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Die aktuelle Diskussion

Abzocker Initiative und Pensionskassen

Das Dossier orientiert über die Umsetzung der Initiative gegen die Abzockerei.

Diskussions-Anlass des Vorsorgeforums vom 28. Mai in Zürich. Infos.

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Die neuesten Ausgaben:

Nr. 240 / PDF

Nr. 241 / PDF

21.5.2013

 

BVG-aktuell Themen

Entries in Medien (673)

11:59AM

NZZ: Highlights der Podiumsdiskussion bei der Swisscanto

In seinem Bericht von der Präsentation der Swisscanto Umfrage-Resultate hat Werner Enz auch einige der Voten aus der Podiumsdiskussion notiert: “An der Diskussion zeigte sich Nationalrat Toni Bortoluzzi von der humorvollen Seite. Zum Glück sei im März 2010 die Senkung des Mindest-Rentenumwandlungssatzes (von 6,8% auf 6,4%) vom Volk klar verworfen worden, denn dieser hätte in der Zwischenzeit bereits wieder gekürzt werden müssen. Bortoluzzi votierte dafür, dass Stiftungsräte über Rentenleistungen, damit auch den Umwandlungssatz, in Eigenregie entscheiden. Es sei ein Fehler gewesen, diesen im Rahmen der 1. BVG-Revision ins Gesetz aufzunehmen. Originell war – last, but not least – der Vorschlag von Colette Nova, Vizedirektorin des Bundesamts für Sozialversicherungen, im Jahresbericht einer Pensionskasse jeweils transparent darzulegen, wie viel Geld von den Aktiven zu den Rentnern umverteilt worden sei. Fairplay statt Fouls wäre somit gefragt.”

  NZZ

7:51AM

Jürg Brechbühl zu variablen Renten

Jürg Brechbühl, Direktor des BSV, äussert sich in einem Blick-Interview zur Diskussion um variable Renten, wie sie derzeit bei den SBB geprüft werden, sowie zu weiteren Fragen rund um das BVG. Auszüge:

BLICK: Was halten Sie vom Rentenmodell, wie es die SBB diskutieren?
Jürg Brechbühl:
Kommentieren will ich das nicht. Wichtig ist, dass sich die Pensionskasse Gedanken macht, wie sie sich auf eine solide finanzielle Grundlage stellt. Es ist Sache des Stiftungsrats zu entscheiden, ob das diskutierte Modell dem Vertrauen der Versicherten in die Pensionskasse förderlich ist.

Sie drücken sich um eine konkrete Antwort. Nochmals: Was halten Sie vom SBB-Modell?
Unser Bundesamt ist für das BVG-Obligatorium zuständig. In diesem Bereich ist dieses Modell sicher kein gangbarer Weg. Denn es hat einen grossen Nachteil: Die Rentner haben weniger Sicherheit. Doch das Vertrauen in die Rente ist für die Pensionierten ganz entscheidend.

Und für das Überobligatorium gilt dieser Grundsatz nicht?
Doch. Die Sicherheit ist zentral! Daran muss jeder Stiftungsrat denken, bevor er einen solchen Entscheid fällt. Es kommt aber auch sehr auf die einzelne Kasse an. Bei einer Kasse mit sehr guten Leistungen ist ein solches Modell eher denkbar.

Was passiert, wenn die SBB-Lösung scheitert?
Dann werden die SBB wohl den Umwandlungssatz senken, wie sie bereits angedeutet haben.

Also genau die Lösung, die Sie und SP-Bundesrat Alain Berset beim BVG-Obligatorium in der geplanten Altersvorsorge-Reform anstreben.
Um eine Senkung des Umwandlungssatzes kommen wir tatsächlich nicht herum. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Eine Senkung ist schlicht notwendig, weil sich sowohl die Lebenserwartung wie auch die Zinserwartung verändert haben. Damit die Pensionskassen den heute geltenden Umwandlungssatz von 6,8 Prozent finanzieren könnten, müssten sie pro Jahr im Schnitt 4,5 bis 5 Prozent Rendite erzielen. Das gab es in den letzten zehn Jahren nicht.

