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21.4.2015

Mitglieder Vorsorgeforum

Entries in Aktuell (518)

2:48PM

Der Euro – eine Fehlkonstruktion

Hansueli Schöchli mokiert sich in der NZZ über die “lockeren Sprüche der Gewerkschafter” (welche einen Franken/Eurokurs von 1.40 empfehlen) und lässt sich dann über die Gemeinschaftswährung aus:

Im Kern ist die Frankenstärke vor allem das Spiegelbild des Euro-Problems. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion, weil ihm die zentrale Basis fehlt – eine europäische politische Identität. Doch ein Ende mit Schrecken ist für Europas Politiker das schlimmere Szenario als ein Schrecken ohne Ende, weshalb Durchwursteln angesagt bleibt. Die Schweiz muss mit dieser Fehlkonstruktion und mit periodischen Fieberschüben an den Devisenmärkten leben. Es gibt keine für alle Zeiten «richtige» Antwort zum Währungsregime. Die Optionen sollten offen bleiben. Klar scheint, dass auf absehbare Zeit die Deklaration einer neuen Kursgrenze wenig glaubhaft wäre und der Erfolg der Kursgrenze Franken/D-Mark von 1978 nicht eins zu eins auf die heutige Situation zu übertragen ist. Der Euro-Raum ist politisch und wirtschaftlich viel heterogener und weniger stabil als das damalige Westdeutschland. Die Schweiz wird sich deshalb der Geldpolitik im Euro-Raum noch viel weniger ausliefern wollen als der Geldpolitik der damaligen Bundesbank.

  NZZ

3:20PM

Negativzinsen: Cash-Abbau durch Renten-Vorauszahlung

ppcmetricsDie von der Nationalbank verfügten Negativzinsen – ausser der Publica können die Pensionskassen sich nicht durch ein SNB-Konto davon frei machen – scheint zu allerhand mehr oder weniger innovativen Gegenstrategien Anlass zu geben. Marco Jost (PPCmetrics) schlägt zur Verringerung der teuren Liquidität vor, den Pensionierten ihre Rente einige Monate im Voraus zu überweisen, nachdem auch das Einbunkern von Tausendernoten sich als problematisch zu erweisen droht. Jost schreibt in der Sonntags-Zeitung:

Der nächste Gedanke liegt auf der Hand: Die in den kommenden (z. B. 6 oder 12) Monaten anstehenden Zahlungen aus laufenden Renten könnten heute schon (gesammelt) erbracht werden. Mindestens solange die Rentenbezüger das Geld ohne Strafzinsen halten können, wäre dies durchaus auch in ihrem Sinne.

Die Mathematik der Pensions­kassen hat aber eine wichtige zusätzliche ­Dimension: Renten werden nicht für eine fixe Dauer ausbezahlt, sondern sind auf Lebzeiten ausgerichtet. Bei ­vorschüssiger Zahlung für mehrere ­Monate aufs Mal hätten die Renten­bezüger, die vor Ablauf dieser Zahlungsperiode sterben, zu viel erhalten. Das Rückfordern dieser Beträge aus der Erbmasse ist wiederum mit administrativen Kosten verbunden und widerstrebt auch dem Grundgedanken einer Rentenzahlung. Möglicherweise kompensieren die negativen Zinsen aber die ­Risiken mit der genannten Sterblichkeit und die vorschüssige Zahlung lohnt sich für die Pensionskassen sogar, wenn auf eine Rückforderung verzichtet wird.

(…) Mit steigendem Alter der Versicherten wird es hingegen immer unwahrscheinlicher, dass die erwarteten ­Entlastungen aus Todesfällen durch ­Negativzinsen kompensiert werden. Ob es sich für eine Pensionskasse rechnet, wenn sämtliche Rentenbezüger einen Rentenvorschuss erhalten, hängt dann von der spezifischen Struktur des Bestandes ab.

10:59PM

Jordan erteilt Pensionskassen Absage

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach den Worten ihres Präsidenten Thomas Jordan keine andere Wahl gehabt, als den Euro-Mindestkurs aufzugeben. Wenn die SNB den Schritt später vorgenommen hätte, wäre der Schaden für die Wirtschaft grösser gewesen, sagte er.

«Alle Alternativen wären noch viel schlimmer gewesen für die Schweiz», sagte Jordan in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio SRF.

 

«Ein Aufschieben des Entscheids hätte enorme negative Konsequenzen gehabt für die Schweiz insgesamt und auch für die Nationalbank», sagte Jordan. Die Verwerfungen wären grösser geworden, ebenso die negativen Auswirkungen für die Wirtschaft.

Nichts wissen will Jordan von Forderungen der Pensionskassen, die sich gegen die Negativzinsen wehren und eine Ausnahme für sich verlangen. Die Negativzinsen wirkten nur, wenn es keine Möglichkeiten zur Umgehung gebe, sagte Jordan. Die gleichen Massnahmen sollen für alle Finanzmarktakteure gelten.

