter Simon Lauper, dass behandelnde Ärzte faktisch deckungsgleiche Arbeitsunfähigkeiten attestierten, wie ihre Patienten ihnen dies vorgäben. Die Untersuchung mache deutlich, dass die Nähe der Behandler zu den eigenen Patienten eine objektive Einschätzung erschwere.

  BaZ

11:23AM

Avenir Suisse: Reformimpulse aus Schweden

In einem Diskussionspapier “Reformimpulse aus Schweden” stellt Alois Bischofberger die Reform der schwedischen Altersvorsorge vor, die weitaus radikaler und auch nachhaltiger ist als alles, was uns der Bundesrat unter Altersvorsorge 2020 verspricht. Er zieht die folgenden Schlüsse:

  1. Das Regelrentenalter durch ein Mindestrentenalter ersetzen. Schweden hat das Regelrentenalter abgeschafft und kennt einzig noch ein Mindestpensionierungsalter von 61 Jahren. Die Beschäftigten reagieren auf diese Flexibilität: sowohl frühere als auch spätere Austritte aus dem Erwerbsleben nehmen zu. Da die individuelle Rentenhöhe auf der Basis der durchschnittlichen Lebenserwartung zum Zeitpunkt des beginnenden Ruhestands berechnet wird und diese Lebenserwartung weiterhin steigt, besteht ein Anreiz, länger zu arbeiten. Das durchschnittliche effektive Rentenalter liegt in Schweden derzeit bei 63,8 Jahren. Es ist damit eines der höchsten in der EU. Mit der Abschaffung des Regelrentenalters würde auch in der Schweiz die Diskussion um das «richtige» Rentenalter entpolitisiert, und sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber hätten einen grösseren Handlungsspielraum.
  2. Mit Automatismen die finanzielle Stabilität sichern. Zentrales Reformziel in Schweden war die nachhaltige Finanzierung der Vorsorgeeinrichtungen. Darum wurden diese dem Zugriff der Politik weitgehend entzogen. Ungleichgewichte zwischen Guthaben und Verbindlichkeiten im Rentensystem werden durch den «Automatischen Bilanzierungsmechanismus (ABM)» korrigiert. Er stellt sicher, dass die Leistungen immer den vorhandenen Mitteln entsprechen. Anders sieht es in der Schweiz aus: Die versicherungstechnischen Kennzahlen, die in der ersten und zweiten Säule der schweizerischen Altersvorsorge die Rentenhöhen bestimmen, beruhen auf veralteten Grundlagen. Das wird künftige finanzielle Ungleichgewicht in der AHV verstärken und führt zu mehr systemwidriger Umverteilung in der beruflichen Vorsorge. Mit automatischen Stabilisatoren könnte in der Schweiz das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Alterssicherung gestärkt werden.
  3. Mit Teilrenten die Altersarbeit fördern. Um eine Erosion der Altersrenten zu vermeiden, wurden in Schweden Anreize für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit geschaffen. Ab dem 61. Lebensjahr besteht die Möglichkeit, Teilrenten zu beziehen und weiterzuarbeiten. Dieses Modell empfiehlt sich auch für die Schweiz. Zusätzlich sollte in der zweiten Säule auf die altersabhängige Staffelung der Beitragssätze verzichtet werden; sie ist eine Hürde für die Berufstätigkeit in vorgerücktem Alter. Die Arbeitgeber sollten der Altersarbeit durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Anpassung der Stellenprofile älterer Mitarbeiter Impulse verleihen. Und die Beschäftigten müssten bereit sein, allenfalls neue Funktionen und reduzierte Einkommen zu akzeptieren.
Auch der schwedische Weg ist trotz aller Erfolge nicht ohne Schattenseiten, schreibt Avenir Suisse. So hat sich die Altersarbeit eher wenig durchgesetzt, und betriebliche und staatliche Vorsorge sind noch zu wenig aufeinander abgestimmt. Die Schweiz muss denn auch ihre Altersvorsorge nicht von Grund auf umkrempeln, aber sie kann – nicht zuletzt aufgrund der Parallelen zwischen den beiden Ländern hinsichtlich des Drei-Säulen-Systems und der demografischen Entwicklung – gezielt aus den Stärken und den Schwächen des schwedischen Systems lernen.