  Blick

6:30AM

Blick: Problem viele Rentner, wenig Zahler

Die Überlegungen der SBB, die Renten der Mitarbeiter in Zukunft in einen fixen und variablen Betrag aufzuteilen, haben einen Wirbel ausgelöst, schreibt der Blick. Und weiter:  “Klar ist: Viele Pensionskassen kämpfen mit dem Problem, dass grosse Summen für die Renten ausbezahlt werden müssen, aber wenig aktive Beitragszahler vorhanden sind und die Erträge auf dem Kapital unsicherer geworden sind.

«Etwa 50 Prozent der Pensionskassen hätten Bedarf, solche Massnahmen zu ergreifen», schätzt Othmar Simeon, Geschäftsführer von Swisscanto Vorsorge. Es gibt erst einzelne Vorsorgestiftungen, die variable Renten zahlen. «Wenn sich die SBB dazu entscheiden, hat das Signalwirkung», so Simeon.

An der Börse lief es doch gut – wo liegt das Problem? Die Pensionskassen profitierten zwar letztes Jahr vom Börsen-Boom. Doch diese Erträge können stark schwanken. Zudem halten sie viele Obligationen von Schuldnern mit tiefem Risiko, und die werfen derzeit kaum Rendite ab.

«Das Vorsorgesystem muss auf weiterhin tief bleibenden Zinsen ausgerichtet werden», sagt Experte Alfred Bühler von der Beratungsfirma PPC Metrics. Gleichzeitig werden wir älter – die Renten werden  länger bezahlt. Das Geld in der Hoffnung auf mehr Rendite risikoreicher anzulegen, ist keine Lösung: «Grössere Risiken bei der Anlage gehen auch zulasten der Aktiven», so Bühler. «Jährlich fliessen etwa 3 Milliarden Franken von den Aktiven zu den Rentnern. Diese Pensionierungsverluste kommen zustande, weil die Erträge auf dem Kapital nicht reichen, die Renten zu finanzieren», rechnet Bühler vor. Wenn dieser Zustand lange anhält, fehlt das Geld für die Zukunft: «Die ganz Jungen sind die Verlierer. Die sind schlecht vertreten und sich oft nicht bewusst, was auf sie zukommt», warnt Bühler.

Die Debatte dreht sich laut Experte Bühler zu stark um den Umwandlungssatz. «Das Problem mit den rentnerlastigen Kassen wird auf die lange Bank geschoben. Es ist zwar bekannt, aber man hat keine Lösung», so Bühler.”

  Blick

10:10AM

Mehr Eigenverantwortung in der BV

avenir suisseJérôme Cosanday von avenir suisse plädiert für mehr individuelle Eigenverantwortung in der beruflichen Vorsorge und kritisiert die aktuelle Entwicklung der 2. Säule zur “Umverteilungsmaschine”. Er fragt: “Kann man im Zeitalter hoher Mitarbeitermobilität noch von Schicksalsgemeinschaft sprechen, wenn jeder seine Stelle alle 5 bis 7 Jahre wechselt? Was verbindet den seit zehn Jahren pensionierten Rentner mit dem dienstjüngsten Mitarbeiter, der Ende Jahr die Firma verlässt? Ist es wirklich solidarisch, dass Letzterer (Anlage-)Risiken trägt, um Leistungen zu garantieren, die vor seinem Stellenantritt versprochen wurden? Wäre es nicht sinnvoller, dass jeder, oder zumindest jede Alterskohorte, die Strategie und Leistungen bestimmt, wofür er auch gerade stehen will und kann?”