 

  Tages-Anzeiger / Forderung ASIP / SRF Echo der Zeit

1:39PM

Negativ-Zinsen – nicht für die Publica, ASIP interveniert bei der SNB

imageAuf Obligationen gibt es praktisch keine Zinsen mehr, auf Barbeständen wird ein Negativzins erhoben. Ausnahmefall: die Publica. Als bundesnaher Betrieb kann sie gemäss Darstellung von 10vor10 auf SRF ein Girokonto bei der SNB eröffnen, das nicht unter die Negativzins-Vorschrift fällt. Dass stösst dem ASIP sauer auf. Er hat einen Brief an SNB-Direktor Jordan imagegeschrieben und aus sozialpolitischen Überlegungen ähnliche Lösungen für die anderen Pensionskassen verlangt.

Die Nationalbank wird auf das Schreiben reagieren, allerdings nicht über die Medien, wie SRF berichtet.

Update. Der ASIP hat seinen Mitgliedern ein Mail folgenden Inhalts zukommen lassen:

Vor dem Hintergrund negativer Verfallsrenditen auf Bundesobligationen und der angekündigten Belastung negativer Zinsen von diversen Banken haben wir der Schweizerischen Nationalbank vor zwei Tagen den Antrag unterbreitet, den schweizerischen Pensionskassen die Möglichkeit einzuräumen, ein Girokonto bei der SNB eröffnen zu können, das mindestens zu 0% verzinst wird. Die privat- oder öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen bilden Solidargemeinschaften, um die berufliche Vorsorge (2. Säule) als Teil des schweizerischen Sozialversicherungssystems durchführen zu können. Sie gelten unseres Erachtens als „andere Inhaber von Girokonten in Schweizerfranken“ gemäss Merkblatt „Negativzins auf Girokontoguthaben“ der SNB, auf deren Guthaben in der Regel kein Negativzins erhoben wird. Gerade angesichts der tiefen bis negativen Renditen auf den Nominalwertanlagen gewinnt die Cash-Haltung vermehrt an Gewicht.

Über die Antwort der SNB auf unser Anliegen werden wir Sie wieder informieren. Wir sind überzeugt, mit diesem Antrag im Sinne der Versicherten in der beruflichen Vorsorge gehandelt zu haben.

Update 2: In der NZZ heisst es dazu: “Der Direktor der Publica, Dieter Stohler, bringt Verständnis für den Asip-Vorstoss auf. Inländische Sparer auf dem Feld der sozialen Sicherheit sollten nicht bestraft werden. Es verhalte sich tatsächlich so, dass die SNB dem Bund und ihm nahestehenden Betrieben - die Publica gehört in den weiter gefassten Kreis der dezentralen Bundesverwaltung - Giro-Dienste zu 0% Zins anbiete. Stohler gibt weiter zu bedenken, dass die Proportionen gewahrt werden. Die Minderkosten würden unter 1Promille der Jahres-Performance betragen; es könnten nicht unlimitiert Gelder auf dem seit Jahren bestehenden SNB-Girokonto gehalten werden, und es sei nicht ausgeschlossen, dass die SNB-Bestimmungen eines Tages änderten.

Viel grösser als eine direkte Ersparnis aufgrund der Nichtbelastung durch Negativzinsen seien die indirekten Kosten daraus. Die Absicherungskosten für Fremdwährungsrisiken seien seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses um ein Mehrfaches gestiegen und im Verhältnis dazu viel grösser. Viele Pensionskassen sind in den kommenden Wochen und Monaten gezwungen, ihre Strategie zur Absicherung der Wechselkursrisiken zu überdenken.”

  SRF

12:39PM

Negativzinsen für wie lange?

cashCash beschäftigt sich (und die Leser) mit der Frage, wie lange die Negativzinsen wohl in Kraft bleiben werden. In einer Umfrage sind 54% der Meinung, bis 2017. 20% hoffen, dass die Sache sich im Sommer normalisiert,13% denken Ende Jahr.

Eine Prognose, wie lange es Negativzinsen geben wird, hat Währungsexperte Constantin Bolz von der UBS nicht. "Wir gehen aber davon aus, dass sie mindestens 12 Monate in Kraft sind." Damit behielten 13 Prozent der cash-Leser recht, die ein Ende der Negativzinsen 2016 erwarten. Die Negativzinsen sind vor allem für die Banken unangenehm, und daher ist es möglich, dass die SNB die Massnahme so kurz wie immer nötig aufrechterhält. Die Finanzinstitute empfinden die Situation als instabil und einige haben schon begonnen, die Negativzinsen auf grosse und vermögende Kunden abzuwälzen.

Die Währungshüter um Thomas Jordan werden die Negativzinsen aller Voraussicht nach schrittweise abbauen. Drei Faktoren bestimmen laut Experte Bolz von der UBS die SNB-Politik: "Eine Verbesserung in der Eurozone – etwa dank des tiefen Ölpreises, der Anleihenkäufe der EZB und eines günstigen Euro-Dollarkurses – könnte die SNB mittelfristig dazu veranlassen, zunächst auf -0,5 Prozent zurückzugehen. Das Hauptaugenmerk gilt aber sicher dem Wechselkurs. So könnte es zu einer Reduzierung der Negativzinsen nur kommen, wenn der Euro eines Tages wieder höher tendiert."