  Avenir Suisse

10:33AM

PKSBB begräbt flexible Renten

Vor gut einem Jahr hatte die Pensionskasse der SBB angekündigt, ein System variabler Renten zu prüfen. Damit wäre die Höhe der Renten vom Deckungsgrad der Kasse abhängig gemacht worden. Die Gewerkschaften empörten sich über die sogenannten «Wackelrenten».

Unterdessen sind diese kein Thema mehr. Variable Renten seien den Mitarbeitenden aus heutiger Sicht nicht zuzumuten, sagt SBB-Chef Andreas Meyer in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger». Zumindest für die nächsten Jahre sei der Vorschlag vom Tisch. Die Pensionskasse prüfe, wie viel aus eigenen Rückstellungen finanziert werden könne. Das Unternehmen überlegte sich überdies einen zusätzlichen Arbeitgeber-Sanierungsbeitrag.

Zwar habe die Pensionskasse einen wichtigen Sanierungsschritt machen können. «Nach wie vor fliesst aber mehr ab aus der Kasse, als reinfliesst», sagt Meyer. Das habe mit der Altersstruktur zu tun.

pw. Gewerkschaften und Blick werden den Entscheid als Erfolg feiern. Und übersehen dabei geflissentlich, dass die Rentengarantie etwas kostet, wie jede Garantie. Man hat bei gleichen Beiträgen zwar den Betrag garantiert, der aber liegt gesamthaft zwangsläufig tiefer als bei einer flexiblen Lösung. Der SBB-CEO, dem die PK-Diskussion wohl schon seit geraumer Zeit gegen den Strich ging, denkt jetzt sogar an einen erneuten Arbeitgeber-Sanierungsbeitrag nach. Der Verweis sei erlaubt, dass es sich bei der SBB um einen schwer defizitären Betrieb handelt, der nur dank massiver Subventionen existenzfähig ist. Was jetzt so grosszügig aus der Unternehmenskasse erneut in die Pensionskasse fliessen könnte, stammt also letztlich aus der Kasse der Steuerzahler. Der Gewerkschaft kann dies egal sein. Der Steuerzahler wird nicht gefragt. Er sollte sich aber zumindest klar darüber sein, was sich hier abspielt.

  NZZ

4:31PM

Generationenvertrag und - ungerechtigkeit

imageAvenir Suisse hat zum ebenso komplexen wie grenzenlosen Thema der Beziehungen zwischen den Generationen eine ausführliche und mit vielen Daten und Grafiken ausgestatte Studie erstellt. Autor ist Jérôme Cosandey, Gastbeitäge steuerten Martin Eling, François Höpflinger und Pasqualina Perrig bei. Unter dem Titel “Generationen-Ungerechtigkeit überwinden” wird gezeigt, welche Belastungen auf die aktive Generation angesichts der demographischen Entwicklung zukommen resp. heute schon bestehen und wie darauf reagiert werden kann.

Der als Ausdruck der Solidarität gelobte “Generationenvertrag” gerät ins Zwielicht angesichts der Tatsache, dass Beiträge und Leistungen für den Einzelnen je nach seiner Zugehörigkeit zu den “Jungen” resp. den “Alten” zunehmend auseinander laufen. Das Problem lässt sich nicht mit einer einfachen Lösung aus der Welt schaffen, es ist vielmehr ein ganzer Strauss höchst unterschiedlicher Ansätze notwendig, um wieder ein Gleichgewicht  resp. mehr Gerechtigkeit herzustellen. Dazu unterscheidet Cosandey den politischen vom privaten Generationenvertrag, zwischen denen zahlreiche Wechselwirkungen bestehen.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte der Vorschlag finden, zur Finanzierung der rasch wachsenden Pflegekosten im Alter eine kapitalgedeckte, obligatorische Versicherung einzurichten, die für die Versicherten individuelle Guthaben ansammelt, welche für die Pflegekosten im Alter herangezogen werden können. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den durchschnittlichen, ermittelten Kosten pro Pflegebedürftigen. Werden die Mittel nicht benötigt, können Sie vererbt werden. Reichen die Mittel nicht aus, sollen wie bis anhin Gelder der EL resp. Sozialhilfe herangezogen werden.

