Unia/Wechsler-Modell “Sicheres BVG”
Der PK-Experte Martin Wechsler hat zusammen mit weiteren Experten im Auftrag der Unia ein neues BVG-Modell zur Sicherung der 2. Säule gerechnet. Ausgegangen wird von der heutigen Problemlage in der 2. Säule, welche gekennzeichnet ist durch die tiefen Renditen, daraus folgend zu hohen Rentenzinssätzen und Umwandlungssatzverlusten sowie der zunehmenden Lebenserwartung, was zusammen gemäss Wechsler zu einer Umverteilung von Aktiven zu Rentnern von 8,5 Mrd. Franken p.a.führt. Zudem kommt es zu Sanierungsmassnahmen, welche wiederum von den Aktiven zu tragen sind und eine weitere, nicht quantifizierte Umverteilung auslösen.
Als Antwort wird das Modell “Sicheres BVG” vorgeschlagen. Es enthält folgende zentrale Elemente:
- Die Pensionskasse finanziert und leistet die obligatorischen Altersrenten resp. anwartschaftlichen Hinterbliebenenrenten bis Alter 85.
- Ab Alter 85 übernimmt der Sicherheitsfonds die Finanzierung der Altersrenten bzw. anwartschaftlichen Hinterbliebenenrenten bis zum Tode.
- Verwaltungstechnisch soll das System analog aufgebaut werden wie der Ausgleich für die Zuschüsse bei ungünstiger Altersstruktur. Die Zuschüsse für Renten ab Alter 85 werden nur für den BVG-Teil der Vorsorge (also das Obligatorium) gewährt. Wo diese BVG-Anteile verwaltungstechnisch nicht gebildet wurden, soll dies mittels einer Tabelle – analog wie bei den Scheidungsberechnungen – sichergestellt werden. Die Kontrolle läuft über die Revisionsstellen wie heute bei Zuschüssen für ungünstige Altersstruktur.
- Als Nebeneffekt kann der gesetzliche BVG-Umwandlungssatz von 6.8 % beibehalten werden, weil die Pensionskasse Renten nur bis Alter 85 bezahlen muss. Gemäss den aktuellsten Grundlagentabellen BVG 2010 mit Zinssatz 2.5 % ergibt sich ein Umwandlungssatz von 6.8 % für eine temporäre BVG-Rente bis Alter 85.
Die Kosten für die anfallenden Renten ab 85 werden auf 44 Mio. Franken veranschlagt. Diese werden an die betroffenen Kassen ausgerichtet. Das frei werdende Deckungskapital in Höhe von rund 12 Mrd. Franken soll zwingend zur Reduktion der Rentenzinssätze verwendet werden. Möglich sind laut Wechsler 2 Prozentpunkte.
Finanziert werden die Renten ab 85 mit einem Zuschuss: Die Rentner bleiben in der Pensionskasse. Diese erhält Zuschüsse vom Sicherheitsfonds. Dies kostet für das Jahr 2010 rund 44 Mio. Franken. Finanzierungsbasis der Rentensicherungsprämie ist die BVG-Lohnsumme. Der Beitrag soll analog dem Zuschuss ungünstiger Altersstrukturen erhoben werden: Die 44 Mio. Franken entsprechen 0.035 % der versicherten Lohnsumme. Beitragszahler sind alle aktiven BVG-Versicherten und deren Arbeitgeber.
Als Vorteile des Systems werden erwähnt: Die Verzinsung des Rentnerdeckungskapitals könnte reduziert werden, PKs mit hohem Rentneranteil werden entlastet, verringerte Kapitalbildung, reduzierte Umverteilung, der heutige Umwandlungssatz könnte beibehalten werden.
Die Darstellung des Modells mit zusätzlichen Daten kann auf der Website der Dr. Martin Wechsler AG herunter geladen werden.
Okt 31, 2012 at 16:35 in
Aktuarielles,
Umwandlungssatz |
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Reader Comments (1)
Attention arnaque!
Cette proposition ne tient pas la route. Un rentier de plus de 85 ans en 2010 n'a cotisé dans la LPP que 6 ans au maximum (de 1985 à 1990). Son avoir de vieillesse obligatoire au moment de sa retraite était très petit. Le montant de rentes de 44 millions est donc ridiculement faible et va donc augmenter de manière exponentielle. En une trentaine d'année il va exploser avec un facteur 100! Il est aussi évident que si 12 milliards peuvent être libérés immédiatement, ceux-ci vont devoir être "remboursés" dans le futur (par l'intermédiaire d'une prime de répartition). Voilà donc un nouvel exemple de socialisation à froid: encaisser tout de suite, rembourser plus tard (ou jamais!!!).