  Cash

9:25AM

«Horten Schweizer Pensionskassen bald Bargeld»

Das Ende der Euro-Untergrenze sei nach wie vor ein Trauma für die Finanzbranche, sagt Axa-Strategin Christina Böck in ihrer Kolumne auf finews. Auf Grund der Bewertungsvorschriften für Schweizer Pensionskassen öffne sich nun erst noch eine gefährliche Schere.

Böck schreibt: “Besonders durcheinander ist der Markt für Währungsabsicherungen: Der Preis, den man als Schweizer Investor für eine einmonatige Absicherung einer Dollar-Position zu zahlen hat, schwankt innerhalb eines Tages schon einmal zwischen 3 und 5 Prozentpunkten.

Und die Zinsen auf zehnjährige Eidgenossen hatten ihren letzten Tiefstand bei -0,3 Prozent – am 29. Januar 2014 lagen sie schon wieder bei «grosszügigen» -0,01 Prozent. Unmöglich zu sagen, wo sich diese Bewegungen in den nächsten Wochen einpendeln werden. (…)

Es sind allerdings nicht nur diese kurzfristigen Bewegungen in den Märkten, die Anlass zu Bedenken geben. Langfristig ist der Schaden vermutlich noch viel grösser. Denn durch die Bewertungsvorschriften für Schweizer Pensionskassen erleben wir nun die weitere Öffnung einer gefährlichen Schere, nämlich jene zwischen der Verzinsung der Verpflichtungen und den auf den Anlagen zu erzielenden Renditen.


Auf der Aktivseite werden die Negativzinsen mit der Zeit auf die Cash-Positionen durchschlagen – da darf man sich keine Illusionen machen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich manche Pensionskassen bereits Gedanken über die Hortung von Bargeld machen, denn die Lagerungs- und Sicherungskosten kommen bestimmt unterhalb der Negativzinsen von -0,75 Prozent zu liegen.

Auf der Passivseite verzinsen viele Pensionskassen die Alterskapitalien der Aktiven noch recht grosszügig, oft mit deutlich über 3 Prozent, insbesondere auf Grund der guten Performance von 2014, die laut Swisscanto mehr als 8 Prozent betrug. Aber diese Performance lässt sich in der Zukunft kaum mehr erwirtschaften.”

  finews

9:38AM

Bund: “PK-Milliarden in den Militärbunker?”

Markus Brotschi befasst sich im Bund mit den Anlagesorgen der Pensionskassen nach dem SNB Mindestkurs-Entscheid. Er schreibt: “Wie schwierig die Lage ist, zeigt sich daran, dass manche Pensionskassen sogar prüfen, einen Teil des Kapitals als Bargeld aufzubewahren. Um sich die Negativzinsen der Banken zu ersparen, wie Marco Bagutti von der Auffangeinrichtung BVG sagt. Allerdings ist auch diese Anlage nicht gratis. Damit sich die Lagerung von Bargeld für eine Pensionskasse mit einem Kapital von 10 Milliarden Franken auszahlte, müsste sie mindestens 1 Milliarde in bar einlagern. Dafür müssten Militärbunker gemietet werden, sagt Bagutti. Er geht davon aus, dass die Kosten für Lagerung, Transport und Versicherung mindestens 0,5 Prozent betragen. Ob Versicherungen das Risiko überhaupt tragen würden, sei fraglich.

«Die Zuspitzung der Lage sollte allen klargemacht haben, dass Reformen in der Altersvorsorge dringend sind», sagt Martin Kaiser, Sozialversicherungsexperte des Arbeitgeberverbandes. In der ständerätlichen Sozialkommission, die vor zwei Wochen mit der Beratung der Grossreform Altersvorsorge 2020 begonnen hat, waren die Folgen der Frankenstärke ein Thema, wie FDP-Ständerat Felix Gutzwiller sagt. Er geht aber nicht davon aus, dass die Kommission die zum Paket geschnürten Revisionen von AHV und BVG zerlegt und einzelne Teile wie die Umwandlungssatzsenkung vorzieht. Einen solchen Schritt mit Rentenkürzungen lehnte das Volk 2010 wuchtig ab. Realistisch sei aber, das Paket zu verkleinern, sagt   Gutzwiller.”

  Bund

7:37PM

A&L Asalis: Update für Pensionskassen

A&L Asalis schreibt in einer Beurteilung der aktuellen Situation der Vorsorgeeinrichtungen nach dem Nationalbank-Entscheid zum Euro-Mindestkurs:

Aufgrund des tieferen Zinsniveaus und der tieferen, langfristigen Renditeerwartungen geraten der technische Zinssatz und damit auch der Umwandlungssatz erneut unter Druck. Je nach konkreter Situation der Pensionskasse und den weiteren Entwicklungen sind die versicherungstechnischen Parameter zusammen mit dem Experten für berufliche Vorsorge zu überprüfen.