  avenir suisse

5:28PM

BV-Publikationen im Umbruch

P.W. Still und heimlich ist auf Anfang Jahr die von der englischen Financial Times herausgegebene Zeitschrift SPN offenbar wegen ungenügender Einnahmen samt Newsletter eingestellt worden. Auch Stocks mit den regelmässigen Kommentaren zur 2. Säule ist nicht mehr. Und die AWP Nachrichten Soziale Sicherheit hat erneut grössere Veränderungen hinter sich. Nachdem im Frühjahr Werner 2011 Werner Hug in Pension gegangen war, wurde die Redaktion an die Dr. Schenker Kommunikation in Bern vergeben. Ein geplanter Verkauf wie auch eine Kooperation mit dem VPS Verlag war zuvor gescheitert. Jetzt wird die Zeitschrift von der SDA / AWP Multimedia produziert. Der unter Schenker sehr PR-lastige Inhalt ist nun wieder aktueller. Allerdings stellt sich die Frage, ob es Aufgabe einer Nachrichten-Agentur sein kann, selber auch Publikationen zu produzieren. Die Auflage bewegt sich seit Jahren in der Gegend von 600-700 Exemplaren.

  AWP-Nachrichten / SDA

9:32AM

Rentnerkassen - “Zeitbomben in der 2. Säule”

Michael Ferber schreibt in der NZZ: “Gemäss dem Bundesamt für Statistik gab es in der Schweiz per Ende vergangenen Jahres insgesamt 2191 Vorsorgeeinrichtungen. Laut Schätzungen aus Branchenkreisen dürften rund 300 davon solche Rentnerkassen sein. Angesichts der demografischen Entwicklung und mangelnder Reformen in der zweiten Säule ist zu erwarten, dass ihre Zahl in den kommenden Jahren steigt. Das Thema Rentnerkassen werde den Sicherheitsfonds in den kommenden Jahren definitiv beschäftigen, sagt Daniel Dürr, Geschäftsführer des Sicherheitsfonds BVG.

Die Entwicklung birgt einigen Sprengstoff. Viele dieser Vorsorgeeinrichtungen seien regelrechte «Zeitbomben», sagen etwa Peter Zanella und Edouard Stucki von der Beratungsgesellschaft Towers Watson. Gerieten solche Pensionskassen in Unterdeckung, sei es angesichts der geringen Zahl der Aktiven kaum möglich, sie zu sanieren. Die Berater gehen davon aus, dass sich rund ein Dutzend Rentnerkassen in der Schweiz in Unterdeckung befindet. Dürr bestätigt diese Zahl zwar nicht, zumal es keine Statistik gebe. Allerdings schaue sich der Sicherheitsfonds Pensionskassen im Hinblick auf solche Sachverhalte an. Je länger die Phase niedriger Zinsen dauere, desto mehr werde sich das Problem verschärfen, erwarten Zanella und Stucki.”

  NZZ

4:14PM

CHSS 1/2013: Soziale Sicherheit–gestern und morgen

Cover Soziale Sicherheit CHSSDie aktuelle Ausgabe der Zeitschrift CHSS 1/2013 befasst sich mit den Schwerpunkten:

  • Reform der Altersvorsorge 2020 (Sibel Oezen und Bernadette Deplazes, BSV)
  • Handlungsbedarf und Handlungsfelder in der sozialen Krankenversicherung (Marie-Thérèse Furrer, BAG)
  • Dezentral und fragmentiert: die Geschichte der sozialen Sicherheit seit Mitte des 19. Jahrhunderts (Prof. Martin Lengwiler, Universität Basel)
  • Bundesamt für Sozialversicherung (Dr. Urs Germann, Historiker, Universität Basel)
  • Unsicheres Alter, gesichertes Alter? (Matthieu Leimgruber, Universität Genf)
  • Krankenversicherung: der lange Schatten des Föderalismus (Prof. Martin Lengwiler, Universität Basel)

BSV  CHSS

6:51PM

NZZ: Kritik an neuen Richtlinien für Profi-Investoren

Die Richtlinien zur Ausübung der Aktionärsrechte durch Profi-Investoren sorgen für heftige Diskussionen. Kritiker sehen die Gefahr, dass sie das Aktienrecht verletzen. Den Hintergrund zu der Debatte bildet die «Abzocker»-Initiative, schreibt Michael Ferber in der NZZ.