Das Fazit, wie von Cosandey an einem Medienanlass präsentiert:

  • Es geht um viel mehr als nur um die Finanzierung der Altersvorsorge
    Der Generationenvertrag umfasst nicht einfach «Jung» und «Alt», sondern gleich vier Generationen in wechselnden Abhängigkeiten.
  • Die Alterspyramide wird zunehmend eine Alterspflaume
    Babyboomer werden heute pensioniert und in 20 Jahren zum Teil pflegebedürftig. Es fehlen finanzielle und menschliche Ressourcen für sie.
  • Ein Massnahmenbouquet im privaten und öffentlichen Umfeld ist nötig
    Nur ein breiter, flexibler Ansatz erlaubt eine kontinuierliche Anpassung an neue demografische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen.
  • Aktuelle Finanzierung der Alterspflege setzt Fehlanreize
    Ein obligatorisches Vorsparen würde die Leistung der Familienmitglieder besser honorieren und jüngere Generationen entlasten.

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Avenir Suisse und Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2014, 230 Seiten, 38 Fr.

  Avenir Suisse

11:34AM

NZZ: Massnahmen bei Geldverschwendung im Alter

Im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Einschränkung des Kapitalbezugs in der BV behandelt die NZZ die Situation bei den EL sowie eine FDP-Motion, welche eine Einschränkung des EL anvisiert. Festgehalten wird: “Bei der Ausgleichskasse Schwyz handelte es sich beispielsweise im Jahr 2012 bei rund 23 Prozent der Anmeldungen für Ergänzungsleistungen um Personen, die einen Kapitalbezug aus der zweiten Säule getätigt haben. Andreas Dummermuth, der Chef der Ausgleichskasse Schwyz, ist zugleich Präsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen. Für ihn zeigt diese Zahl, dass Handlungsbedarf besteht und die Bezüge limitiert werden müssen.

Seitens des Hauseigentümerverbands Schweiz (HEV), der sich stark gegen Einschränkungen beim Kapitalbezug zum Erwerb von Wohneigentum einsetzt, verlangt man aber zuerst genaue Zahlen, inwieweit just Hauseigentümer der ständig wachsenden Zahl von Ergänzungsleistungsbezügern angehören. Dabei wird das Argument vorgebracht, dass ja mit dem Wohneigentum nach dem Kapitalbezug weiter ein Gegenwert bestehe, der vor Armut schütze. – In Wahrheit ist aber die Kalkulation der Ansprüche für Ergänzungsleistungen komplizierter.

Hat ein Paar ein Haus mit einem Steuerwert von 500’000 Franken (ohne Hypothek) und zusätzlich noch 200’000 Franken in bar, resultiert für einen Ehegatten im Heim lediglich ein Betrag von 17’000 Franken, der via Vermögensverzehr als Einnahme pro Jahr angerechnet werden kann, so ein Beispiel des BSV. «Ergänzungsleistungen sind also auch in solchen Fällen möglich», betont Andreas Dummermuth.

Eine bereits Ende 2012 eingereichte Motion der FDP-Fraktion , die nun der Ständerat als Zweitrat behandeln muss, will die Ergänzungsleistungen einschränken, sofern Vorbezüge getätigt worden sind. Sowohl beim BSV wie auch bei der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen hält man aber wenig von Massnahmen, die Hauseigentümer vermehrt dazu brächten, zuerst ihr Anwesen zu verkaufen, bevor sie Ergänzungsleistungen beantragen könnten. Damit würde man zwar den Wert des bezogenen Pensionskassenkapitals wieder nutzen, doch der Verbleib älterer Menschen in ihren eigenen vier Wänden sei ebenfalls ein sozialpolitisches Ziel, so Andreas Dummermuth.

  NZZ

9:42AM

WEF in der Arena

 

Die Diskussion um die Einschränkung des Kapitalbezugs hat auch die Arena des Fernsehens SRF erreicht. Es diskutierten am 4. Juli 2014:

  Arena

7:22PM

Vorsorgebesteuerung der Grenzgänger: nach 10 Jahren noch keine rechtliche Bewertung

schweiz

DeutschlandDie IG Pensionskassen, welche die Interessen der deutschen Pendler gegenüber dem Fiskus vertritt, hält zu einem historischen Datum fest: “Mit dem Alterseinkünftegesetz vom 5. Juli 2004 wurde die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Altersvorgeaufwendungen und Altersbezügen ab dem 1. Januar 2005 neu geregelt. Zehn Jahre später kommt der schleichende Effekt der Übergangsregelungen zum Tragen. Altersbezüge werden inzwischen  mit demnächst 70 % (2005 50 %) besteuert und der Sonderausgabenabzug von Vorsorgeaufwendungen liegt bei 80 % (2005 60 %).