Der aktuelle technische Referenzzinssatz für die Jahresabschlüsse zwischen dem 1. Oktober 2014 und dem 30. September 2015 beträgt 3,0 Prozent. Aufgrund unserer aktualisierten Simulationen gehen wir davon aus, dass er für 2015/2016 auf 2,75 oder 2,5 Prozent sinken wird. Mittelfristig dürfte der Referenzzinssatz in der Bandbreite zwischen 1,75 und 2,25 Prozent zu liegen kommen. Die Empfehlung des Experten für berufliche Vorsorge zum technischen Zinssatz orientiert sich unter anderem am technischen Referenzzinssatz.

Institutionellen Anlegern, die einen Teil ihres Vermögens in liquide Mittel in Franken investieren und mit negativen Zinsen konfrontiert sind, empfehlen wir, nur den erforderlichen Betrag in dieser Form zu halten. Dabei sind die operativen Ausgaben mit der notwendigen Sorgfalt zu schätzen. Der Einsatz von liquiden Mitteln in ausgewählten Fremdwährungen (z.B. USD, GBP) bildet eine interessante, aber nicht risikolose Variante.

  Mitteilung A&L Asalis

9:09AM

«Alle Kassen kämpfen mit Negativzinsen»

Die neue SNB-Politik trifft die Pensionskassen doppelt hart: Sie erlitten nicht nur herbe einmalige Anlageverluste, sondern müssen nun auch laufend Vorsorgegelder zu noch niedrigeren Zinsen anlegen. Noch kein Grund zur Panik, aber auf die Dauer kann es kritisch werden mit den Negativzinsen, heisst es auf srf News.

Man versuche natürlich, Gelder noch zu positiven Zinsen anzulegen, sagt Marco Bagutti, Leiter Kapitalanlagen der Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Dies sei aus Schweizerfranken-Sicht derzeit aber fast unmöglich: «Es ist nicht einmal mehr die Rede davon, zu null Prozent anlegen zu können, sondern mit möglichst wenig Minus.»

  srf

4:50PM

NZZ: “Pensionskassen proben neue Anlage-Szenarien”

 Michael Ferber lässt in einem Artikel in NZZ Equity eine Reihe von prominenten Stimmen zu den Folgen des SNB-Euroentscheids zu Wort kommen. Der Finanz- und Vorsorgeexperte Daniel Dubach geht davon aus, dass einige Pensionskassen von dem Entscheid der SNB kalt erwischt worden sind. Der Glaube, die Nationalbank schalte das Währungsrisiko bei Euro-Anlagen quasi gratis aus, habe sich als falsch und letztlich für einige als sehr teuer erwiesen. Zudem stelle sich nun mehr denn je die Frage, wie die Kassen mit ihren grossen Obligationenbeständen umgehen sollten. So sind die Renditen von Schweizer Staatsanleihen zu grossen Teilen sogar in den negativen Bereich gerutscht.

Laut Martin Janssen, Leiter der Ecofin-Gruppe darf dabei aber nicht vergessen werden, dass Obligationen gegenüber den Verpflichtungen eine Absicherungsfunktion erfüllen, weil sie den gleichen Zinsrisiken unterliegen. Ersetzten Pensionskassen ihre Anleihenbestände durch Cash beziehungsweise Liquidität, so sei dies nicht mehr gewährleistet.

Als weitere Folge des SNB-Entscheids müssen die Pensionskassen befürchten, dass Geschäftsbanken die von der SNB eingeführten und am 15. Januar auf –0,75% erhöhten Negativzinsen an sie weitergeben. Laut Dubach ist es bereits so weit gekommen, dass Vorsorgeeinrichtungen angesichts der noch höheren Negativzinsen vorbereitende Rechnungen anstellen, welche Kosten das Halten eines höheren Bargeldbestands verursachen würde.

Droht der Schweiz also mittel- bis langfristig eine «Renten-Krise» in der zweiten Säule? Janssen erwartet dies nicht, weil Sanierungen vor allem des Rentnerkapitals zulasten der Erwerbstätigen und der Unternehmen quasi «normal» geworden seien. Trotzdem sei es höchste Zeit, dass die Pensionskassen Transparenz herstellten und die technischen Parameter an die Realität anpassten. Ein weiterer Aufschub werde auch in der Schweiz zu unlösbaren Problemen führen.

  NZZ

4:25PM

“Absicherungskosten explodieren”

imageIm Augur Research-Letter der c-alm wird die aktuelle Situation bei der Absicherung von Fremdwährungsanlagen thematisiert. c-alm schreibt:

Die Kosten der Währungsabsicherung von Fremdwährungsengagements sind in den letzten Handelstagen regelrecht explodiert. So kostet eine Absicherung eines USD Engagements mittels monatlichen Devisentermingeschäften per 23. Januar 2015 3.59 Prozent, und dies noch bevor der Währungshändler seine Marge in Abzug bringt. Damit wird die in USD erzielte Rendite um über 3 Prozent geschmälert, wenn eine Schweizerische Pensionskasse mittels Währungsabsicherung diese in CHF zurücksichern will. Für die Währungsabsicherung eines USD Treasury Portfolios, das aktuell eine Rendite auf Verfall von rund 0.95 Prozent aufweist, verbleibt konkret für die Schweizerische Pensionskasse nach Absicherung eine Negativrendite von minus 2.64 Prozent.