  NZZ

3:32PM

Le Temps: Les hedge funds ont peu d’avenir dans les cp

Il existe quelques caisses de pension ayant conservé une part importante de leurs placements en hedge funds: ils représentent, par exemple, 10,4% du portefeuille de la caisse de pension de Credit Suisse à la fin novembre 2012, selon Jean-Paul Darbellay, porte-parole. L’institution n’a pas une stratégie définie en fonction d’un indice de référence, mais selon un rendement en termes absolus. La part en hedge funds correspond à la moitié des positions en placements alternatifs de la caisse de pension (21,2%). Depuis le début de l’année, la performance s’élève à 7,1%. Depuis 1993, son rendement annuel moyen est de 4,7%, y compris les immeubles. Mais Credit Suisse fait figure d’exception.

  Le Temps

11:47AM

NYT: Ray Kurzweil Says We’re Going to Live Forever

Ray Kurzweil, bekanntester und prominentester Futurologe und Unternehmer der USA, hat in einem Interview im Magazin der New York Times Auskunft über seine Visionen gegeben.

As a futurist, you are famous for making predictions of when technological innovations will actually occur. Are you willing to predict the year you will die?
My plan is to stick around. We’ll get to a point about 15 years from now where we’re adding more than a year every year to your life expectancy.

 You have described microscopic nanobots of the future that will be able to shape shift into anything, even gather into patterns that mimic familiar life-forms. So millions of nanobots will be running around that look just like Ray Kurzweil?
This idea of creating a whole virtual body with nanobots, that’s more like a 2050 scenario. But by the 2030s we’ll be putting millions of nanobots inside our bodies to augment our immune system, to basically wipe out disease. One scientist cured Type I diabetes in rats with a blood-cell-size device already.

You’ve said that if you woke up one day with a terminal disease, you’d be forced to invent a cure. Were you being serious?
I absolutely would try. I’m working now on a cancer project with some scientists at M.I.T., and if I develop cancer, I do have some ideas of what I would do.

I imagine a lot of people would hear that and say, Ray, if you think you’re capable of curing yourself, why don’t you go ahead and start curing others?
Well, I mean, I do have to pick my priorities. Nobody can do everything. What we spend our time on is probably the most important decision we make. I don’t know if you’re aware, but I’m joining Google as director of engineering.

  NYT

11:57AM

Renditen und Zinsen

Der Sonntag schreibt über die im letzten Jahr erzielten Renditen und den technischen Zins. Berichtet über den zunehmenden Trend, Ende Jahr rückwirkend den festgelegten Zins zu erhöhen. Im Artikel heisst es: “Ein neuer Trend zeichnet sich ab: Auch gut dotierte Kassen beschliessen erst nur das gesetzliche Minimum. «Die Zinsen werden zunehmend rückwirkend festgelegt beziehungsweise Ende Jahr noch angepasst », erklärt Christian Wicki, Leiter Strategieberatung Institutionelle Kunden bei der Credit Suisse (CS). Beispiele dafür sind die Kassen der CS und der Mobiliar, die im letzten Jahr die Zinsen nachträglich von 1,5 auf 2,5 respektive 3 Prozent angehoben haben. Ähnlich handhaben es auch die Kassen der Post und des Bundes (Publica). «Der Zins für 2013 ist vorerst auf 1,5 Prozent festgelegt worden», sagt Publica-Direktor Dieter Stohler. «Es kann aber gut sein, dass das Ende Jahr noch angepasst wird.» Für Wicki ist das ein Weg, Unsicherheiten zu reduzieren. «Bisher sind es vor allem die grossen Kassen, die das bereits so handhaben. Aber das nimmt zu.»

Gemäss Manfred Hüsler, Direktor der OAK, wird die Oberaufsicht künftig Früherhebungen durchführen, damit bereits im Q2 Zahlen über die Finanzierungssituation der Kassen vorliegen.

  Artikel Sonntag

12:09PM

FuW: Renditeprognose für 2013, Interview Konrad

imageThomas Hengartner erwartet in der Finanz und Wirtschaft im laufenden Jahr für die Pensionskassen eine Barrendite von 2,7%, wenn für Anleihen eine laufende Rendite von noch 1,2%, für Aktien eine Dividendenrendite von 3,7% und für Vermietimmobilien ein Nettoerlös von 5% ins Modell eingesetzt wird. Dies reicht, um die Vorsorge-Zinspflichten von durchschnittlich 3,6% für Rentnerkapitalien und von mindestens 1,5% für die Spargelder der Beschäftigten zu erfüllen.