Zehn Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes gibt es nach wie vor keine abschließende und von der Finanzverwaltung akzeptierte höchstrichterliche Beurteilung, welche Auswirkungen das Alterseinkünftegesetz auf die Besteuerung der Pensionskassenlösungen der deutschen Grenzgänger in die Schweiz haben darf. “Durch Verordnung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe vom 19. September 2005 wurden die schweizerischen Pensionskassen ab 2005 in Abweichung von der bisherigen Rechtsauslegung insgesamt als “gesetzliche Rentenversicherung” steuerlich eingeordnet. Die neue Interpretation der in 2005 unverändert bestehenden Schweizer und bilateralen Rechtsgrundlagen (Verordnung EWG Nr. 1408/71 und Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz) seitens der Finanzbehörden wurde durch das in Deutschland neu ab 2005 geltende Alterseinkünftegesetz begründet”.

Die Finanzverwaltung in Deutschland setzt sich über die Differenzierung zwischen dem obligatorischen und überobligatorischen Teil der Regelungen im Schweizer Pensionskassensystem bewusst hinweg und spielt eindeutig auf Zeit. Politische Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene waren bisher erfolglos. Auch engagierte Politiker (insbesondere von CDU und SPD) sind bisher mit ihren Initiativen am Finanzministerium (Bund und Land Baden-Württemberg) gescheitert. Aus Bürgersicht höchst ärgerlich. Deutsche Politiker wären gut beraten, sich nicht zu sehr in der Schweiz um die Schweiz-Pendler zu sorgen, sondern mit der eigenen Verwaltung ein ernstes Wort zu reden – hier hat man eher kapituliert und freut sich allenfalls über zusätzliche Geldquellen mit.”

  IG Pensionskassen

11:31AM

Monika Bütler: Keine WEF mehr?

Prof. Monika Bütler schreibt in ihren Blog auf Batz.ch zur vorgeschlagenen Reduktion der WEF-Bezüge: “Die Massnahme selber ist kurzfristig unsinnig, da sie ein Strohfeuer auf dem Immobilienmarkt auslösen wird (kaufen solange PK Gelder bezogen werden können) und damit sowohl den Selbstregulierungsmassnahmen zuwider läuft als auch die Hauspreise steigen lässt. Auch mittelfristig gäbe es gescheitere Wege, dem Problem “Verarmung im Alter wegen PK Vorbezugs” Herr zu werden, ohne die Freiheiten der mittelständischen Sparer so sehr einzuschränken. Zum Beispiel durch eine zwingende Rückzahlung in den 20 Jahren nach dem Vorbezug der PK Gelder. Bei einem Vorbezug von 100’000 Franken und einem Zins von 2% würde dies circa 6000 Franken pro Jahr während 20 Jahren betragen.”

  Batz.ch

2:33PM

Blick: “Soviel erhält jeder Rentner von den Jungen”

Der SonntagsBlick hat sich dem Thema Umverteilung angenommen. Das Blatt schreibt: “Swisscanto, die Fondsgesellschaft der Kantonalbanken, schätzt die jährliche Umverteilung auf etwa 3,7 Milliarden Franken. Umgerechnet auf 3,9 Millionen Erwerbstätige macht das pro Kopf rund 950 Franken.

Das Geld landet bei den Alten und die Pensionskassen schreiben den Jungen auf deren Erspartes zu wenig Zins gut. Die Jungen kriegen zurzeit für 100 000 eingezahlte Franken bloss 1750 Franken gutgeschrieben obschon der Kapital markt fast 2700 Franken hergäbe. Die Differenz fliesst in die Renten der Alten. Sie erhalten jährlich garantiert 3300 Franken gutgeschrieben. Ohne diese Zahlungen würde das System nicht funktionieren. Die Pensionskassen leiden darunter, dass den Alten viel zu viel versprochen wurde, erklärt Othmar Simeon (57), Leiter der Swisscanto Vorsorge AG: «Daher nehmen sie jedes Jahr Milliarden aus den Ersparnissen der Jungen und finanzieren damit die Renten der Alten.»