Für Vorsorgeeinrichtungen mit hohen Absicherungsvolumen, die zwar den Schaden beim Beben der letzten Woche in Grenzen gehalten haben, stellt sich jetzt die Frage, ob die Absicherungsstrategie bei diesen extremen Marktverhältnissen aufrecht erhalten werden kann. Die Neuausrichtung der Absicherungsstrategie wird durch den Umstand erschwert, dass die Absicherungskosten aktuell starken Schwankungen unterliegen.

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Die Darstellung zeigt, wie sich die Absicherungskosten gegenüber dem Euro wie auch gegenüber den anderen Währungen vervielfacht haben. Deutlich zu erkennen ist jedoch auch, wie sich das Verhältnis der annualisierten Kosten verschiedener Kontraktlaufzeiten verschoben hat. Während in den vergangenen Monaten die kürzeren Laufzeiten (gemessen an den annualisierten Forward Points) zu geringeren Kosten geführt haben, stehen aktuell in allen Hauptwährungen die längeren Kontrakte deutlich besser da.

c-alm kommt zum beunruhigenden Fazit: “Aufgrund dieses starken Anstiegs der Währungsabsicherungskosten verschärft sich für ein repräsentativ zusammengesetztes Pensionskassenportfolio die Problemstellung des „Renditenotstandes“ substantiell.”

  Augur Newsletter / Bericht NZZ

7:27PM

Solothurner PK verliert 100 Millionen

Schweizer Aktien haben stark an Wert verloren, nach dem Euro-Entscheid der Nationalbank letzte Woche. Betroffen sind auch die kantonalen Pensionskassen. Sie legen ihr Geld unter anderem in Aktien an. In Solothurn verschwanden so 100 Millionen Franken aus den Büchern.

Die Pensionskasse des Kantons Solothurn ist ein Sanierungsfall. Erst im September hat das Stimmvolk 1,1 Milliarden Franken bewilligt, um sie zu finanzieren. Der Einbruch am Finanzmarkt trifft die Kasse also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Auch im Aargau musste die kantonale Pensionskasse Kursverluste einstecken. «Wir sind aber nicht so stark betroffen wie andere, weil wir nur etwa 25 Prozent unseres Vermögens in Aktien angelegt haben», erklärt Susanne Jäger, Chefin der Aargauer Pensionskasse auf Anfrage. Auch sie bleibt momentan ruhig – und rechnet damit, dass die Kurse wieder klettern.

  SRF (1) / SRF (2)

7:25PM

IPE: Swiss National Bank acted responsibly on currency peg, Publica says

The Swiss National Bank’s (SNB) recent and controversial decision to stop pegging the Swiss Franc to the euro was, overall, “a responsible one”, according to Dieter Stohler, director at Publica, the country’s largest public pension fund.

Stohler told IPE that, with the decision – which shocked many in the industry – the SNB had “further strengthened its credibility and independence”. However, he conceded that the timing of the bank’s decision took him by surprise. He said the SNB’s decision would not affect Publica’s CHF38bn (€31bn) in assets directly, as the pension fund has hedged all developed-nation currencies in its portfolio. He said the only impact on the scheme would be indirect, via investments in domestic equities – where, for many, the SNB’s policy will necessitate “painful adjustments over the short and medium term” – but he declined to provide further details.

Meanwhile, Christoph Gort, a partner at Swiss asset manager Siglo, has warned of wider repercussions for Pensionskassen and their bond portfolios. He said Swiss government bonds were now “unattractive, overvalued and unsuitable in an ALM context if their yields remain negative”. Over the medium to long term, Siglo said it expected investors to offload Swiss bonds, as the current situation was “neither balanced nor stable”.

Separately, at Baring Asset Management, Robert Smith, investment manager of Barings’ German Growth Trust, saw a potential positive in the SNB’s decision for neighbouring countries, pointing out that investing in markets such as Germany and elsewhere had “become a lot cheaper” for Swiss investors. “We may start to see increased capital flows as a result,” he said.

Invesco’s chief economist John Greenwood backed Stohler’s views and said, after six months of euro depreciation, the SNB’s policy was a sensible one. “This is not the sort of policy move that can be telegraphed in advance,” he said. “It is not a big change for the world, nor a big event for the euro-zone. The ECB will go ahead with its plans [to announce the purchase of sovereign bonds] irrespective of Swiss action.”

However, senior investment consultant at Mercer Switzerland, Dominique Grandchamp, was much less optimistic. He said the perception of the Swiss franc as a “safe-haven” currency would mean volatility would continue. Grandchamp disagreed with Stohler and said the move by the SNB damaged its credibility and thus its ability to intervene. “Unless the exchange rate moves back to the abandoned floor level, the impact could be significant,” he said.