Hengartner hält aber fest: Im Investmentbereich ist die anhaltende Niedrigzinslage eine grosse Gefahr. Die Vorsorgeträger gehören zusammen mit allen Sparern zu den Leidtragenden der Geldpolitik der Notenbanken aller wesentlichen Länder.

In einem Interview äussert sich Hanspeter Konrad, Direktor des ASIP, zu den Anlageergebnissen 2012 und den Auswirkungen auf die VE.

FuW: Haben denn aktive Versicherte Aussicht darauf etwas mehr als nur den BVGMindestzins von 1,5% gutgeschrieben zu erhalten?
Einige Pensionskassen verzinsen aufgrund des guten Ergebnisses die Altersguthaben 2012 höher als mit 1,5%. Leicht reduziert wird damit wird die Differenz zu den Rentenbezügern, deren Restguthaben 3% oder mehr gutzuschreiben sind.

Wie soll der Streit um den richtigen Rentenumwandlungssatz beigelegt werden?
Um die langfristige Stabilität der zweiten Säule sicherzustellen, braucht es an verschiedenen Stellen Korrekturen. Eine zügige Senkung des Mindestumwandlungssatzes würde den Kassen die Flexibilität zurückgeben, durch Rückstellungen auf die Herausforderungen von steigender Lebenserwartung und volatiler jährlicher Performance angemessen zu reagieren. Diese zügige Senkung ist aber von flankierenden Massnahmen zu begleiten, um das Leistungsziel bei Erreichen des Referenzrentenalters sicherzustellen.

Würde ein Systemwechsel zu einem erst nachträglich festgelegten BVG-Mindestzins das Anlagegeschäft erleichtern?
Nein, damit würde die langfristige Sicht gefährdet. Zudem droht durch einen von der eidgenössischen Oberaufsichtskommission geforderten übertriebenen Aufwand für die Offenlegung der Vermögensverwaltungskosten gerade das eigentliche Ziel des effizienten Mitteleinsatzes torpediert zu werden. Hier werden wir versuchen, Gegensteuer zu geben.

  FuW

10:17AM

Abzocker-Initiative und Pensionskassen

Würden die institutionellen Anleger an den Generalversammlungen mehr Einfluss ausüben, gäbe es weniger Salärexzesse auf Stufe Management und Verwaltungsrat. Von dieser Überlegung gingen – vielleicht nicht zu Unrecht – die Initianten der Volksinitiative «gegen die Abzockerei» aus und schrieben folgenden Satz in ihren Verfassungsartikel: «Pensionskassen stimmen im Interesse ihrer Versicherten ab und legen offen, wie sie gestimmt haben», schreibt Simon Gemperli in der NZZ.

Ob nur Pensionskassen gemeint sind oder auch Sammelstiftungen und Wohlfahrtsfonds, müsste der Gesetzgeber bei einer Annahme der Initiative präzisieren. Klar ist, dass die Macht dieser Vorsorgeeinrichtungen beschränkt ist. Gemäss Pensionskassenstatistik des Bundes wiesen sie im Jahr 2010 Aktiven im Wert von 620 Milliarden Franken auf. Davon waren aber nur 63 Milliarden in Aktien inländischer Unternehmen investiert. Dieser Betrag entspricht etwa 7 Prozent der Marktkapitalisierung des Swiss Performance Indexes (SPI). Alle institutionellen Anleger (Anlagefonds, Versicherungen, die öffentliche Hand usw.) besitzen zusammen über die Hälfte der Unternehmen im SPI. (…)

Den Initianten ist klar, dass eine buchstabengetreue Umsetzung aus praktischen Gründen gar nicht möglich ist. Die Vorschriften müssten differenzieren zwischen grösseren und kleineren Pensionskassen, sagt Claudio Kuster, Sekretär des Initiativkomitees. Er plädiert in diesem Punkt für eine flexible Interpretation des Verfassungstexts. Auf einer wörtlichen Umsetzung bestünde das Initiativkomitee aber bei den Kernanliegen, insbesondere bei der Festlegung der Gehälter der Manager und Verwaltungsräte durch die Generalversammlung. Der Initiativtext bietet einigen Spielraum für (Um-)Deutungen. Die einzelnen Forderungen werden als «Grundsätze» bezeichnet, welche das Gesetz zu präzisieren hätte.