Nun will Berset die Umverteilungsmaschinerie bremsen. Statt einer Rente von jährlich 6800 Franken sollen Neurentner in ein paar Jahren pro 100 000 Franken Sparkapital noch 6000 Franken bekommen. Eine Kürzung um zwölf Prozent. Das schmerzt.

Aber selbst auf die 6000 Franken sollten sich die Jungen nicht verlassen. Vielen Experten geht auch diese Rentenkürzung noch zu wenig weit. Denn wir leben länger. An sich eine schöne Sache. Aber das Rentenvermögen muss für mehr Jahre reichen. Deshalb sind gemäss Experten nur noch Renten von jährlich 5800 Franken pro 100 000 Franken Sparkapital finanzierbar.”

11:37AM

Arbeitsmarkt und ältere Arbeitnehmer

Der Schweizer Arbeitgeberverband will mit der Initiative «arbeitsmarkt45plus» die Wirtschaft für den Generationen- Diskurs sensibilisieren. Im Interview mit HR Today spricht Verbandspräsident Valentin Vogt über die Motive und gibt Einblick ins Generationen-Management seiner Firma.

  HR Today  /    Arbeitsmarkt45plus

11:01AM

TA: “BR versetzt Ökonomen in Aufruhr”

Wenig Verständnis findet der Bundesrat mit seiner Idee, WEF im Obligatorium zu unterbinden bei Ökonomen. Der Tages-Anzeiger schreibt: “In dem Moment, in dem in Hochpreisregionen wie dem Genfersee oder der Stadt Zürich das Preiswachstum der Immobilien praktisch zum Erliegen gekommen ist und sich eine gewisse Beruhigung im Markt bemerkbar macht, will der Bundesrat den Vorbezug von Pen­sionskassengeldern für den Erwerb von Wohneigentum stark limitieren. «Das schafft Unruhe und führt zu unnötiger Hektik», sagt UBS-Ökonom Matthias  Holzhey.

Auch wenn nach Meinung der UBS-Fachleute nicht davon auszugehen ist, dass die Gedankenspiele des Bundesrates in dieser Form umgesetzt werden, rechnen sie damit, dass jetzt viele Möchtegern-Eigenheimbesitzer noch Geld aus der Pensionskasse abziehen, solange dies noch möglich ist. Auch bei der CS geht man von «vorgezogenen Käufen und von einem vorübergehenden Run auf Eigentumsobjekte» aus.

Auch Lorenz Heim vom VZ Hypothekenzentrum rechnet mit einem Run auf ­Eigenheime und sagt: «Das könnte den Markt weiter erhitzen.» Das Gleiche ­befürchten die CS-Ökonomen Fredy ­Hasenmaile und Thomas Rieder: «Ein Wiederaufflammen der Preisanstiege könnte die Folge sein.» Die Reformankündigung des Bundesrates gefährdet damit die laufenden Abkühlungsbemühungen. Gemäss UBS-Mann Holzhey dürfte das umso eher der Fall sein, als die langfristigen Perspektiven für das Schweizer Vorsorgesystem nicht besonders gut seien. Er sieht darin ein zusätzliches Argument, um noch schnell Geld aus der Vorsorgekasse zu nehmen. Motto: Lieber das Geld in eine scheinbar krisensichere Immobilie stecken als in der Pensionskasse mit ungewisser Rentenperspektive belassen.

Gemäss Statistik des Bundes wurden im Jahr 2012 Vorbezüge von Pensionskassengeldern in der Höhe von 2,3 Milliarden Franken getätigt. Im Durchschnitt sind das bei rund 30’000 Bezügen pro Jahr knapp 80’000 Franken. Es ist nicht bekannt, bei wie vielen Haus- oder Wohnungskäufen Pensionskassengelder zum Einsatz kommen. Nach Schätzungen der UBS ist es bei 25 bis 33 Prozent aller Transaktionen der Fall. Andere Schätzungen reichen bis 58 Prozent.

Der Stabilitätsbericht der Nationalbank weist aus, dass Ende 2013 ungefähr 9 Prozent der neuen Hypothekarkreditnehmer weniger als 20 Prozent Eigen­kapital einbrachten und damit die Tragbarkeitsnorm nicht erfüllten. Rechnet man den Anteil vorbezogener Pensionskassengelder heraus, genügten gar rund 17 Prozent der Kreditnehmer der Tragbarkeitsregel nicht. Aus diesen Zahlen lässt sich ablesen, dass 8 Prozent keinen Kredit mehr erhalten würden, sollten die bundesrätlichen Ideen umgesetzt werden. Die UBS geht davon aus, dass «mindestens 10 Prozent» ohne Pensionskassenvorbezug die Tragbarkeitsnormen nicht erfüllen würden. Solchen Leuten dürfte in Zukunft der Hauskauf verbaut sein.”