“In this scenario, we expect the export-reliant Swiss economy could decelerate and move towards a deflationary, recessionary environment with higher unemployment rates. “The impact on [Swiss pension fund portfolios] is very much determined by the strategic allocation to Swiss and global (unhedged) equities.”

  IPE

10:31AM

Handelszeitung: “CS melkt Konzerne und Pensionskassen”

Die Handelszeitung schreibt: “Die Credit Suisse bittet Grosskunden zur Kasse. Wenn Konzerne oder Pensionskassen bei ihr viel Geld anlegen, müssen sie bald dafür zahlen. Die Grossbank reicht damit die Negativzinsen weiter. Die Credit Suisse verweist darauf, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Dezember einen negativen Leitzins angekündigt hat, der nun per 22. Januar auf -0,75 Prozent erhöht wird.

«Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen wird bei institutionellen Kunden und grossen Firmenkunden eine Guthabenkommission eingeführt», sagte CS-Sprecherin Daniela Häsler auf Anfrage. Sie bestätigte damit einen Bericht der «SonntagsZeitung».

  Handelszeitung

9:40PM

NZZ: “In der Schweiz sind die Zinsen abgeschafft”

Die NZZ stellt fest: “Für Anleger am Schweizer Kapitalmarkt sind die jüngsten Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein Desaster. Der Zins ist hierzulande faktisch endgültig abgeschafft. Die SNB hatte am Donnerstagmorgen den Mindestgrenze des Euro-Franken-Wechselkurses aufgegeben und zugleich das Zielband für den 3-Monate-Libor auf –1,25% bis –0,25% gesenkt. Die Entscheidung hat drastische Folgen für den Staatsanleihemarkt. «Eidgenossen» rentieren bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren im negativen Bereich, das heisst Anleger müssen dem Bund praktisch Geld dafür zahlen, dass sie Staatsanleihen kaufen dürfen.

Für zehnjährige «Eidgenossen» fiel die Rendite am Freitag auf minus 0,012%. Einzig die Renditen für Staatsanleihen mit 15 Jahren (0,30%), 20 Jahren (0,37%) und 30 Jahren (0,47%) Laufzeit liegen noch im Plus. Eine vergleichbare Situation hat es seit dem Beginn der Aufzeichnungen vor mehreren hundert Jahren in Industrieländern wohl noch nie gegeben. Die heimliche Enteignung der Sparer und der künftigen Rentnergenerationen ist längst nicht mehr heimlich.”

  NZZ

5:27PM

Complementa: Auswirkungen auf die Anlagekategorien

Complementa bezieht sich in einer Mitteilung auf die aktuellen SNB-Entscheide. Die Beratungsfirma schreibt:

Der Entscheid der Nationalbank, die Euro-Untergrenze aufzuheben, kommt einer Kapitulation gleich. Die Interventionen der vergangenen Wochen sind offenbar zu viel geworden. Die operationellen Risiken für die SNB im Falle eines grosszügigen QE-Programms durch die EZB, wie es von den Marktteilnehmern erwartet wird, waren scheinbar zu gross: die SNB hätte zur Verteidigung des Mindestkurses womöglich riesige Euro-Beträge auf die Bilanz nehmen müssen. Gleichzeitig ist die Glaubwürdigkeit der SNB durch die getätigte Massnahme stark beeinträchtigt worden.

Auswirkungen auf die Anlagekategorien
Durch die unerwartete Aufhebung der EUR/CHF Untergrenze sind hauptsächlich die folgende Anlagekategorien betroffen:

    • Obligationen FW unhedged (Währungseffekt; Performance: ~-13.0%)
    • Aktien Schweiz (Aktienmarktverwerfung; Performance: ~-8.5%)
    • Aktien Ausland (Währungseffekt; Performance: ~-13.0%)
    • Aktien Emerging Markets (Währungseffekt; Performance: ~-13.0%).

Dagegen steht ein positiver Preiseffekt bei den Schweizer Obligationen aufgrund der weiter gefallenen Zinsen. So liegt die Verfallsrendite der 10-jährigen Eidgenossen aktuell bei 0.07%. In Stressphasen zu handeln ist sehr schwierig, da die Märkte in solchen Phasen sehr volatil sind und sich Trends relativ schnell ändern.

Der Gesamtverlust der durchschnittlichen Schweizer Pensionskasse, basierend auf den Allokationen des Risiko Check-Up 2014, liegt zwischen -0.8% und -7.5% bei einem ungewichteten Mittelwert von -3.6% (gewichteter Mittelwert -3.2%), je nach Allokation und Anteil Fremdwährungsabsicherung.

5:18PM

“2014 mehr gewonnen als am Donnerstag verloren”

Die Aargauer Zeitung befasst sich mit den Konsequenzen des SNB-Entscheids auf die Pensionskassen und zitiert diverse Exponenten der 2. Säule. Das Blatt schreibt:

An der Altersvorsorge ging der Vorgang nicht spurlos vorbei. Das bestätigt Heinz Rothacher, GEO der Complementa Investment-Controlling AG. Das Unternehmen berät Vorsorgeeinrichtungen in Sachen Kapitalmarkt. Er sagt: «Die Pensionskassen müssen Verluste zwischen zwei und sechs Prozent hinnehmen.» Wie viel die einzelnen Kassen tatsächlich verloren haben, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am stärksten sind die Kassen vom Aktienkurs beeinflusst.