Eine Bestimmung, wonach die Pensionskassen zwingend «im Interesse ihrer Versicherten» abstimmen, hat unter den Pensionskassen für Irritationen gesorgt, weil dieses Interesse kaum eruierbar ist. Die Initiative verpflichte die Stiftungsräte nicht, vor Generalversammlungen Umfragen unter den Versicherten durchzuführen, sagt Claudio Kuster. Dieses Märchen hätten die Gegner in die Welt gesetzt.

  NZZ

9:03PM

CHSS 6/12: Grundlagen zur Reform der Altersvorsorge

Ausgabe 6 der “Sozialen Sicherheit” ist schwerpunktmässig der vom Bundesrat lancierten Reform der Altersvorsorge gewidmet. Im Vorwort informiert Martin Kaiser, dass vier aktuell im Fokus stehende Studien Auskunft über die grundlegenden Fragen und Entwicklungen Auskunft geben sollen. Die Studien befassen sich mit den Steuerungsmechanismen in der AHV, den unterschiedlichen Sterblichkeiten nach Berufstätigkeit, der Babyboom-Generation und der AHV sowie dem Altersrücktritt im Kontext der demographischen Entwicklung. 

Von besonderem Interesse sind die Angaben zu Sterblichkeit und sozioprofessioneller Stellung der Versicherten. Ein Punkt, der im Zusammenhang mit der Diskussion um den Umwandlungssatz in letzter Zeit vermehrt Beachtung gefunden hat aber auch für die AHV von Interesse ist.

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Die Gliederung der Erwerbstätigen in sozioprofessionelle Gruppen anhand von Beruf, Bildungsstand und Position im Unternehmen bestätigt, dass die Sterblichkeitsunterschiede bei Männern grösser sind als bei Frauen. Bei den Männern weisen Ingenieure und Kaderleute sowie Personen mit liberalen Berufen (weniger als 8000 Todesfälle pro 100’000 Personen) ein deutlich tieferes Sterblichkeitsrisiko auf als Angestellte, Arbeiter und ungelernte Arbeitskräfte (über 12’000 Todesfälle pro 100’000 Personen). Handwerker, Selbstständig-
erwerbende und Landwirte liegen dazwischen. Wider Erwarten ist das Sterberisiko bei den Frauen im obersten Management am grössten, was auf einen deutlich weniger engen Zusammenhang zwischen sozialer Position und Risiko schliessen lässt. Am geringsten ist das Sterblichkeitsrisiko bei den Ingenieurinnen und Kaderfrauen.

Es bestehen sowohl im Alter von 25 als auch von 65 Jahren erhebliche Unterschiede bei der Lebenserwartung. Ein Mann mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe hat im Alter von 25 Jahren eine um fünf Jahre höhere Lebenserwartung als ein Mann ohne Ausbildung, mit 65 Jahren beträgt der Unterschied knapp drei Jahre. Bei den Frauen variiert die durchschnittliche Lebenswartung um drei Jahre im Alter von 25 Jahren und um zwei Jahre im Alter von 65 Jahren. In Prozenten ausgedrückt verlängern sich die Rentenjahre von Männern mit Tertiärabschluss im Vergleich zu Männern ohne Bildungsabschluss oder mit einem Abschluss auf Sekundarstufe I (obligatorische Schule) um 17 Prozent (Frauen: 10 Prozent).