  Tages-Anzeiger

9:09AM

AZ: Antworten auf Fragen zum Vorbezug

Die Aargauer Zeitung hat zehn Fragen im Zusammenhang mit dem “angedachten” Verbot eines Kapitalbezugs im BVG-Obligatorium gestellt und beantwortet. In einer Leser-Umfrage lehnten fast zwei Drittel der Teilnehmer ein solches Verbot ab.

  AZ

10:02AM

Session Fragestunde: Früherer Sparprozess im BVG

Albert Vitali wollte vom Bundesrat wissen, wie der Sparprozess aussähe, wenn  der Beginn auf 21 Jahre vorverlegt würde. Bundesrat Berset gab  Antwort: Zur ersten Frage: Bezogen auf das Jahr 2012 wären rund 150’000 Männer und 135’000 Frauen zusätzlich dem obligatorischen BVG-Sparprozess unterstellt gewesen. Dies entspricht knapp drei Vierteln der 21- bis 24-jährigen Arbeitnehmenden. Die Anzahl der aktiven BVG-Versicherten hätte sich damit um 8 Prozent erhöht. Die vorgeschlagene Senkung der BVG-Eintrittsschwelle ist dabei bereits berücksichtigt.

Jetzt zur zweiten Frage: Im Rahmen der Reform der Altersvorsorge 2020 wurde die Vorverlegung des Beginns des Sparprozesses als Kompensationsmassnahme zur Senkung des Mindestumwandlungssatzes geprüft. Diese Massnahme hat sich als nur beschränkt geeignet erwiesen, weil in den meisten Fällen die versicherten Löhne wohl bescheiden wären, da diese Personen häufig noch in Ausbildung oder am Anfang ihrer Berufskarriere stehen. Des Weiteren hat die Vorverlegung des Sparbeginns nur für Personen eine Wirkung, welche im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Reform jünger als 25 Jahre alt sind. Deshalb schlägt der Bundesrat andere Lösungen zur Stärkung des Sparprozesses vor, nämlich eine Erhöhung des versicherten Lohnes und eine Anpassung der Altersgutschriftensätze.

  Frage Vitali / Ratsprotokoll

7:28AM

TV Kassensturz: “Teilzeitfalle”

Der Kassensturz des Fernsehens SRF befasste sich mit der Situation der Teilzeitbeschäftigten bez. 2. Säule. Konkret wurde u.a. der Fall einer Zahnarztgehilfin behandelt, die nicht bei einer PK angemeldet wurde. Diskutiert wurden auch die Folgen des Koordinationsabzugs mit Martin Hubatka. Auf der Website SRF finden sich weitere Informationen.

  Website SRF / Sendung

9:02AM

Leserfrage: PK-Infos zu einer UWS-Senkung

imageEin Leser hat folgende Frage gestellt: “Da in absehbarer Zeit meine Pensionierung ansteht, würde es mich interessieren, welche gesetzlichen Vorschriften bestehen, bezüglich Information seitens der Pensionskasse über eine anstehende Änderung des Umwandlungssatzes.”

Dazu Hermann Walser: Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich einer Information der Versicherten über eine Änderung des Umwandlungssatzes. Es gibt deshalb auch keine Gesetzesbestimmung, die den Pensionskassen vorschreiben würde, wie viele Monate vor einer Änderung des Umwandlungssatzes die Destinatäre informiert werden müssten. Welche Informationen Pensionskassen ihren Versicherten abgeben müssen, ist in Art. 86b BVG festgehalten. Darin steht nichts über eine Pflicht zu einer Vorinformation der Versicherten bei Planänderungen. Rechtlich kann ein Stiftungsrat eine Planänderung und eine damit verbundene Reglementsanpassung jederzeit beschliessen und auch sofort in Kraft setzen. Es entspricht aber allgemeiner Übung, Versicherte rechtzeitig über gewichtige Planänderungen zu informieren, auch wenn dazu keine gesetzlichen Fristen vorgeschrieben sind.

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