«Die Entwicklung des gestrigen Tages kommt für viele nicht komplett überraschend», sagt Rothacher. Viele hätten sich vorbereitet. Das bestätigt Markus Fuchs, Geschäftsführer der Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA: «Grosse Investoren wie Pensionskassen sichern das Fremdwährungsrisiko in der Regel ab - durch Futures, Devisentermingeschäfte oder Währungszertifikate.»

«Wer der Nationalbank vertraut hat und davon ausgegangen ist, dass der Euro-Mindestkurs gehalten wird, könnte auf Absicherungen gegenüber dem Euro verzichtet haben», bestätigt Christoph Ryter, Geschäftsführer der Migros- Pensionskasse und Präsident des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP.

Die Experten sind sicher: Man dürfe die Situation nicht dramatisieren. Der weitaus grösste Teil ihres Vermögens haben die Pensionskassen in Schweizer Franken gesteckt. Darüber hinaus blicken die Kassen auf gute Zeiten zurück: «Wir haben im letzten Jahr mehr gewonnen als gestern verloren», sagt Rothacher. Eine aussagekräftige Bewertung, ergänzt Migros-Pensionskassen-Chef Ryter, sei ohnehin erst in zwei bis drei Tagen möglich. Dann werde sich zeigen, wo sich der Schweizer Franken im Vergleich zu den anderen Währungen einpendelt.

5:03PM

Towers Watson: Massive Vermögensverluste, 4% DG-Einbusse

Der gestrige Entscheid der SNB, die Untergrenze von CHF 1.20 für einen Euro per sofort aufzuheben, hatte den Effekt, dass geschätzt über CHF 30 Mia. Pensionskassenvermögen vernichtet worden sind. Durchschnittlich dürften Schweizer Pensionskassen rund 4% Vermögenseinbussen im Verlaufe des Tages realisiert haben. Dies schreibt Towers Watson in einer Mitteilung.

Die Schätzung basiert auf dem Medianportfolio des ASIP Performancevergleichs, welcher einen ungehedgten Fremdwährungsanteil von rund 25% ausweist und auf das gesamte vorhandene Pensionskassenvermögen von rund CH 750 Mia (ohne Pensionskassenvermögen bei Versicherungsgesellschaften) hochgerechnet wurde. Die Finanzmärkte sind denn auch gestern auf dramatische Weise durch diese Massnahme der SNB durcheinandergebracht worden. Insbesondere

  • ist eine Abwertung des Euros von 13% gegenüber dem Franken zu verzeichnen,
  • reduzierte sich der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken um 12%,
  • verloren Schweizer Aktien rund 9% an Wert.

Der durchschnittliche Deckungsgrad von Schweizer Pensionskassen dürfte an diesem Tag auf einen Schlag ebenfalls um rund 4% zurückgegangen sein. Die Entscheide über die Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten sind bei den meisten Pensionskassen noch im alten Jahr aufgrund der allgemein guten Rendite gefällt worden und fielen deshalb vor allem bei den gut finanzierten Vorsorgeeinrichtungen grosszügig aus (vielfach über 3%, also deutlich über dem BVG-Mindestzins von 1.75%.) Es fragt sich natürlich, ob die negative Marktentwicklung nur eine vorübergehende überschiessende Reaktion darstellt oder ob sich dies nachhaltig so weiterentwickeln wird. Vieles spricht für das Letztere und würde für einige Pensionskassen bedeuten, dass sie ihre Verzinsungsentscheide unter Umständen wieder revidieren wollen.

Die SNB hat gestern ebenfalls entschieden, den offiziellen Zinssatz für ihre Sichteinlagen auf Minus 0.75% zu setzen, um Anlagen in Schweizerfranken so unattraktiv wie möglich zu machen. Dies hatte die unmittelbare Auswirkung, dass die Renditen auf erstklassigen Unternehmensanleihen (SBI A-AAA corporate bond index) sich nochmals um 11 Basispunkte reduzierte; die Reduktion seit 31 Dezember 2014 beläuft sich nunmehr auf 31 Basispunkte. „Die Auswirkungen dieser Renditesenkungen auf die Rechnungslegung der Unternehmen nach IFRS und US GAAP sind bedeutend. Die Verpflichtungen erhöhen sich um 3% bis 4%, während sich gleichzeitig die verfügbaren Vermögen reduzieren. Sollten diese Marktbedingungen weiter bestehen, werden die nächsten Geschäftsabschlüsse der Unternehmen sich noch weiter signifikant verschlechtern“, fasst Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Towers Watson in Zürich, zusammen.