  CHSS 6/12

6:22PM

NZZ: IV-Revision - Verschaukelter Souverän

In einem bissigen Kommentar geisselt die NZZ das Vorgehen des Nationalrats mit der Kehrtwende bei der IV-Revision. Das Blatt hält fest: Die Schweiz ist stolz auf ihre direktdemokratische Tradition. Andere heilige Kühe werden geschlachtet. Als unantastbar gilt aber, dass im Lande Tells der Souverän das letzte Wort hat. Diesem staatspolitischen Grundsatz werde auch unter der Kuppel des Bundeshauses nachgelebt, glaubten wir bis dato. Doch jetzt glauben wir das nicht mehr.

Dass der Nationalrat darauf verzichtet hat, bei der Invalidenversicherung die Sparschraube zu betätigen, ist ein parlamentarisches Schelmenstück auf dem Buckel der direkten Demokratie. Als nämlich das Stimmvolk am 27. September 2009 zur Urne gerufen wurde, um die Mehrwertsteuer von 7,6 auf 8 Prozent anzuheben, wurde diese Massnahme mit einem glasklaren Versprechen verknüpft. Parallel zu der bis Ende 2017 befristeten Zusatzfinanzierung würden «neue sozialverträgliche Sanierungsmassnahmen eingeführt mit dem Ziel, die Rechnung der IV auf Dauer ins Lot zu bringen». So stand es schwarz auf weiss im Abstimmungsbüchlein des Bundesrats.

Am Mittwoch dachte sich die rot-grün-christlich-evangelisch-grünliberale Mehrheit im Nationalrat: Was kümmert uns das Geschwätz von gestern? Das ist bedenklich, wenn nicht skandalös. Der Souverän muss konstatieren, dass politische Versprechen im Bundeshaus nichts gelten. Der Verstoss gegen Treu und Glauben, den der Nationalrat bei der IV vorexerziert hat, unterspült das Vertrauen in die politischen Institutionen. Kommt dazu, dass auch der zuständige Bundesrat leichtfertig mitgeschwommen ist.

Alain Berset war vor drei Jahren noch nicht Bundesrat. Trotzdem hätte das Siebnergremium niemals zulassen dürfen, dass der neue Sozialminister mithilft, das Stimmvolk zu verschaukeln.

  NZZ

12:47PM

Umstrittene Immobilien-Limite

Der Tages-Anzeiger befasst sich ausführlich mit der viel diskutierten Limite für Immobilien-Anlagen von 30 Prozent. Zahlreiche Kassen überschreiten sie, etwa die PK des Modehauses Schild mit 65 oder die Stiftung Abendrot mit 35 Prozent. Normalerweise sollte die Überschreitung kein Problem darstellen. Auf der Basis einer nachvollziehbaren Begründung kann sie bekannterweise überschritten werden. Deshalb sieht etwa der ASIP hier auch keinen Handlungsbedarf. Die Immobilien-Limite gegen die Limite bei alternativen Anlagen auszuspielen, wie es gelegentlich vorkommt und auch in einem TA-Beitrag geschieht, ist hingegen sinnlos. In einem ausgewogenen Kommentar kommt Chefredaktor Res Strehle auch zum Schluss, dass die Schild-PK kein Vorbild sein kann sondern ein Klumpenrisiko enthält, das nicht hingenommen werden darf.

  Artikel TA

10:34AM

Publica stockt bei Aktien und Unternehmensanleihen auf

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Die Pensionskasse des Bundes, Publica, setzt verstärkt auf Aktien und Unternehmensanleihen. An einer Fachtagung der Beratungsgesellschaft PPCmetrics gab Susanne Haury von Siebenthal, die bei der Sammeleinrichtung das Asset-Management leitet, Einblicke in die Anlagestrategie des Jahres 2012. Publica verwaltet rund 33 Mrd. Fr. Wie Haury von Siebenthal mitteilte, hat Publica den Aktienanteil von 29% auf 33% erhöht. Die Allokation für Unternehmens-Bonds ist von 12% auf 16% gestiegen, neu setzt die Kasse ausserdem auf Schwellenländer-Staatsanleihen in Lokalwährung, heisst es in einem Beitrag von Michael Ferber zu einer Tagung von PPCmetrics.