7:13PM

PPCmetrics: Erste Einschätzung der Situation nach dem SNB-Entscheid

PPCmetrics hat auf ihrer Website in einer Kurzpräsentation erste Überlegungen zum Entscheid der Nationalbank publiziert, den Mindestkurs aufzugeben. Das Beratungsunternehmen stellt fest:

  • Am 15. Januar 2015 informierte die Schweizerische Nationalbank:
    - Die SNB hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf.
    - Zugleich senkt sie den Zins für Guthaben auf den Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0.5 Prozentpunkte auf -0.75%. Am 18. Dezember 2014 wurde dieser Zins bereits auf -0.25% gesenkt.
    - Das Zielband für den Dreimonats-Libor verschiebt sich weiter in den negativen Bereich auf -1.25% bis -0.25% von bisher -0.75% bis 0.25%.
    - Die SNB wird aber gemäss eigener Aussage weiterhin auf dem Währungsmarkt aktiv bleiben, um die monetären Rahmenbedingungen zu beeinflussen.
  • Die Reaktion der Devisenmärkte auf die Aufhebung des Mindestkurses zeigt, dass sich eine strategisch definierte Absicherung der Währungsrisiken für den Schweizer Investor gelohnt hat.
  • Die Vorstellung, dass die Schweizerische Nationalbank die Kosten der Währungsabsicherung «gratis» übernimmt, hat sich als Trugschluss herausgestellt.
  • Wiederum hat sich das Festhalten an einer langfristig definierten strategischen Anlagepolitik gelohnt.
  • Der von den meisten Marktteilnehmern unerwartete Entscheid der SNB bestätigt unsere Überzeugung, dass sich das Festhalten an einer langfristig definierten strategischen Anlagepolitik bewährt.
  • Die Festlegung der Absicherungsquote von Währungen ist ein strategischer Entscheid. Sofern Ihre Institution diesen Entscheid auf Basis einer fundierten Asset Liability Analyse getroffen hat, sehen wir keinen akuten Handlungsbedarf.
  • Die heutige Entwicklung hat jedoch gezeigt, dass Währungsrisiken nicht nur von der effektiven Fremdwährungsquote abhängen, sondern bspw. auch bei Schweizer Aktien auftreten können. Dies verlangt nach einer Betrachtung der Fremdwährungsrisiken im Gesamtportfoliokontext.
  • Ganz grundsätzlich empfehlen wir, in diesem Umfeld keine überstürzten Anlageentscheidungen zu treffen.

  PPCmetrics

2:44PM

SGB: Mehr AHV, Kritik an 2. Säule

SNAGHTML389411Die traditionelle Jahrespressekonferenz des Schweiz. Gewerkschaftsbundes war einmal mehr dem Thema Sozialversicherung und Umverteilung gewidmet. Doris Bianchi warb für das AHV-Ausbauprojekt des SGB und stellte die 2. Säule in Frage. In ihrem Referat heisst es:

Künftige Rentnergeneration: Pensionskassen-Renten im Sinkflug: Die Pensionskassenlandschaft ist aktuell von sinkenden Umwandlungssätzen geprägt. Die angepeilte Rentenhöhe gerät dadurch ins Rutschen. Zwar wird häufig die angepeilte Rentenhöhe durch eine stärkere Kapitalbildung - also höhere PK-Beiträge und längere Beitragsdauer - gestützt. Aber trotz der wachsenden Beitragslast, die vor allem die tiefen und mittleren Einkommen stark spüren, schwindet die Gewissheit, dass dank den Pensionskassenrenten auch im Alter der gewohnte Lebensstandard in etwa gehalten werden kann. Zwar wird ab 2025 die Aufbauphase der beruflichen Vorsorge abgeschlossen sein. Aber der obligatorische Sparprozess von 40 Jahren ist nur mit einer linearen Erwerbsbiographie erfüllt. Zudem mussten die BVG-Versicherten während den letzten 20 Jahren tiefere Verzinsungen bis hin zu Sanierungsmassnahmen hinnehmen. Mit der vom Bundesrat beabsichtigten Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6% sind auch die Arbeitnehmenden mit Niedriglöhnen und in prekären Beschäftigungen von Rentenverschlechterungen betroffen.

Künftige Rentnerinnengeneration: Gefahr der Altersarmut: Besonders ungünstig sieht die Rentensituation für die Frauen aus. Die zwischen 1955 und 1965 geborenen Frauen hatten eine tiefere Erwerbsquote als die spätere Generation von Frauen. Sie gaben mit der Familiengründung häufiger die Erwerbsarbeit auf und arbeiteten später auf Teilzeitbasis. Gleichzeitig sind sie häufiger geschieden als die ältere Generation. Beides wirkt sich verheerend auf die Altersvorsorge aus: Die betroffene Frauengeneration verfugt wegen ihren Lebensläufen über eine ungenügende Rentenabdeckung der 2. Säule und gleichzeitig entfällt für viele Frauen das Renteneinkommen des Ehemannes. Umso unverständlicher ist es, dass der Bundesrat mit der Erhöhung des Rentenalters auf 65 die Situation dieser Frauen noch weiter verschlechtern will.

  Referat Bianchi /   NZZ