  NZZ

4:54PM

PK-Rating 2012: Wo der Rotstift angesetzt wird

imageIn einem Interview mit dem Tages-Anzeiger geht PK-Experte Patrick Baeriswyl von Mercer auf die ergriffenen und möglichen Sparmassnahmen der Pensionskassen ein. Auszüge:

TA: Was wurde aus der flexiblen Altersrente nach dem PWC-Modell? Bei diesem besteht die Altersleistung aus einem garantierten Teil und einem von der Performance abhängigen, flexiblen Teil.
Ich kenne nur sehr wenige Kassen, die diese Möglichkeit umgesetzt haben. Einerseits müsste die garantierte Rente sehr tief angesetzt werden, damit das Modell wirkt, andererseits befürchtet man, dass der Verwaltungsaufwand zunehmen würde.

Wo hat das Sparen ein Ende?
Für alle Leistungen gibt es gesetzliche Mindestvorschriften. Zudem sind sie häufig ein Bestandteil des Arbeitsvertrags. Dann ist eine Kürzung nur möglich, falls alle Arbeitnehmer zustimmen. Sonst muss eine Kürzung mit einer Änderungskündigung durchgesetzt werden. Davor schrecken die Arbeitgeber aber häufig zurück, weil viele Mitarbeiter die Gelegenheit nutzen könnten, um eine neue Anstellung zu suchen.

Gehen die Pensionskassen mit ihrem Sparkurs nicht zu weit?
Nein. Es ist die Pflicht der Stiftungsräte, nur korrekt finanzierte Leistungen in die Reglemente aufzunehmen. Früher konnten viele Leistungen über die Kapitalerträge bezahlt werden. Dies ist heute nicht mehr möglich.

In welche Richtung sollte sich die berufliche Vorsorge bewegen?
Die Frage ist, wie wir die BVG-Minimalvorschriften umformulieren, sodass sie der steigenden Lebenserwartung und den tiefen Zinsen gerecht werden – und wie wir gleichzeitig das ursprüngliche Leistungsziel beibehalten können.

Und welche Lösung schlagen Sie vor?
Ich erwarte keine Wunder. Höhere Beiträge, den Sparprozess mit 20 Jahren zu beginnen, ein höheres AHV-Rentenalter oder eine Kombination dieser Massnahmen – das sind die Lösungen.

  PK-Rating 2

2:21PM

Die Brücke hält!

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“Wenn ich sage, die Brücke hält, dann hält die Brücke!» Man muss den Film «Der General» (1926) von und mit Buster Keaton gar nicht gesehen haben, um das Ende zu erahnen. Die Brücke hält nicht. Wir lachen über den unglücklichen Befehlshaber und sind ihm doch verwandt: Der Glaube, Markt- und Naturkräfte aushebeln zu können, ist offenbar angeboren¨, schreibt Prof. Monika Bütler in der NZZ am Sonntag. Und fährt fort:

“Aktuelles Beispiel: der Umwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge. Dieser beträgt noch immer 6,8 Prozent. Bei einem Zinssatz von 2 Prozent reicht das bis zur Pensionierung angesparte Vermögen nur für weitere 17 Lebensjahre. Also allerhöchstens noch für unverheiratete Männer - die einzige Gruppe übrigens, die ihre Kosten selber deckt. Alle anderen beziehen im Schnitt zusätzlich vier bis fünf Jahre Rente.

Doch während sich weite Kreise gegen jede Senkung des Umwandlungssatzes wehren, beginnen Pensionskassen reihum, einschneidende Massnahmen zu treffen, die im Endeffekt genau diese Senkung vollziehen. Einfach durch die Hintertür.”

  Artikel Bütler

12:14PM

SR DRS: “Ungewisse Zukunft der PKs”

In der Sendung “Trend” befasst sich das Radio DRS mit der Finanzierungssituation der Pensionskassen sowie der in vielen Kassen beschlossenen Erhöhung des Rentenalters. Zu Wort kommen Stimmen der PK-Migros (Christoph Ryter) und UBS sowie des SGB. Ausführlich interviewt wird Jürg Brechbühl, Direktor des BSV.

radio2  DRS